DAVOS/ROUNDUP/IT-Sicherheitsunternehmen: Cyber-Risiken steigen mit Ukraine-Krieg | Nachrichten

Posted on

DAVOS (dpa-AFX) – Mit dem Angriff Russlands auf die Ukraine hat sich nach Einschätzung von Computersicherheitsexperten die hohe Zahl von Cyberangriffen erhöht. „Wir haben nicht nur eine größere Verbreitung von Angriffen während der Pandemie gesehen, sondern auch die mit Angriffen verbundenen Risiken sind mit dem Krieg in der Ukraine gestiegen, da Cyberangriffe ein Kriegsmittel sind“, sagte IT-Sicherheitsexperte Andr Kudelski der dpa. Nachrichtenagentur AFX. Kudelski ist Direktor des Schweizer Computersicherheits- und Verschlüsselungsunternehmens Kudelski Group.

Die Landschaft der IT-Maschinen und -Systeme sei derzeit anfälliger als früher, sagte Kudelski. „Als Folge der Notsituation, die sich aus den Covid-Einschränkungen ergibt, haben viele Organisationen es möglich gemacht, alle Funktionen aus der Ferne auszuführen, selbst die kritischsten“, sagte der Spezialist. „Dadurch hat sich die Angriffsfläche für Cyberkriminelle deutlich vergrößert.“ Vor Ausbruch der Corona-Krise war die Kontrolle der Anlagen meist nur physisch vor Ort anwesenden Experten möglich. Der Einsatz künstlicher Intelligenz erlaube Angreifern auch komplexere Angriffe und mache kleinere Angriffe tendenziell profitabler, sagte Kudelski.

Auch deutsche Versicherer befürchten infolge des Ukraine-Krieges eine Zunahme von Cyberangriffen auf die deutsche Wirtschaft. „Je länger der Krieg in der Ukraine dauert, desto wahrscheinlicher werden Cyberangriffe auf deutsche Unternehmen aus Russland“, sagte Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft, am Dienstag laut Mitteilung. Zuvor hatte das Verlagsnetzwerk Deutschland berichtet.

Bislang konnten die Versicherer seit Kriegsbeginn keine größeren Schäden feststellen, sie nähmen aber deutlich mehr Risiken ein, heißt es. „Es könnte nicht nur gezielte Angriffe auf einzelne Unternehmen geben, sondern auch breitere Angriffe, zum Beispiel mit massenhaftem Versand von Malware per E-Mail“, sagte Asmussen.

Er forderte insbesondere mittelständische Unternehmen auf, ihre IT-Sicherheit weiter zu verbessern. „Der Mittelstand hat das Präventionspotenzial noch lange nicht ausgeschöpft. Angesichts neuer Bedrohungen sollte die IT-Sicherheit heute in allen Unternehmen oberste Priorität haben, denn ein Cyber-Angriff kann die wirtschaftliche Existenz eines Unternehmens in kürzester Zeit zerstören .” Wetter.”

Kudelski sieht ein erfolgreiches Geschäftsmodell für private Hackergruppen vor allem darin, von Staaten geduldet zu werden und im Gegenzug staatlich sanktionierte Angriffe durchzuführen. „Wenn ein Schurkenstaat daran interessiert ist, Geheimnisse zu stehlen, können Hacker ein wirksames Werkzeug sein, um diese Geheimnisse diskret zu erlangen, ohne die Regierung direkt einzubeziehen“, sagte der Experte. Das wirkt oft wie ein rein geschäftlich motivierter Angriff, etwa bei sogenannter Ransomware, bei der der Angreifer wichtige Daten verschlüsselt und erst gegen Zahlung von Geld wieder freigibt.

Hackergruppen seien laut Kudelski oft in einer Art „Franchise“-Modell organisiert. „Menschen finanzieren Cyberangriffe mit ihrem eigenen Geld, sowohl um Geld zu verdienen als auch um ein Ziel zu erreichen, das von einem schurkischen Staat oder Unternehmen gewünscht wird, im Austausch dafür, dass die Behörden ein Auge zudrücken.“ Da Cyberangriffe sehr profitabel sein können, sind Kriminelle auch sehr kreativ bei der Erfindung neuer Geschäftsmodelle./men/DP/nas

Ausgewählte Hebelprodukte der AllianzMit Knockouts können spekulative Anleger überproportional an Kursbewegungen partizipieren. Wählen Sie einfach Ihren gewünschten Hebel aus und wir zeigen Ihnen die passenden offenen Produkte auf Allianz

Der Hebel muss zwischen 2 und 20 liegen

Keine Daten