DDV-Kolumne: Sommerrallye beweist Stresstest | Nachrichten

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Das zeigt sich auch daran, wie unterschiedlich die Einschätzungen der Volkswirte derzeit sind. Die einen rechnen mit einer Erholung, andere beschreiben eine anhaltende Kurskorrektur, wieder andere feiern bereits eine Sommerrallye, während letztere den langen Bärenmarkt im Visier haben.

Fakt ist, dass der Dax mit 14.500 Punkten ziemlich genau in der Mitte zwischen „Best- und Worst-Case“ liegt. Immerhin ist der Markt von fast 16.300 Punkten gestiegen. Im schlimmsten Fall gehen Ökonomen jedoch von mindestens 12.500 Punkten aus. Insofern ist ungewiss, wie es mittelfristig weitergeht und wie nachhaltig die Erholungsphasen sein können.

Wer also in diesen Zeiten den Überblick behalten will, muss gut informiert sein. Dazu gehört natürlich auch, dass Anleger die Grundlagen der eigenen Buchhaltung beherrschen. Gemeint ist damit die klare Struktur und Ausrichtung des eigenen Depots.

Und genau hier unterscheiden sich beratungsaffine Kleinanleger von ambitionierten Tradern. Wer mehrmals am Tag handelt und schnell in Produkte investiert, diese aber kurze Zeit später auch wieder verkauft, für den ist eine nahezu kontinuierliche Beobachtung der Märkte unerlässlich. Unaufmerksamkeit kann für Händler schnell sehr teuer werden. Aufgrund des erhöhten Risikos müssen sie ihre Positionen jederzeit überwachen.

Anders sieht es bei Kunden aus, die sich für eine mittel- oder langfristige Anlage entscheiden. Sie wollen in der Regel keine großen Risiken eingehen und sind eher am Erhalt ihres Vermögens mit der Möglichkeit einer leichten Vermehrung interessiert. Diesen Anlegern wird generell empfohlen, von Zeit zu Zeit einen Blick in ihr Portfolio zu werfen, nicht aber die GuV-Situation ständig zu analysieren und zu hinterfragen. Denn ihnen ist bestenfalls bewusst, dass dies nur den psychischen Druck zu Hause erhöht und nicht unbedingt zu rationalen Entscheidungen führt.

Unabhängig von der Häufigkeit ist es immer sinnvoll festzustellen, ab welcher Kursschwelle jemand einen möglichen Gewinn erzielen oder einen Verlust mitnehmen möchte. Insbesondere kurzfristig orientierte Anleger, die in Optionsscheine oder Knock-Out-Papiere investieren, sollten die Marktentwicklung laufend beobachten, um sich vor unangenehmen Überraschungen zu schützen.

Gerade Trader wissen aus eigener Erfahrung, wie wichtig es ist, nichts dem Zufall zu überlassen, sondern das eigene Portfolio genau im Auge zu behalten. Dadurch können sie sehr schnell auf neue Marktentwicklungen reagieren. Nur so lässt sich ein Rallye-Stresstest vermeiden.

Der Deutsche Derivate Verband (DDV) ist die Branchenvertretung der großen Emittenten strukturierter Wertpapiere in Deutschland.

Der obige Text gibt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wieder. Die finanzen.net GmbH übernimmt keine Haftung für deren Richtigkeit und schließt den Rechtsweg aus.