Bauernverband erwartet noch lange angespannte Getreidemärkte | Nachrichten

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BERLIN (dpa-AFX) – Der Bauernverband rechnet damit, dass die Getreidemärkte noch lange angespannt bleiben. „Unabhängig von der Entwicklung in der Ukraine gehen wir davon aus, dass das Preisniveau relativ hoch bleiben wird“, sagte Bauernpräsident Joachim Rukwied der Deutschen Presse-Agentur. Denn die Reaktionsmöglichkeiten sind derzeit begrenzt. “Wir haben Düngemittelknappheit und exorbitant hohe Düngemittelpreise.” Es kommt zu Unterbrechungen in Lieferketten. Einige Maschinen stehen wegen fehlender Ersatzteile seit einer Woche still. “In diesem Sinne bleibt die Situation schwierig. Wir können nicht mit einem relativ schnellen Anstieg der Produktion rechnen.”

Rukwied erklärte, dass sich die internationalen Weizenpreise infolge des Krieges Russlands gegen die Ukraine auf einem relativ hohen Niveau stabilisiert hätten, aber auch starken Schwankungen unterlagen. Berichte über Ereignisse in der Ukraine oder Ernteaussichten in Nordamerika sorgten für Spitzen. Zuletzt konnten Landwirte Vorverträge für rund 380 Euro pro Tonne Weizen abschließen; Tage zuvor seien noch 405 Euro möglich gewesen: “Aber einige Vorverträge wurden vor dem Ukraine-Krieg zu 210 Euro abgeschlossen, dann lag das Niveau bei 290 Euro. Manche haben gesagt, das hätte ich in den letzten Jahren nie hinbekommen und das habe ich abgeschlossen.”

Derzeit seien möglicherweise nur Teilmengen der diesjährigen Ernte vorkontrahiert, sagte Rukwied. „Bereits jetzt können Vorverträge für die Ernte 2023 zu 300 Euro pro Tonne Weizen abgeschlossen werden, das sind immer noch 100 Euro mehr als vor einem Jahr. Das ist ein klares Indiz dafür, dass die Marktlage angespannt bleiben wird.“ Landwirte können in der Regel Teile ihrer Getreidemengen zu vorab vereinbarten Preisen vermarkten.

In den nächsten Wochen beginnen Getreide und Raps auf den Feldern Körner zu bilden, was eine sehr wichtige Etappe für den Ertrag ist. „In manchen Regionen ist es noch zu trocken“, sagt Rukwied. In anderen Gebieten, die vor einigen Wochen noch sehr trocken waren, hat es inzwischen geregnet. „Es gibt Landwirte, die optimistisch in die Ernte blicken. Und es gibt Landwirte, die große Sorgenfalten auf der Stirn haben und noch auf Regen hoffen.“

Rukwied sagte: „Für eine Einschätzung der Ernte ist es noch zu früh.“ Aus heutiger Sicht hat sich gegenüber einem durchschnittlichen Ergebnis wohl keine große Veränderung nach oben oder unten ergeben./sam/DP/zb