Cannes 2022: Norddeutsche Koproduktionsfilme beim Festival | NDR.de – Kultur – Kino

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Cannes 2022: Norddeutsche Koproduktionsfilme beim Festival |  NDR.de – Kultur – Kino

Stand: 11.05.2022 13:52

Drei norddeutsche Koproduktionen gingen bei den Filmfestspielen von Cannes in den Wettbewerb. Das Festival hat bereits Filme angemeldet, darunter „Mehr denn je“ der deutschen Regisseurin Emily Atef.

von Patricia Batlle

Vicky Krieps („Der seidene Faden“) spielt neben dem kürzlich verstorbenen Franzosen Gaspard Uliel in Emily Atefs Film „Plus que jamais“ („Mehr denn je“) die Hauptrolle.

Regisseurin Emily Atef von "3 Tage in Quiberon" bei der Feier der Filmförderung Hamburg auf Kampnagel © FFHSH / Andre Poling

Regisseurin Emily Atef (“3 Tage in Quiberon”) wird ihr Liebesdrama “Plus que jamais” in der Serie “Un Certain Regard” in Cannes präsentieren.

Das Liebesdrama handelt von einer langjährigen Beziehung, in der Hélène (Krieps) alleine nach Norwegen reist, um ihre Beziehung zu reflektieren. Er läuft in der Reihe „Ein bestimmter Blick“ und ist eine Koproduktion von Deutschland, Luxemburg, Frankreich und Norwegen. Atef ist bekannt für ihren Film „3 Tage in Quiberon“ mit Marie Bäumer als Romy Schneider, eine NDR-Koproduktion, die mit drei Lolas ausgezeichnet wurde.

Der Wettbewerb wurde außerdem um den Film „Tourment sur les iles“ von Regisseur Albert Serra Cannes erweitert, eine Koproduktion zwischen Frankreich, Spanien, Deutschland und Portugal. Finanziert wurde die Produktion von den Sendern „BR“ und „Arte“, der Moin Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein. Koproduziert wurde es von der Hamburger Firma Tamtam Film.

Insgesamt 24 Filme werden bei der 75. Ausgabe des Festivals vom 17. bis 28. Mai gezeigt, sechs davon außer Konkurrenz. Darunter auch der Eröffnungsfilm “Z”, eine Komödie des Franzosen Michel Hazanavicius, teilte die Festivalleitung auf ihrer Pressekonferenz in Paris mit. Festivalleiter Thierry Frémaux stellte die 24 Filme vor, die im Wettbewerb zu sehen sein werden.

“Triangle of Sadness” und “Holy Spider” – Norddeutsche Koproduktionen in Cannes

Mit „Triangle of Sadness“ und „Holy Spider“ gingen zwei norddeutsche Koproduktionsfilme in den Wettbewerb. Sie stammten beide aus der Filmfinanzierung Moin aus Hamburg und Schleswig-Holstein sowie Medienboard Berlin Brandenburg. „Triangle of Sadness“ ist die neueste Gesellschaftssatire des schwedischen Regisseurs Ruben Östlund, der 2017 mit „The Square“ die Goldene Palme gewann. Darin erleben zwei Models auf einem Luxus-Kreuzfahrtschiff in der Südsee eine Katastrophe: Das Schiff sinkt, die Überlebenden werden auf einer einsamen Insel gerettet. Der amerikanische Star Woody Harrelson spielt den marxistischen Schiffskapitän. Ein Teil der Postproduktion und der Crew kommt aus Hamburg.

Mit „Holy Spider“ stellt Regisseur Ali Abbasi, bekannt aus dem schrägen Mystery-Film „Border“, seine düstere deutsch-dänische Koproduktion im Wettbewerb. In dem Thriller taucht ein Journalist in die dunkle Seite der iranischen Stadt Mashhad ein, um den Serienmorden an Prostituierten durch den sogenannten „Spinnenkiller“ auf den Grund zu gehen.

„Wir freuen uns sehr, dieses Jahr gleich zweimal mit MOIN-geförderten Produktionen im Wettbewerb von Cannes vertreten zu sein“, sagt Helge Albers, Geschäftsführer der MOIN Filmförderung. „Wir drücken beiden Filmteams die Daumen, ebenso wie Emin Alper und ihrem Thriller ‚Burning Days‘ in der Sektion Un Certain Regard.“

Tom Cruise und Tom Hanks bei den Filmfestspielen von Cannes

Ebenfalls außer Konkurrenz sind Top Gun: Maverick mit Tom Cruise und Baz Luhrmanns Elvis Presley-Biopic Elvis mit Tom Hanks als Manager des aufstrebenden Rockmusikers und Swingers, gespielt von Austin Butler. Hollywoodstars werden zur Weltpremiere ihrer Filme auf der Croisette erwartet.

Austin Butler und Tom Hanks im Film "Elvis" von Baz Luhrman © 2021 Warner Bros. Entertainment Inc. Alle Rechte vorbehalten.  Foto: Hugh Stewart

VORAUSZAHLUNG: Baz Luhrman „Elvis“ Biografie-Trailer (3 min)

Claire Denis und zwei weitere Frauen im Wettbewerb der Filmfestspiele von Cannes

Wer den Juryvorsitz des diesjährigen Wettbewerbs übernehmen wird, ist noch nicht bekannt. Innerhalb der Branche wurde gemunkelt, dass David Lynch einen neuen Film auf der Croisette präsentieren würde. Frémaux hat dies jedoch nicht bestätigt, erwähnte aber, dass das Programm noch nicht vollständig ist. Von den 18 Nominierungen für die Goldene Palme am 28. Mai wurden drei von Regisseurinnen inszeniert: Die Französin Claire Denis zeigt ihren Film „Stars at Noon“, die Amerikanerin Kelly Reichardt ihren Film „Showing Up“ und die Italienerin Valeria Bruni- Tedeschi für ihren Beitrag “Les Amandiers”.

Viele Starregisseure und einige ehemalige Palme d’Or-Gewinner sind in der Show vertreten. So etwa der Rumäne Cristian Mungiu mit „RMN“, der Japaner Kore-Eda Hirokazu mit „Broker“, der Schwede Ruben Östlund mit „Triangle of Sadness“, Park Chan-wook mit „The Decision to Leave“ und die Brüder Jean- Pierre und Luc Dardenne mit „Tori und Lokita“. Der Star-Regisseur wird seit langem von der russischen Justiz verfolgt und verfolgt Der Filmemacher Kirill Serebrennikov präsentiert seinen Film „Tchaikovskys Frau“ in Cannes. Deutsche Regisseure sind in diesem Jahr nicht auf der Croisette vertreten.

David Cronenberg zeigt mit Léa Seydoux den Horrorfilm „Crimes of the Future“.

Mit Spannung wird das brutale Werk „Crimes of the Future“ des Kanadiers David Cronenberg mit Kristen Stewart, Léa Seydoux und Viggo Mortensen erwartet. Es soll ein verstörender Sci-Fi-Horrorfilm sein. Ethan Coen wird außerdem seinen Dokumentarfilm über Jerry Lewis, Jerry Lee Lewis: Trouble In Mind, bei einer Galavorführung außerhalb des Wettbewerbs präsentieren.

Regisseur Sergei Loznitsa aus der Ukraine zeigt seinen aktuellen Film „The Natural History of Destruction“. Der Beitrag wurde in Deutschland koproduziert und finanziert, beispielsweise von den Sendern MDR und RBB. Eine Premiere für Cannes gibt es bereits: Denn zunächst ist eine Frau Präsidentin des Festivals: Die Deutsche Iris Knobloch startet am 1. Juli.

Alle weiteren Beiträge aus den anderen Filmfest-Reihen listet das Festival auf seiner Website auf.

Weitere Informationen

Luftaufnahme des roten Teppichs der Filmfestspiele von Cannes mit Besuchern und Fotografen © FDC

Die offizielle Homepage informiert extern über die 75. Filmfestspiele von Cannes (auf Englisch).

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Dieses Thema im Programm:

Kultur NDR | Tagebuch | 14.04.2022 | 15:20

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