Ein Leben im Zeichen von Kino und Theater: Karlheinz Bernert wird 90

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Eilenburg: Ein Leben für Film und Theater – Karlheinz Bernert wird 90

Eilenburg.“Das ist es: Film 0.” Karlheinz Bernert hält stolz eine DVD mit weißem Cover. Sie trägt den Titel „Unsere Produkte auf der Leipziger Frühjahrsmesse 1958“. Irgendwie und irgendwann geriet der achtminütige Historienstreifen in den Hintergrund der Eilenburg-Story. Es wurde nun digitalisiert und stellt den Beginn der Geschichte des Amateurkinos in Eilenburg dar. Das war vor 64 Jahren. Mehr als sechs Jahrzehnte gehören zum Leben von Karlheinz Bernert und der Muldenstadt. An diesem Sonntag wird der leidenschaftliche Filmemacher und Theatermacher 90 Jahre alt.

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Das Theaterleben hat ihn schon immer fasziniert.

Als Karl-Heinz Bernert, der aus Breslau stammte und 1946 mit seiner Familie nach Halle ausgewiesen wurde, im August 1954 an einem grauen und regnerischen Tag in Eilenburg ankam, um als Ingenieur im Chemiewerk zu arbeiten, wollte er sofort wieder weg möglich. Er blieb, auch aus Liebe. Der promovierte Chemiker lebt nun seit 68 Jahren hier. Kino und Theater passten schon immer zu Karlheinz Bernert. In gewisser Weise ist es auch Zufall, dass beide Branchen Ihr Leben so sehr prägen. Als ich 1954 nach der Arbeit im Clubhaus der ECW ein Bier trank, “probte Drama Circle. Sie fragten mich, ob ich dabei sein wollte.” Er wollte. Ehe er sich versah, war er der Boss. Das Ganze wurde nicht wirklich zu einem erfolgreichen Projekt. Doch statt aufzugeben, wurden neue Ideen entwickelt, um Kindern und Jugendlichen eine Bühne zu geben. Gemeinsam mit Liesel Jannis, Wolfgang Frenzel und Gerd Goldschmidt gründete Bernert 1961 das Kindertheater. Erste Premiere: Dezember 1962. Über den kleinen Star, der sich nicht verkleiden wollte. Der Beginn einer Vielzahl von Märchenpremieren, fast jedes Jahr gab es ein neues Stück. Karlheinz Bernert stand 47 Jahre an der Spitze, schied 2008 aus der zweiten Reihe aus, verfolgen Sie das Geschehen, an dem auch Nadine Fritzsche und ihre Tochter Ilka Sylvester beteiligt sind.

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Karlheinz Bernert dreht weiterhin mit seinen Kollegen Filme

Im Laufe der Jahre sind Filme ein zweites Hobby geworden. 1958 gründete er zusammen mit Lothar Lietz die AG Foto und Film, die nach der Wiedervereinigung zur Amateurfilmgemeinschaft Eilenburgs wurde. In ihrer Freizeit drehten die Mitglieder Kurzfilme über die Produkte und die Arbeit des Chemiewerks. 1961 produzierten sie ihren ersten größeren 16-mm-Farbfilm „1000 Jahre Eilenburg“. Ein Fixpunkt waren auch die Eilenburger Amateurfilmtage, die 2019 zum 20. Mal stattfanden. Einer seiner über 80 Filme, „Der letzte Hochofen“, der sich mit der Gewinnung von Holzkohle in der Dübener Heide befasste, war sogar dabei Ausstrahlung 1986 in der Abendshow des DDR-Fernsehens.

Dutzende Theaterstücke und Tausende Filmminuten später ist Karlheinz Bernert nicht mittendrin, aber er ist immer noch da. „Er widmet sich einfach mit Leib und Seele der Film- und Theaterkunst“, sagt Filmfreund Peter Paschke. halt? nicht „Was glauben Sie, würden Ihre Kollegen dazu sagen?“, scherzt Bernert. “Das ist mein Sohn, lass ihn nicht einfach im Stich.” Mit Männern wie Gerhard Lenke, Gerd Spindler und Paschke verbringt er viel Zeit mit Filmarbeit, Dreharbeiten, Musik, Schnitt und immer wieder mit Gesprächen. “Da kann er sehr energisch sein”, sagen die Kollegen, aber mit Respekt.

Das nächste Projekt steht an. Im Juni darf das Amateurtheater mit Baba Jaga endlich wieder eine Premiere veranstalten – die Männer aus dem Film sind mit Kameras dabei. Arbeit gibt es schon genug. „Vor zwei Jahren haben wir begonnen, ein Archiv aufzubauen. Die Digitalisierung ist abgeschlossen“, sagt Spindler. Ihre Erfahrungen geben sie gerne weiter, auch an jüngere Stakeholder. Sie sind jeden Mittwoch in der AfG-Zentrale in der Dr.-Belian-Straße 3 zu finden.

Aber dieser Sonntag ist zum Feiern da. Die Familie hat für diesen Tag die Leitung übernommen.

Von Kathrin Kabelitz