Alle Verstärker nach 40 Jahren im Leerlauf

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Angepriesen als das beste, lustigste und anarchischste Mockumentary-Rock-Klischee aller Zeiten, ist This Is Spinal Tap die fiktive Geschichte einer nicht so erfolgreichen Heavy-Metal-Band, die in den Wahnsinn abgleitet. Die deutsche Version hieß etwas freundlich “Die Jungs von Spital Tap”. Wiederkehrende Witze im Film, wie der regelmäßige Tod der Trommler oder das Anheben der Verstärker über die Endlautstärke „10“, haben längst Kinogeschichte geschrieben.

Jetzt, pünktlich zum 40. Jahrestag der Veröffentlichung des Films im Jahr 1984, hat Regisseur Rob Reiner eine Fortsetzung angekündigt. In Spinal Tap II kehrt Reiner als alternder Filmemacher und Rocker neben Michael McKean, Harry Shearer und Christopher Guest, den chaotischen Hardrock-Helden vergangener Zeiten, vor die Kamera zurück.

„Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht jemand sagt, warum es keine Fortsetzung gibt“, sagte Reiner dem US-Fachmagazin „Deadline“. „Seit vielen Jahren sagen wir nachdrücklich ‚Nein’. Bis wir schließlich die richtige Idee hatten, wie wir die Geschichte fortsetzen können. Es geht nicht nur darum, es zu tun. Schließlich soll das Original gewürdigt werden, indem die Geschichte unterhaltsam weiter erzählt wird.“

Folgendes haben wir bisher aus allgemein gut informierten Kreisen über Spinal Tap II gehört: Im Mittelpunkt der Fortsetzung steht der Tod des fiktiven Managers der britischen Band; Alle Schauspieler sind jedoch Amerikaner. In seinem Nachlass taucht ein Vertrag auf, der die Band zu einem letzten Konzert zwingt.

Das führt zu Ärger und allerlei Remmi Demmi. Als Anspielung auf das Original nimmt sich der damalige Filmemacher Martin „Marty“ Di Bergi zugute, da die Band die Originaldokumentation für einen kompletten Flop hält. Er kehrt jedoch zurück, um die letzte Spinal Tap-Show zu filmen.

Mitte der 1980er-Jahre erhielt This Is Spinal Tap gute Kritiken, doch an den Kinokassen scheiterte der Film zunächst. Er fand die Ausstrahlung von Videokassetten ein großes Publikum, ganz zu schweigen vom “Kult”. „Als wir ihn zum ersten Mal in Dallas zeigten, wusste niemand, was für ein Film es werden sollte“, sagt Reiner. „Die Leute sagten: ‚Ich verstehe nicht, warum du einen Film über eine Band machst, von der noch nie jemand gehört hat, und das ist so schlimm.‘ Worum geht es da!? Ich sagte ihm, es sei eine Satire, und ich würde es ihm erklären. Aber es dauerte eine ganze Weile, bis der Groschen fiel. „This Is Spital Tap“ ist jetzt im offiziellen National Film Registry.

Das Original wird in einer Retrospektive bei den diesjährigen Filmfestspielen von Cannes gezeigt, die am 17. Mai beginnen, während die Neuverfilmung von 2024 auf dem parallelen Filmmarkt international vermarktet wird.