Deutschland wird den militärischen Schutz für Litauen erhöhen | Nachrichten

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Rukla (Reuters) – Deutschland wird angesichts einer möglichen russischen Bedrohung den militärischen Schutz für Litauen deutlich erhöhen.

Darauf einigten sich Bundeskanzler Olaf Scholz und der litauische Staatspräsident Gitanas Nauseda am Montag beim Besuch der Kanzlerin in Litauen. Nach Angaben aus Regierungskreisen soll die Präsenz von Bundeswehrsoldaten im Rahmen der sogenannten Enhanced Forward Presence der Nato in Litauen von derzeit 1.000 auf rund 1.500 Soldaten erhöht werden. Dazu gehöre auch der Aufbau einer Führungsstruktur in Litauen, sagte Scholz bei einem Besuch bei in Rukla stationierten Bundeswehrsoldaten.

Insgesamt will Deutschland eine “robuste und kampfbereite” Brigade mit einer Stärke von rund 3.000 Soldaten zum Schutz Litauens einsetzen. Ein großer Teil dieser Brigade wird in Deutschland stationiert, aber dauerhaft für Operationen in dem baltischen Land eingesetzt. Damit soll vor allem eine schnelle Einsatzbereitschaft sichergestellt werden. “Wir werden jeden Zentimeter Nato-Territorium verteidigen”, betonte Scholz.

Im Rahmen der NATO-Mission sind derzeit 1.500 Soldaten aus verschiedenen Ländern im litauischen Rukla stationiert, um das Bündnisgebiet gegen eine mögliche russische Aggression abzusichern. Die Bundeswehr hat derzeit rund 1.000 Beschäftigte und hat die Führungsrolle für das Land inne. Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine am 24. Februar fordern die drei baltischen EU- und NATO-Staaten Litauen, Lettland und Estland zunehmend eine NATO-Truppenaufstockung in ihren Ländern.

„Angesichts des Krieges Russlands gegen die Ukraine, der Jahrzehnte des Friedens in Europa zerstört hat, und der Erkenntnis, dass Russland eine ebenso langfristige militärische Bedrohung ist und bleiben wird wie heute, bekräftigten beide Staatschefs ihr Engagement für die kollektive Verteidigung alle Verbündeten”, heißt es in der gemeinsamen Erklärung von Scholz und Nauseda. Die Nato müsse ihre Strategie “an das sich verändernde Sicherheitsumfeld im euro-atlantischen Raum” anpassen, fügten sie mit Blick auf den Nato-Gipfel Ende Juni hinzu.

Scholz und Nauseda betonten, dass der östliche Teil des Verteidigungsbündnisses weiter gestärkt werden müsse, “um eine glaubwürdige Abschreckung und Verteidigung des Bündnisses zu gewährleisten”. Nach einem Treffen mit den drei baltischen Regierungschefs hatte Scholz bereits zugesagt, Deutschland sei bereit, seine Hilfe für die Brigade aufzustocken.

Mit Blick auf die bisherige Hilfe der Nato-Staaten für die baltischen Staaten forderte Nauseda, die Nato möge ihr Gesamtkonzept “von der Abschreckung zur fortgeschrittenen Verteidigung, von der Bataillonsstreitmacht zur Brigadenstreitmacht und von der Luftüberwachung zur Luftverteidigung” ändern. Die estnische Ministerpräsidentin Kaja Kallas sprach von einer langfristigen Bedrohung durch Russland.

(Berichterstattung von Andreas Rinke; Redaktion von Hans Seidenstcker. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter [email protected] (für Politik und Wirtschaft) oder [email protected] (für Wirtschaft und Märkte) . )