Ende einer Ära: Historischer Viehmarkt schließt in Buenos Aires | Nachrichten

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BUENOS AIRES (dpa-AFX) – Auf dem Viehmarkt des Mercado de Liniers in Buenos Aires ist nach 122 Jahren zum letzten Mal der Hammer gefallen. Am Freitag wurden auf dem 34 Hektar großen Grundstück im Stadtteil Mataderos im Herzen der argentinischen Hauptstadt erneut Rinder und Kälber versteigert, bevor der Markt für immer seine Pforten schließt. Ab nächster Woche werden die Tiere auf dem neuen Viehmarkt in Caulas am Stadtrand verkauft. „Das hat viele operative Vorteile“, sagte Marktleiter Oscar Subarroca.

Der Mercado de Liniers wurde 1900 eröffnet. In seiner Blütezeit wurden täglich 30.000 Rinder auf einem der größten Rindermärkte der Welt verkauft. In jüngerer Zeit war es jedoch nur noch dreimal pro Woche geöffnet, mit durchschnittlich 7.000 verkauften Rindern pro Tag. Obwohl heute viel mehr Tiere direkt von den Farmen an die Schlachthöfe verkauft werden, bestimmt der traditionelle Markt weiterhin den Referenzpreis für argentinisches Rindfleisch.

Heute wirkt der Markt unter freiem Himmel etwas altmodisch: Rinder werden angeliefert, von Gauchos zu Pferd vor die Tore getrieben, Käufer stehen auf Laufstegen über den Pferchen und bieten ihre Tiere unter Beifall an. Der Liniers Market repräsentiert seit jeher ein Stück traditionelle Gaucho-Kultur inmitten der modernen Metropole Buenos Aires.

Die Maßnahme wurde 2007 beschlossen, aber mehrfach verschoben. Nachbarn hatten sich zunehmend über den Verkehr beschwert. „Jeden Tag kamen 300 bis 400 Viehtreiber aus der Umgebung in die Stadt, wo sie das Vieh verkauften, verluden und aus der Stadt zu den Schlachthöfen brachten“, sagte der Viehzüchter Carlos Colombo dem Fernsehen. “Das macht keinen Sinn.”

Die Viehzucht hat Argentinien einst reich gemacht und ist bis heute ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Rund 53 Millionen Rinder weiden auf den Weiden der Pampa. Argentinier essen immer weniger Rindfleisch, liegen aber mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von 47,7 Kilo pro Jahr immer noch an der Spitze vor Uruguay, den USA und Brasilien.

Zudem spült die Tierhaltung dringend benötigte Devisen in die knappe Staatskasse: Rindfleisch macht etwa fünf Prozent der gesamten Exporte Argentiniens aus. Im vergangenen Jahr verkauften argentinische Viehzüchter Rindfleisch im Wert von ungefähr 2,8 Milliarden Dollar ins Ausland. Hauptabnehmer sind China, Israel, Chile und Deutschland./dde/DP/jha