Die BZ-Filmtipps von „Heinrich Vogeler – Aus dem Leben eines Träumers“ bis „Willi und die Wunderkröte“

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Die BZ-Filmtipps von „Heinrich Vogeler – Aus dem Leben eines Träumers“ bis „Willi und die Wunderkröte“

Von Markus Tschiedert

Wie erwartet schoss das neue Marvel-Abenteuer „Doctor Strange in the Multiverse of Madness“ auf Anhieb auf Platz 1 der deutschen Kinocharts. „Phantastische Tierwesen 3“ wurde auf den zweiten Platz verwiesen, gefolgt von „The Lost City“ mit Sandra Bullock.

Daran dürfte sich auch in der kommenden Woche nicht viel ändern. Denn erst die Filme beginnen, die das Autorenkino bereichern sollen. Mit “Meine furchtbar verwöhnte Familie” gibt es mindestens eine französische Komödie. Das Gesellschaftsdrama „Nico“ kommt aus Berlin und „Heinrich Vogeler“ konfrontiert das Publikum mit einem der bedeutendsten deutschen Maler des letzten Jahrhunderts.

“Heinrich Vogeler – Aus dem Leben eines Träumers” – Ein Berliner im Bann eines Malers

DIE GESCHICHTE: Nachdem der Maler Heinrich Vogeler (Florian Lukas) 1894 in die Künstlerkolonie Worpswede eintrat und seine Martha (Anna Maria Mühe) heiratete, geriet er in eine Schaffenskrise. Erwarten Sie einen neuen Schub, wenn der Erste Weltkrieg ausbricht. Als Soldat erleidet er jedoch ein Trauma und landet in einer psychiatrischen Klinik. Nur die Kommunistin Sonja (Alice Dwyer) kann ihn aus seiner Depression holen. Gemeinsam reisen sie durch die Sowjetunion. Als die Nazis an die Macht kamen, gab es auch für Vogeler kein Zurück mehr.

DIE STERNE: Florian Lukas hat sich mit „Good Bye, Lenin!“ einen Namen gemacht. und “Nordwand”. Seine Rolle als Heinrich Vogeler fesselte den Berliner vollends und entdeckte womöglich auch eine Art Seelenverwandten. Auch Anna Maria Mühe (“Solo für Weiss”) stammt aus Berlin. Auch seine Eltern Jenny Gröllmann (t59) und Ulrich Mühe (t54) waren Schauspieler.

DIREKTOR: Marie Noëlle hatte sich bereits im Kino mit den Persönlichkeiten „Marie Curie“ und „Ludwig II“ und „Dürer“ auseinandergesetzt.

BG-KLASSIFIZIERUNG: Ein Film, der sich anfühlt wie Schulunterricht in Kunst und Geschichte. Denn die immer dramatischer werdende Handlung wird immer wieder von sachlichen Interviews und historischen Einordnungen unterbrochen. Leider führt dies nicht dazu, dass Spielfilm und Dokumentarfilm in einem Stück ausgestrahlt werden (94 Min., ab 12 Jahren kostenlos).

“Meine schrecklich verwöhnte Familie” – Wenn der reiche Vater plötzlich pleite geht

Papst Franziskus (Gérard Jugnot) und sein verwöhnter Sohn

Papst Franziskus (Gérard Jugnot) und sein verwöhnter Sohn Foto: Telepool-Vermietung

DIE GESCHICHTE: Papst Franziskus (Gérard Jugnot) hat es im Leben geschafft. Dafür sorgen seine drei erwachsenen Kinder. Dies ärgert Francis und er beschließt, seine Nachkommen auszutricksen, indem er ihnen sagt, dass er alles verloren hat. Die drei müssen zum ersten Mal ihren Lebensunterhalt verdienen.

DIE STERNE: Gérard Jugnot hat in mehr als 70 Filmen mitgespielt, darunter Roman Polanskis „Der Mieter“ und neben Alain Delon in „Monsieur Klein“. Mit „Die Kinder von Monsieur Mathieu“ feierte der Franzose einen seiner größten Erfolge. Seine Tochter wird von Camille Lou („Marry Me Dude“) gespielt.

DIREKTOR: Nicolas Cuche arbeitete viele Jahre ausschließlich für das französische Fernsehen, bis er mit Luck in the Detours sein Filmdebüt gab.

BG-KLASSIFIZIERUNG: Die Neuverfilmung der mexikanischen Komödie „Deine Kinder des edlen Herrn“ will nicht nur für großes Gelächter sorgen, sondern auch hintergründig sein. Die Schläge gegen Konsumismus und Überheblichkeit sind durchaus wirkungsvoll und machen Spaß (95 Min., ab 6 Jahren kostenlos).

“Bloodsuckers” – Über Russen, Filmemacher und Vampire

Szene von

Szene aus „Blutsauger“ Foto: Grandfilm Distribution

DIE GESCHICHTE: Als der russische Erfolgsregisseur Sergei Eisenstein (Anton Gonopolski) 1928 einen Film über Leo Trotzki drehen soll, geht die Hauptrolle an den Fabrikarbeiter Lyowushka (Alexandre Koberidze). Aber als Trotzki bei Stalin in Ungnade fällt, muss auch Ljowuschka gehen. Er will nach Hollywood und gerät in die Hände eines Vampirs (Lilith Stangenberg).

DIE STERNE: Alexandre Koberidze wurde in Georgien geboren und studierte Regie an der DFFB. Daneben ist er auch als Schauspieler tätig. Lilith Stangenberg wuchs in Kreuzberg auf und wurde durch ihre Hauptrolle in Nicolette Krebitz’ Regiefilm „Wild“ bekannt.

DIREKTOR: Julian Radlmaier studierte an der FU Berlin und der DFFB. Mit seinem Abschlussfilm „Selbstkritik eines bürgerlichen Hubdes“ wurde er mehrfach ausgezeichnet. „Bloodsuckers“ wurde auf der Berlinale 2021 präsentiert.

BG-KLASSIFIZIERUNG: “Eine marxistische Vampirkomödie” ist der Untertitel, damit jeder weiß, womit Sie es zu tun haben. Ein lustiger, aber manchmal unausgereifter deutscher Film, dem historische Genauigkeit egal ist (128 Min., ab 12 Jahren kostenlos).

Der besondere Film: “Nico”

Nico (Sara Fazilat) schlägt zurück

Nico (Sara Fazilat) schlägt zurück Foto: UCM One Rental

DIE GESCHICHTE: Nico (Sara Fazilat) arbeitet in Berlin als allseits beliebte Altenpflegerin. Bis er Opfer eines rassistischen Angriffs wird. Das schockierende Erlebnis wirft Nico aus der Bahn. Erst als sie sich auf Karate-Kampfsport einlässt, gewinnt sie ihr Selbstvertrauen zurück.

DIE STERNE: Sara Fazilat wurde in Teheran geboren und wuchs in Bremen auf. Seit 2011 lebt er in Berlin und spielte zusammen mit Katja Riemann („HERRliche Zeiten“) und Uwe Ochsenknecht („Die Drei von der Müllabfuhr“). Ihre beste Freundin im Film wird von Javeh Asefdjah (“Last Sour Berlin”) gespielt.

DIREKTOR: Nach einigen Kurzfilmen („Holly“) präsentiert die in Berlin lebende Eline Gehring mit „Nico“ ihren ersten Spielfilm, der zugleich ihr Abschlussfilm an der DFFB ist.

BG-ERGEBNIS: Ein Film wie aus dem Leben gegriffen. Berlin ist heute besonders authentisch. Rau und liebenswert zugleich mit einer Geschichte, die schockiert und bewegt (79 Min., 12+).

Kinderfilm: “Willi und die Wunderkröte”

Willi lernt die wunderbare Welt der Amphibien kennen

Willi lernt die wunderbare Welt der Amphibien kennen Foto: Majestätische Vermietung

DIE GESCHICHTE: Diesmal landet Willi (Willi Weitzel) in der wunderbaren Welt der Amphibien. Entdecken Sie eine Vielzahl verschiedener Frösche, die vom Aussterben bedroht sind. Währenddessen sieht die kleine Luna (Ellis Drews), wie ihr kleiner Teich vor ihrer Haustür dem Erdboden gleichgemacht wird. Was tun mit geretteten Fröschen?

DIE STERNE: Bereits 2002 begeisterte Willi Weitzel mit „Willi will wissen“ junge Zuschauer. 2008 folgte mit „Willi und die Wunder dieser Welt“ sein erster Kinobesuch. Im neuen Film tritt Suzanne von Borsody (“Hanni & Nanni”) auch als Lunas Großmutter auf.

DIREKTOR: Markus Dietsch hat sich bereits mit „Die unsichtbare Sue“ und „Sputnik“ auf Kinderkino spezialisiert.

BG-KLASSIFIZIERUNG: Neben einem spannenden Plot in Spielfilmlänge werden wieder viele interessante Informationen vermittelt. Aber auf eine fröhliche Art, damit nicht nur das junge Publikum, sondern auch die älteren viel lernen können (90 Min., frei ab 0).

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