Aktien Wien Fazit: ATX legt deutlich zu | Nachrichten

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WIEN (dpa-AFX) – Die Wiener Börse hat am Freitag den Handel mit deutlichen Gewinnen abgeschlossen. Dies bedeutet, dass wöchentlich ein moderates Retracement aufrechterhalten wird. Der österreichische Leitindex ATX stieg vor dem Wochenende noch einmal um 2,2 Prozent auf 3.099,87 Punkte. Der breitere ATX Prime stieg ebenfalls um 2,2 Prozent auf 1.564,10 Punkte. Am Montag starteten die beiden Indizes bei 3120,59 und 1571,89 Punkten.

Das internationale Börsenumfeld war am Freitag sehr günstig. Die Konjunkturdaten fielen dagegen recht negativ aus. Das US-Verbrauchervertrauen verschlechterte sich im Mai stärker als erwartet, und die Industrieproduktion in der Eurozone geriet im März unter Druck.

Bei den Einzelwerten lag der Fokus laut Zahlen auf der Post AG und Agrana. Die Aktien der Österreichischen Post stiegen um 1,4 Prozent, während die Aktien von Agrana um 0,6 Prozent schlossen. Der Frucht-, Stärke- und Zuckerkonzern Agrana verzeichnete im abgelaufenen Geschäftsjahr 2021/22 einen Verlust von 12,2 Millionen Euro. Das Ergebnis aus Sondereinflüssen belief sich auf minus 69,8 Millionen Euro, hauptsächlich aufgrund von Wertberichtigungen im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine, teilte Agrana mit. Die Gruppe betreibt mehrere Obstverarbeitungsbetriebe in der Ukraine und in Russland.

Die Österreichische Post verzeichnete im ersten Quartal einen deutlichen Umsatzrückgang und einen noch größeren Gewinnrückgang. Als Gründe werden hohe Vergleichswerte im Vorjahr und ein schwächeres Geschäft im Paketbereich genannt, das im zweiten Quartal voraussichtlich wieder anziehen wird. Das teilstaatliche Unternehmen hält jedoch an seinem Ausblick für das Gesamtjahr fest, bei Umsatz und Gewinn vergleichbar mit dem Vorjahr.

Die Aktien des Karton- und Papierherstellers Mayr-Melnhof (Mayr-Melnhof Karton) stiegen nach einer Kurszieländerung von Raiffeisen Research um 2,7 Prozent auf 158,00 Euro. Analysten geben nun 192 Euro statt 194 Euro als Zielwert an, halten aber an der Kaufempfehlung fest. Die Quartalszahlen würden die Einschätzung stützen, dass sich der Konzern mit Verzögerung und dank sehr hoher Preisdisziplin gegen den Kostendruck auf der Inputseite durchsetzen und wieder eine höhere Profitabilität erreichen kann. Dies würde am Markt nicht ausreichend wahrgenommen, hieß es.

Die größten Verluste verzeichnete jedoch die Aktie der Addiko Bank mit minus 3,6 Prozent. Die Aktien von Strabag und AT&S legten dagegen deutlich um jeweils mehr als neun Prozent zu.

Am Vortag hatte das AT&S-Management eine Dividende von 90 Cent je Aktie vorgeschlagen. Die Analysten der Erste Group werten dies als Zeichen für ein starkes viertes Quartal, zu dem das Unternehmen am Dienstag Zahlen vorlegen wird. Die vorgeschlagene Dividende liegt deutlich über den Erwartungen./spo/kat/APA/jha