Der Slasher-Film ist eine blutige Hommage an den Horror der 70er

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Nackte Haut und viel Gewalt

Godard dreht Pornofilm: Der Slasher “X”

The Texas Chainsaw Massacre gilt als einer der einflussreichsten Horrorfilme aller Zeiten. Tobe Hoopers Streifen von 1974 war prägend für das Subgenre „Slasher“, in dem überwiegend junge Männer reihenweise getötet werden.

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Auch aufgrund seiner leicht körnigen visuellen Ästhetik kann “X” als Hommage an Hoopers Werk und ähnliche Filme aus den 1970er Jahren verstanden werden, sexuell explizit oder gewalttätig. „X“ bietet ein bisschen von beidem.

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Die ersten Szenen, in denen Polizisten am Tatort eines Massakers zu sehen sind, lassen bereits erahnen, was die Zuschauer erwartet. 24 Stunden zuvor ist die Welt rund um den Hof noch halbwegs in Ordnung. Das abgelegene Anwesen wird von einer sechsköpfigen Crew betrieben, die dort 1979 mit “The Farmer’s Daughter” eine Art künstlerisch ambitionierten Porno drehen wollen. Jean-Luc Godards Name fällt. Vor allem im neu entstehenden Videomarkt soll der Mix viel Geld verdienen.

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Produzent Wayne (Martin Henderson) ließ den ehemaligen Farmbesitzer Howard (Stephen Ure) bewusst im Unklaren über die Umstände des Aufenthalts, indem er die Pension auf dem Farmgelände buchte. In Sicherheit beginnen Regisseur RJ (Owen Campbell) und sein Ensemble um Stripperin Maxine (Mia Goth). Doch als die gebrechliche Frau des Hofbesitzers die Gruppe bei ihrem Treiben beobachtet, findet das Team bald keine Ruhe mehr.

Regisseur und Autor Ti West, der auch für Produktion und Schnitt verantwortlich ist, hat das ländliche Amerika der späten 1970er-Jahre originalgetreu nachempfunden und nimmt sich mehr Zeit als sonst für das Genre, um seine Charaktere vorzustellen. Manchmal wirken seine Arbeiten auch wie eine Reflexion über das Independent-Kino.

Dazu kommt ein gutes Beispiel für Meta-Humor. RJ möchte nicht, dass seine für den Ton zuständige Freundin Lorraine (Jenna Ortega) plötzlich vor der Kamera agieren will und begründet dies damit, dass dies den Lauf der Geschichte komplett verändern würde. Als Lorraine dann Hitchcocks „Psycho“ als praktisches Beispiel für so etwas anführt, entgegnet er, dass er einen Pornofilm mache, keinen Horrorfilm. Sie befinden sich bereits mitten in einem dieser…

Wenn es jedoch um Schlachten geht, regiert das F-Schema, aber wenn es um Make-up-Kunst geht, ist “X” ein Meisterwerk. Auch auf den zweiten Blick ist kaum zu erkennen, dass die Hauptdarstellerin Mia Goth auch die Bäuerin Pearl imitiert, die von ihren Beobachtungen angespornt wird. So könnte „X“ nicht nur als Retro-Slasher gesehen werden, sondern auch als blutige Version eines Films über die sexuelle Lust im Alter.

“X”, Regie: Ti West, mit Mia Goth, Jenna Ortega, Brittany Snow, Owen Campbell, 106 Minuten, FSK 16

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