Ein Film über mutige Pioniere

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Aus: Alexandra Anderska

Auseinander ziehen

Aus eigener Erfahrung zur Rolle der Frau in der Politik: Prof. Ursula Männle, Staatsministerin a. D., und Ulrike Scharf, Staatsministerin für Familie, Soziales und Arbeit, nach dem Film im Cineplex.
Aus eigener Erfahrung zur Rolle der Frau in der Politik: Prof. Ursula Männle, Staatsministerin a. D., und Ulrike Scharf, Staatsministerin für Familie, Soziales und Arbeit, nach dem Film im Cineplex. © Alexandra Anderska

Erding – Die Hanns-Seidel-Stiftung zeigt im Cineplex den Dokumentarfilm „Die Unbeschränktheit“, einen Film über Frauen in der Politik. Anschließend diskutierte das Publikum mit Prof. Ursula Männle, Staatsministerin a. D., und Ulrike Scharf, Staatsministerin für Familie, Soziales und Arbeit. Die Herzog-Tassilo-Realschule hatte das Thema bereits am Vormittag angeschnitten.

„Ich bin der Meinung, dass es in der aktiven Politik ohne die Vermittlung von Frauen absolut nicht geht, weil Männer einen starken Hang zum Kampf und Frauen einen ebenso starken Hang zur Versöhnung haben.“ Mit diesem Zitat von Marie-Elisabeth Lüders, der ersten weiblichen Bundesabgeordneten von 1953 bis 1961, beginnt der Dokumentarfilm „Die Ungebeugten“, zu dem die Hanns-Seidel-Stiftung am Montagabend das Kino Cineplex eingeladen hatte. Unter den Gästen war Prof. Ursula Männle, ehemalige Staatsministerin. D, die selbst im Film mitspielte, und Ulrike Scharf, Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales.

Im Anschluss an die Vorführung diskutierte das Publikum über die Rolle und Gleichbehandlung von Frauen in der Politik, moderiert von Margarethe Stadlbauer von der Hanns-Seidel-Stiftung.

Männle und Stadlbauer waren bereits am Vormittag zusammen mit Sabine Trettenbacher, der Gleichstellungsbeauftragten des Kreises Erding, in der Herzog-Tassilo-Realschule, um Fragen von 10. Klassen zu beantworten, die den Film bereits gesehen hatten.

Politikerinnen wurden von ihren männlichen Kollegen gehänselt

Trotz der milden Temperaturen an diesem Frühlingsnachmittag war das Kino sehr voll, überwiegend Frauen, aber auch einige Männer waren unter den Zuschauern.

Die Dokumentation „Die Unbeugsamkeit“ erzählt von Frauen, die gegen viele Widerstände Politikerinnen wurden und sich in der „Männerrepublik“ Bonn Gehör verschafften. Regisseur Torsten Körner porträtiert Politiker aller Parteien, darunter Herta Däubler-Gmelin, Christa Nickels und Rita Süssmuth. Dazu stellt er sie vor die Kamera, verwendet aber auch Filmmaterial aus dem Archiv zu zentralen Debatten wie dem Misstrauensantrag gegen Bundeskanzler Helmut Schmidt, dem Nato-Zweiwegbeschluss (1983) oder der Wehrmachtsausstellung ( 1997). ). Er berichtet, wie damals Politikerinnen verspottet, herabgesetzt und sexuell belästigt wurden.

Allerdings passt der Film nicht in die Kategorie „#MeToo“. Es zeigt noch mehr: charismatische Frauen mit viel Mut, Energie und Entschlossenheit, aber auch Witz, Humor und Empathie. Eine von ihnen ist Professorin Ursula Männle.

Lengdorfs Claus Langheinrich bezeichnete den Film als „eine Lehre aus dem, was in den letzten Jahren passiert ist“ und erinnerte auch in anderen Bereichen an viele starke Frauen.

Auch Steffi Irmscher-Grothen, Leiterin des Frauenhauses Erding, zeigte sich beeindruckt von der Leistung der Politik, die ihr noch unverständlicher machte, warum die Förderung des Frauenhauses gestrichen wurde. Drei Millionen Euro seien in Bayern geflossen, sagte Staatsministerin Scharf, aber sie hatte Recht: “Wir brauchen noch viel mehr.”

Die Quote ist eine schreckliche Krücke, aber sie hilft Frauen, sich zu beweisen.

Männle und Scharf betonten im Gespräch, dass alles Erkämpfte auch erhalten bleiben müsse, und ließen oft das Wort Frauenquote fallen, was wiederum Lisa Schiesser (28) aus Erding verärgerte: „Es geht mehr ums Anständigsein, nicht ums Frauenrecht“. bevorzugt werden“. Männle stimmte zu: „Als ich in die Politik kam, da war ich ganz Ihrer Meinung. Alles, was mit einer Quote zu tun hat, wertet den Amtsinhaber ab.“ Doch er habe aus Erfahrung gelernt, dass – „vor allem im politischen Bereich“ – Leistung oft nicht entscheidend sei. „Listen werden von Kreisen oder Verbänden erstellt“, monierte er. “Die Quote ist eine schreckliche Krücke, aber sie hilft, Frauen eine Chance zu geben, sich zu beweisen.”

Auf Nachfrage erwähnte Männle erneut den Vormittag in der Realschule. Der 78-Jährige zeigte sich beeindruckt: „Gerade junge Männer stellten ernsthafte Fragen und konnten gar nicht glauben, welche Rolle Frauen in der Politik vor nicht allzu langer Zeit spielten.“

Viele waren sehr sensibel für dieses Thema. „Es kommt auch auf die Mütter an. Die Bildung unserer Generation zahlt sich vielleicht schon aus“, sagt Monika Poppel aus Moosinnig, selbst dreifache Mutter.