Casablanca Review – Autor: ProfessorX

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Casablanca Review – Autor: ProfessorX

Bewertung: 4,5 / 5

Mitten im Zweiten Weltkrieg betreibt der Amerikaner Rick Blaine (Humphrey Bogart) eine Bar in Casablanca, in der immer wieder neue Flüchtlinge aus Europa auftauchen. Eines Tages betreten der Widerstandskämpfer Victor Laslo (Paul Heinreid) und seine Frau Isla (Ingrid Bergman) die Bar. Blaine hatte einmal eine romantische Beziehung mit Isla, die ihn vor einiger Zeit nach Paris führte. Für Blaine entsteht dadurch ein moralischer Konflikt zwischen dem Helfen und dem Verletzen seines eigenen Stolzes.

Wenn es um Klassiker oder Filme geht, die allgemein als „sehenswert“ oder „gut“ bezeichnet werden, wird der Begriff „Meisterwerk“ oft inflationär verwendet. Was am Ende ein Meisterwerk ausmacht, da sind sich alle mit den Nichten einig. Viele betrachten diese Filme als Meisterwerke, die eine ernsthafte Untersuchung der Gesellschaft zeigen. Andere sehen dies als überraschend an. Wenn Sie über einen großartigen Film sprechen, hängt seine Rezeption normalerweise mit der Rhetorik der Emotionen zusammen. Man sagt also, der Film sei gut, weil er dieses oder jenes Gefühl provoziert. Mit anderen Worten, der Film wird dann als gut bezeichnet, weil er gut ist. Jetzt redest du, wenn du darüber redest Weißes Haus spricht über einen Film, der als eine der wichtigsten Liebesgeschichten des amerikanischen Kinos in die Filmgeschichte eingegangen ist. Und hier tut sich wirklich ein großes Paradoxon auf, denn diese sinnlichen Momente regen zum Nachdenken an. So verlieben sich die Charaktere ohne viel Beziehungsarbeit. Dann verirren sie sich und gehen getrennte Wege. Es gibt einen Ersatz, der eine ist geblieben, der andere wiedergefunden. Dann sehen sie sich wieder und dann wird klar, dass sie sich irgendwo noch lieben müssen. Nun bleibt zu klären, ob man das wirklich negativ interpretieren kann, nur weil die Charaktere für eine gewisse Zeit kaum miteinander interagieren können.

Es ist ein zweischneidiges Schwert, denn immerhin ist etwas Wahres dran, auch wenn dich die Sehnsucht nach dieser Person mit der Zeit auch verfolgt. Denn es ist an dem Punkt angelangt, der uns in der Liebe ratlos zurücklässt und auch eine allgemeine gesellschaftliche Bewertung der Liebe so komplex macht. Denn jeder versteht das Gefühl, aber keiner kann es erklären, denn Liebe lässt sich nur mit Metaphern über Metaphern greifbar machen. Und so spüren die Zuschauer die Liebe von Rick und Isla, aber wenn man die Beziehung in einen anderen Zusammenhang stellt, würde jeder von uns die Herren im weißen Kittel nennen. Zum Beispiel, wenn es einseitig wäre. Es hat etwas grundsätzlich Naives, fast Kindliches, und genau das macht es in gewisser Weise real. Vielleicht sollte man das nicht analytisch betrachten, aber andererseits bietet der Film zu wenig historische Veränderungen, sodass man das nicht so sehen kann.

tatsächlich vereint Weißes Haus sondern auch genau das, was in der heutigen Kunstrezeption fehlt. Denn während Filme im Laufe der 2010er-Jahre fast ausschließlich auf ihre politischen Subtexte reduziert wurden und damit als funktionieren Salz (2017) bzw Hochsommer- (2019) wurden in den Himmel gelobt, weil sie eine wichtige Geschichte erzählten Weißes Haus Abgesehen von seinen politischen Überzeugungen ist es auch ein guter Film. Weil politische Überzeugung und anhaltender Faschismus in Europa hier geschickt in die Geschichte eingebettet sind, kann es im anhaltenden Faschismus keine Liebe geben. Natürlich sind die Charaktere immer noch verliebt, aber sie können es nicht ausdrücken und sich wehren. Apropos Zweiter Weltkrieg Weißes Haus damals auch ein gutes und wichtiges Werk, weil es neben propagandistischen Zwecken eines der ersten war, das sich in Deutschland klar gegen den Faschismus stellte. Die Liebe wird hier durch die Überlegenheit der Nationalsozialisten unterdrückt, was natürlich als Metapher für den reinen Sinn der Liebe, aber auch für die erwähnte Deutung des Nationalsozialismus zu verstehen ist.

So wird der Krieg zum zentralen Element der Geschichte, ohne den Zuschauer mit expliziten Bildern überraschen zu wollen. Im Kontext der 1940er-Jahre muss dies freilich anders interpretiert werden, da die inflationäre Produktion von Werken über den Zweiten Weltkrieg bei Filmen wie dieser noch lange nicht der Fall war Die Rede des Königs – Die Rede des Königs (2011), Das Imitationsspiel: Ein streng geheimes Leben (2014), Hacksaw Ridge – Die Entscheidung (2016), Dünkirchen (2017), Die dunklere Stunde (2017) ist im Laufe der 2010er-Jahre eindeutig der Fall, es geht nicht darum, das Thema zu begraben oder so, aber Casablanca unterscheidet sich im direkten Vergleich von diesen Werken auch ganz deutlich darin, dass der Film mehr ist als der klassische Oscar-Köder. Weil in Weißes Haus Es geht nicht nur um diese bestimmte Art von Wirkung, es geht darum, einen Missstand zu erkennen und damit umzugehen. Es geht darum, sich für die oft pathetisch verherrlichte Gerechtigkeit und gegen Ungerechtigkeit und sinnlose Grausamkeit auszusprechen. In diesem Sinne ist es ein Film über Mut, was bedeutet, dass der Film bis heute nichts von seiner Wirkung verloren hat.

Betrachtet man die Charaktere auf diese Weise, fällt auf, dass sich beide Hauptfiguren als verständliche Wesen offenbaren. Natürlich ist auch hier das Frauenbild nicht das, was es sein sollte, und das kann man dem Film anlasten. Der Film sieht jedoch Liebe in Menschen, die sich gegen ein totalitäres Regime auflehnen. Ilsa Lund mag im Laufe der Geschichte von Zeit zu Zeit den Liebhaber wechseln, aber sie sucht auch eindeutig nach Liebe im Widerstand. Es gibt kein Zögern mehr aufzustehen. Und wenn man das dann auf einer Metaebene betrachtet, rebelliert die Frau auch auf ihre Weise gegen das Regime, das so viel Leid verursacht. Andererseits ist der Film auch ein Film über jene Menschen, denen nur ihr eigenes Wohlergehen am Herzen liegt. Das braucht Zeit und Rick Blaine natürlich auch. Überraschenderweise ist der Film in diesem Zusammenhang nicht nur sehr aktuell, sondern zeigt, was es heißt, sich zurückzulehnen und nicht über Ungerechtigkeiten zu sprechen. Das Amerika der 1940er Jahre wird so fett wie die Boomer, die nach dem Motto “After me the Flood” leben. Und es ist auch klar, dass jede Form von systemischer Ungerechtigkeit am besten von innen bekämpft wird, wie es die Hauptfigur in ihrem Bemühen versucht.

Natürlich ist auch ein bisschen Kitsch dabei, aber es ist ausgezeichneter Kitsch. So wird Kitsch oft aus einer Art Abhängigkeit und vermeintlich noch rationalem Verlangen in den Film eingebaut. Im Falle von Weißes Haus Es ist nur ein bisschen anders und deshalb gibt es kein stereotypes Abhängigkeitsverhältnis zwischen den Charakteren, in dem Liebe einfach und treffend als Liebe definiert wird, sondern die Sehnsucht das zentrale Thema der Geschichte ist. Das ist eine andere Metapher, denn die Sehnsucht nach Liebe ist hier auch gleichbedeutend mit der Sehnsucht nach dem Ende des Krieges. Die wahre Sehnsucht ist da und die Charaktere und ihre Darsteller schöpfen ihre Kraft gerade aus dem Gegenteil. So verliert sich die Figur des Bogart in der Einsamkeit, was den Noir-Touch des Films auch ein wenig belebt und aufgrund seiner Bedeutung im Urkontext jedoch weit mehr als ein bloßer Trick ist. Dahinter steckt Kraft. Es gibt den Schein, der bewahrt werden muss, und es gibt auch die Wahrheit.

die Schwere liegt darin Weißes Haus. Ein Ort der verbindet und ein Ort der trennt. Das weckt schmerzhafte und schöne Erinnerungen. Natürlich ist die Zeichnung der Charaktere für ihre Zeit zeitgemäß, aber die Traditionen rechtfertigen keine Beanstandungen, sodass der Film diesen einen Makel nicht ganz ausmerzt. Der Film zeigt die Charaktere jedoch nicht nur in ihrer reinen Liebe, sondern auch in einer schier unendlichen Wahrhaftigkeit, die das Kino selten zu erzeugen vermochte.

Weißes Haus Bewertung
Filmbewertung