Aktien Wien Schlusskurs: Kurseinbrüche: Versorgerwerte unter Druck | Nachrichten

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WIEN (dpa-AFX) – Die Wiener Börse schloss an diesem Donnerstag in einem negativen europäischen Umfeld mit deutlichen Abschlägen. Der Leitindex ATX gab um 1,58 Prozent auf 3.033,10 Punkte nach. Im späten Handel dämpfte eine optimistischere Stimmung bei der US-Technologieaktie Nasdaq nach den jüngsten Verlusten auch die Rückgänge in Europa etwas.

Nach zwei Tagen der Erholung setzte der ATX jedoch seinen Abwärtstrend fort. Vor den zwei Gewinntagen hatte der Index bereits vier signifikante negative Sessions in Folge absolviert. Die hohen US-Inflationszahlen des Vortages wirkten sich am Berichtstag europaweit negativ aus. Die Anleger befürchten nun, dass eine Reihe aggressiver Zinserhöhungen der Fed zur Eindämmung der Inflation die Wirtschaft bremsen könnte, sagten Experten. Im Juli gibt es Anzeichen für eine Zinserhöhung in der Eurozone.

In Wien machten Verbund- und Wienerberger-Aktien mit Kursrückgängen von 8,4 und 5,3 Prozent auf sich aufmerksam. Beide Gruppen hatten vor Handelsbeginn Ergebnisse gemeldet, aber die schwache Anlegerstimmung hatte wahrscheinlich einen negativen Einfluss auf den Preis.

Wienerberger, der weltgrößte Ziegelkonzern, profitierte im ersten Quartal 2022 von einer hohen Baunachfrage und verzeichnete einen kräftigen Gewinnanstieg. Laut Analysten der Erste Group wurden die im April vorgelegten vorläufigen Eckdaten bestätigt.

Der Stromkonzern Verbund ist vor allem dank höherer Großhandelspreise für Strom mit einem kräftigen Ergebnisanstieg ins neue Jahr gestartet und blickt etwas optimistischer als bisher auf das Jahr 2022. Hier bewertete die Erste Group die Ergebnisse leicht über den eigenen Erwartungen.

Die Aktien des Branchenkollegen EVN fielen um 4,4 Prozent. Auch Semperit (minus 4,7 Prozent), Pierer Mobility (minus 4,3 Prozent) und Rosenbauer (minus 3,9 Prozent) gaben gegenüber dem Handelstag deutlich nach.

Unter den Banken mit dem höchsten Gewicht stieg die Aktie der Raiffeisen Bank International (Raiffeisen) um 3,3 Prozent. Die BAWAG war mit minus 0,1 Prozent kaum verändert und die Erste Group mit 0,3 Prozent etwas billiger.

Palfinger (Palfinger) legte um 1,1 Prozent zu. Der Salzburger Kranhersteller erwirbt die 35-prozentige Minderheitsbeteiligung an der Guima Palfinger SAS. Damit gehört der französische Abrollkipperhersteller nun zu 100 % zu Palfinger./ste/APA/jha