EZB: Krypto-Assets breiten sich aus, könnten Stabilität gefährden | Nachrichten

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Von Hans Bentzian

FRANKFURT (Dow Jones)–Die Art und das Volumen von Krypto-Assets haben sich in letzter Zeit so schnell entwickelt, dass sie laut der Europäischen Zentralbank (EZB) ein Risiko für die Finanzstabilität darzustellen drohen. In ihrem neusten Financial Stability Report weist die EZB darauf hin, dass die Verbindungen zwischen der Welt der Kryptowährungen mit ihren Bitcoins, Stablecoins und dezentralen Finanztransaktionen (Defi) noch begrenzt sind, aber in letzter Zeit stark zugenommen haben.

„Anleger konnten den Rückgang der Marktkapitalisierung von unbesicherten Kryptoanlagen um 1,3 Billionen Euro seit November 2021 verkraften, ohne die Finanzstabilität zu gefährden“, schreibt die EZB, fügt aber hinzu: „Bei diesem Tempo wird ein Punkt erreicht, an dem unbesicherte Kryptoanlagen Vermögenswerte stellen ein Risiko für die Finanzstabilität dar.”

Laut EZB hat die Nachfrage nach Krypto-Assets seitens institutioneller Investoren zugenommen. Sie verweist auf eine Umfrage von Fidelity Digital Assets aus dem Jahr 2021, die ergab, dass 56 Prozent der befragten europäischen institutionellen Anleger in gewissem Maße digitale Vermögenswerte hielten, und die Tendenz ist steigend. 2020 waren es 45 Prozent. Einer der Gründe dafür könnte laut EZB darin liegen, dass die von den Behörden ergriffenen Maßnahmen als Unterstützung von Krypto-Assets interpretiert wurden, obwohl letztere noch weitgehend unreguliert sind.

Die EZB stellt fest, dass beispielsweise deutsche Investmentfonds seit Juli 2021 bis zu 20 Prozent ihrer Bestände in Krypto-Assets investieren dürfen. Dazu trägt die zunehmende Verfügbarkeit von Krypto-Derivaten und Wertpapieren an geregelten Börsen wie Futures bei. börsengehandelte Schuldverschreibungen, börsengehandelte Fonds und außerbörslich gehandelte Treuhandfonds, die in den letzten Jahren in Europa und den USA an Popularität gewonnen haben.

„Diese Produkte haben zusammen mit Clearing-Einrichtungen den Zugang zu Krypto-Assets für Anleger erleichtert, da sie an traditionellen Börsen gehandelt werden können und sich der Endnutzer nicht mehr mit komplexen Fragen der Verwahrung und Aufbewahrung auseinandersetzen muss“, stellt die EZB fest. Die europäische Krypto-Asset-Landschaft ist jedoch immer noch relativ begrenzt und beherbergt nur 20 Prozent der weltweiten Krypto-Asset-Pools in Bezug auf ihren Hauptsitz.

Laut EZB stellen Kleinanleger einen bedeutenden Teil der Krypto-Investorenbasis dar. Jüngste Ergebnisse der EZB-Umfrage zu Verbrauchererwartungen für sechs große Länder der Eurozone deuten auf der Grundlage experimenteller Fragen darauf hin, dass bis zu 10 Prozent der Haushalte Krypto-Vermögenswerte besitzen könnten.

Die EZB warnt: „Die Krypto-Anlagemärkte zeigen derzeit alle Anzeichen eines aufkommenden Finanzstabilitätsrisikos.“ Daher ist es von entscheidender Bedeutung, dass Regulierungs- und Aufsichtsbehörden die Entwicklungen genau beobachten und regulatorische Lücken oder Arbitragemöglichkeiten schließen.

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DJG/Zimmer/Zim

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24. Mai 2022 08:39 ET (12:39 GMT)