Das OutNow Cannes Tagebuch – Tag 7: Shit Day und Yes Day – Neuigkeiten – OutNow

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Das OutNow Cannes Tagebuch – Tag 7: Shit Day und Yes Day – Neuigkeiten – OutNow

Filmfestivals sind manchmal toll und manchmal echt langweilig. Dazwischen liegt nur eine Nacht. Im heutigen Tagebucheintrag haben wir einen guten und einen schlechten Urlaub beschrieben.

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Vier Filme hintereinander in der riesigen, aber unhandlichen „Salle Debussy“ – das ist selbst eingefleischten Festival-Fans zu viel. © OutNow/ebe

Wer mich kennt, weiß, dass ich Filmfestivals liebe. Aber auch ein Festivalbesucher wie ich muss zugeben: Manchmal frage ich mich, was ich hier eigentlich mache, warum ich meine Freizeit für Stress, Schlaflosigkeit und mittelmäßige Filme opfere. Ja, leider gibt es Tage. Aber es gibt auch andere. Das Folgende sind zwei Beispieltage von diesem Filmfestival in Cannes, die den Unterschied zwischen Scheißtag und Ja-Tag am besten veranschaulichen.

Der beschissene Tag: Debussys Wahn

So fängt der beschissene Tag nicht an, ich kann doch ausschlafen. Erstmal ein gemütliches Frühstück, wie Banane und Joghurt. Warum betone ich das? Nun, das wird wichtig sein. Aber eins nach dem anderen.

gehen wir mit Film 1, Korsett um 11:00 Uhr: Anstehen in der sengenden Sommersonne, sodass ich völlig durchgeschwitzt im Salon ankomme. Da ich eher klein bin, habe ich keine große Auswahl an Sitzplätzen und muss mich auf einen der schmalen Balkonsitze im ungeliebten Salle Debussy quetschen. Wie passend ist der erste Film, in dem Kaiserin Sissi in ein enges Korsett schlüpfen muss! Ansonsten ist der Film ziemlich schwierig.

Vorher um 14:00 Uhr im selben Raum Film 2, Flugzeug 75 Fang an, ich habe eine Stunde. Ich überlege, zum Mittagessen auszugehen, entscheide mich aber dagegen. Ein schwerer Fehler, den sonst nur Anfänger machen, wie sich herausstellen wird. Ich stelle mich früh an, um zumindest einen etwas besseren Platz zu ergattern. Der Film geht trotzdem an mir vorbei. Nächste!

Wann Film 3 trifft sich um 17:00 Uhr Der Fremde im Programm Gleicher Ablauf wie beim letzten Film, aber weniger Ruhe. Ich stehe an einem Imbiss an, aber es dauert zu lange. Also kein Essen bei der nächsten Vorführung. Der Film: Ok, aber die langsame Erzählweise ist für meinen jetzigen Zustand nicht geeignet.

zum Film 4, die Nacht des 12 – zurück beim Debussy – um 19:30 Uhr ist die Pause minimal, aber danach sollte es reichen, etwas zu essen. denken! Weil der Film ein Untertitelproblem hat und neu gestartet werden muss. 30 Minuten zu spät. Aaaargh! Und ich habe immer noch nur eine Banane und einen Joghurt im Magen.

Immerhin ist der Thriller von Dominik Moll der erste Film des Tages, der mich wirklich anspricht. Aber wenn es vorbei ist, habe ich keine Zeit, der Crew zu applaudieren, weil ich in der halben Stunde vor dem nächsten Film für einen Burger und ein paar Pommes aus dem Raum eilen muss. Ich habe wirklich keine Lust, aber das ist kurzfristig leider die einzige Option.

Mit Völlegefühl im Magen trinke ich um 22:15 Uhr. Film 5 und so den letzten Film des Tages in Angriff nehmen, und Arnaud Desplechins übertrieben dramatische Streifen machen mir endlich den Rest. Dieser Tag, das muss der Festivalfanatiker in mir zugeben, war eindeutig zu gut. Ich habe auf einem Festival schon sechs Filme an einem Tag bearbeitet; aber die dichte Sequenz hat mich umgebracht, zumal es mit einer Ausnahme alles ziemlich harte Filme waren.

Not My Movie: Szene aus „Frère et Soeur“
Not My Movie: Szene aus „Frère et Soeur“ © Xenix Filmvertrieb GmbH

Bevor ich ins Bett gehe, schwöre ich mir: Ich werde meinen persönlichen Festivalplan genau unter die Lupe nehmen. Und meine Mahlzeiten planen. Es ist mir etwas peinlich, dass mir bei meinem 14. (!) Festival de Cannes so etwas passiert ist.

Der Tag selbst: Dreieck des Glücks

Es ist erst ein paar Stunden her, dass ich nach meinem Tag mit fünf Filmen erschöpft eingeschlafen bin. Und doch wird dieser Tag der bisher beste bei den diesjährigen Filmfestspielen von Cannes.

Beginnt mit Film 1Fantasy-Romanze von George Miller Dreitausend Jahre Sehnsucht. Statt der Debussy-Straße gönne ich mir den gemütlichen Salle Agnès Varda, der bis letztes Jahr noch Salle Soixantième hieß. Im selben Raum sehe ich auch Film 2, den großartigen Beitrag zum Wettbewerb. Himmel Junge über Intrigen in einer ägyptischen Koranschule. Mein neues Lieblingsfest. Spoiler: Es wird nicht lange dauern.

Denn um 19:00 ist er immer noch bei mir Film 3 Einer der Filme auf die ich mich am meisten gefreut habe. Dreieck der Traurigkeit von Ruben Ostlund. Aus seinen früheren Filmen Tourist Y Quadrat Bin ich so etwas wie ein Fan des schwedischen Palmengewinners? Und oh Junge, was soll ich sagen? Östlund bringt die Croisette erneut zum Beben. Sein Film ist „Talk of the Town“. Großartige Satire ist der Grund, warum ich mit einem breiten Lächeln aus dem Kino gehe. Der beschissene Tag ist noch keine 24 Stunden her, aber schon ein langer Weg.

Die Croisette gerockt:
Erschütterte die Croisette: “Dreieck der Traurigkeit” © Fredrik-Wenzel © Plattform

Nach dem Ende des Films noch eine kinofremde Emotion: Der FC Winterthur ist auf dem Vormarsch. Die Verrücktheit! Während wir zum Start in die Salle Bazin sind Film 4, NMR warte, ich aktualisiere den Liveticker jede halbe Sekunde, in der Hoffnung, dass das Spiel endlich endet. Und dann ist es vorbei, der FC Winterthur ist in die Super League aufgestiegen und ich kann das Drama des rumänischen Rassismus glücklich und entspannt verarbeiten.

Nun, der Name des Genres sagt alles: Es ist nicht gerade der ideale Film für den Moment. Mein Kopf ist immer noch voll von Östlund und dem FC Winterthur. Trotzdem ist es ein guter Film.

Unsere Outnow-Delegation lässt den glorreichen Samstag mit einem Bier ausklingen. Ich bin sowohl müde als auch euphorisch. Ich habe vier tolle Filme gesehen, zweimal lecker gegessen und dann ist der FC Winterthur auch noch aufgestiegen. Was möchten Sie sonst noch? Nun, die Schweiz könnte immer noch Eishockey-Weltmeister der Herren werden (übrigens wäre es nicht das erste Mal, dass wir in Cannes Eishockey-Fieber haben). Die Spannung ist immer noch hoch!

Archiv: 75. Filmfestspiele von Cannes 2022

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Simon Eberhard [ebe]

Aufgewachsen mit Indy, Bond und Bud Spencer, hatte Simon seine filmische Offenbarung als Teenager mit Play Me the Song of Death. Er tourt jetzt auf Festivals und genießt sowohl Krawallfilme als auch künstlerische Fürze. Nur wenn jemand einen Film als „radikal“ bezeichnet, verdreht er genervt die Augen.

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