Die Busbranche warnt vor negativen Auswirkungen von 9-Euro-Monatskarten | Nachrichten

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BERLIN (dpa-AFX) – Die private Busbranche warnt vor negativen Auswirkungen der für den Sommer geplanten 9-Euro-Monatskarten vor allem auf Fernbusreisen. Aufgrund seiner bundesweiten Gültigkeit sei das Ticket nicht nur eine Erleichterung für Reisende, sondern auch eine „Fernverkehrspauschale“, erklärte der Bundesverband Deutscher Busunternehmen in einer Stellungnahme vor dem Bundestag. Daher ist damit zu rechnen, dass sich viele Menschen bei der Reiseplanung für das 9-Euro-Ticket und gegen den Fernbus entscheiden werden. „Und das nach mehr als zwei Jahren Corona-bedingter Fluggastausfälle.“

Auch Busvermieter dürften die Konkurrenz durch den 9-Euro-Schein zu spüren bekommen, erklärte der Verband. „Viele Klassenfahrten, Klassenfahrten oder Vereinsfahrten werden nicht mehr mit dem Reisebus durchgeführt, sondern sind so geplant, dass sie auch mit Regionalzügen gefahren werden können.“ Nach einer langen Dürreperiode hätte die Sommer- und Ferienzeit 2022 eine erste Erholung und Normalisierung bringen und für dringend benötigte Einnahmen sorgen können. Dass der 9-Euro-Schein in dieser wichtigen und arbeitsreichen Zeit bundesweit gültig sei, sei „ein großes Risiko für die Branche“.

Nach den Plänen von Bund und Ländern sollen Sondertickets im Juni, Juli und August bundesweit Fahrten im Nah- und Regionalverkehr ermöglichen, und zwar für 9 Euro pro Monat und damit deutlich günstiger als normale Monatstickets. Sie sind wegen der hohen Energiepreise Teil des Hilfspakets der Ampelkoalition. Gleichzeitig soll es als Testangebot mehr Kunden für Busse und Bahnen gewinnen. Der Bund finanziert es, indem er den Ländern 2,5 Milliarden Euro zum Ausgleich der Einnahmeausfälle gibt. Das Gesetz wird in der neuen Woche von Bundestag und Bundesrat besiegelt.

Der Bundesverband Deutscher Busunternehmen erklärte am Montag in der Stellungnahme zur Anhörung im Verkehrsausschuss, dass Fahrgäste insbesondere bei Reisen von Metropolen an die Küste, in Mittelgebirge oder andere touristische Ziele auf den Nahverkehr umsteigen sollten. Jugendliche, Auszubildende, Schüler und Studenten achten besonders auf günstige Mobilitätsangebote. Und auch S-Bahn-Linien im „Fernverkehr“ ermöglichen Verbindungen über Hunderte von Kilometern ohne Umsteigen.

Grundsätzlich begrüßte der Verband, dass durch die Entlastungsmaßnahmen nicht nur der Pfandrabatt, sondern auch die Nutzer des ÖPNV entlastet würden. Damit Busunternehmen nicht durch einbrechende Fahrgelder in Liquiditätsprobleme geraten, muss sichergestellt werden, dass Ausgleichsgelder im Mai vor Beginn des Aktionszeitraums im Juni bei den Unternehmen eintreffen./sam/DP/zb