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Wenn ein Film mit Blade Runner verglichen wird, gibt es eine Erwartung, die damit einhergeht. Man erwartet stilistische Brillanz und dystopischen Tiefgang, aber beides lässt Guy Moshes Sci-Fi-Drama LX 2048, das kürzlich auf DVD und BluRay erschienen ist, vermissen.

von Christian Klosz

„Im Jahr 2048 ist die Sonnenstrahlung tödlich und es gibt tagsüber kein Leben außerhalb von geschützten Häusern. Die meisten Menschen flüchten sich in virtuelle Welten. Pater Adam ist todkrank. Ein Klon wird bald per Gesetz seinen Platz einnehmen. Adam sucht verzweifelt nach Lösungen, bevor er von seiner eigenen Verbesserung ersetzt wird, die dann seine Kinder großzieht.” Hinzu kommt, dass Adams (James D’Arcy) Ehe mit seiner Frau Reena (Anna Brewster) in die Brüche gegangen ist, er läuft davon und beruflich Sorgen und Zukunftsängste in einer virtuellen Beziehung mit der fiktiven Maria, die ihre Ehe schließlich auf eine harte Probe stellt. Und dann ist da noch der Programmierer Donald Stone, dessen Auftritt im Film offenbar nur dem Verdienst seines Schauspielers Delroy dient Lindo.

Mit dem stilistischen Hochglanz klappt es bei “LX 2048” überhaupt nicht, denn manchmal hat man das Gefühl, ein unfertiges Filmmanuskript vor sich zu haben. Dieser Eindruck wird dadurch verstärkt, dass es dem Regisseur und Drehbuchautor Moshe nie gelingt, seine zweifellos vorhandenen Ideen in einen stimmigen und stimmigen Gesamtzusammenhang zu bringen. Mit dem dystopische Tiefe so ganz kommt es also auch nicht, obwohl der film mehr unter seiner (technischen) umsetzung leidet als unter der durchaus ansprechenden grundidee.

Fazit

Am Ende ist „LX 2048“ ein ziemlich zahnloser dystopischer Entwurf, der relevante Themen (KI, Klimawandel, soziale Krise, sozialer Rückzug …) richtig erkennt und kreativ angehen will, aber zu kurz kommt: viele interessante Ansätze sind wenig durchdacht oder machen einfach keinen Sinn, und die visuelle, szenische und auch dramaturgische Umsetzung offenbart so viele Schwächen, dass nicht einmal das hier angewandte Etikett „Independent-Kino“ sie mit Charme zu überspielen vermag.

Der Film hätte Potenzial und man ertappt sich dabei, wieder auf den „Play“-Knopf zu drücken, obwohl man eigentlich alles aufgeben wollte, weil man wissen wollte, wie die Geschichte am Ende ausgeht. Aber für sein nächstes Projekt braucht Guy Moshe einen talentierten und versierten Drehbuchleiter, Regisseur und Kameramann. Ab 6.5. auf DVD, BluRay und als VOD.

Bewertung



















































Bewertung: 5 von 10.

(51/100)