Filesharing und Streaming: Was ist illegal?

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Viele Eltern sind technisch überfordert, wenn es darum geht herauszufinden, was ihre Kinder im Internet machen. Beim Teilen von Inhalten kann es schnell kompliziert werden. Das Magazin „Finanztest“ hat in seiner aktuellen Ausgabe noch einmal einige grundsätzliche Fragen rund um Dateiübertragung und -freigabe geklärt.

Was ist der technische Unterschied zwischen Filesharing und Streaming?

Streaming ist klassisch Netflix schauen oder Spotify hören. Man klickt auf einen Film oder ein Musikstück und der Inhalt wird sozusagen vom Server des Anbieters abgespielt und nicht auf dem heimischen Rechner gespeichert. Filesharing hingegen bedeutet, dass Sie Dateien mit anderen Nutzern auf einer Sharing-Plattform austauschen oder teilen (der bekannteste Dienst ist BitTorent).

Das Tückische daran: Wer einen Film oder ein Album herunterlädt, bietet diese Inhalte gleichzeitig auch anderen Nutzern an, oft ohne es zu wissen, wie Eugénie Zobel von „Finanztest“ erklärt. Daher lautet eine gängige Aussage von Eltern: „Mein Kind lädt nur herunter, bietet nicht an“, was im Allgemeinen nicht zutrifft.

Was ist während der Sendung nicht erlaubt?

Wenn Sie einen Dienst wie Netflix, Amazon oder Disney+ abonniert haben, sind Sie sowieso auf der sicheren Seite, zumindest solange Sie Ihren Zugang (also Benutzername und Passwort) nicht mit anderen außerhalb Ihres Haushalts teilen. im Gegenteil. . zu den Nutzungsbedingungen. Neben Abo-Diensten gibt es nach wie vor Portale, die illegale Filme und Serien anbieten. Laut dem Kopierschutzdienst Muso, der diesen Markt regelmäßig untersucht, waren diese Portale während der Pandemie noch stärker gefragt.

Sie können in Schwierigkeiten geraten, wenn Sie urheberrechtlich geschützte Inhalte anzeigen. Ein Hinweis darauf, dass ein Film oder eine Serie illegal angesehen wird, ist, dass der Inhalt gerade in Kinos oder bei einem kostenpflichtigen Dienst veröffentlicht wurde. Grundregel: Je aktueller, desto illegaler!

Filesharing ist tendenziell illegal

Wer einen Filesharing-Dienst wie BitTorrent nutzt, um von dort auf urheberrechtlich geschützte Inhalte zuzugreifen, handelt illegal. Das Herunterladen ist untersagt und kann bereits zu einer Abmahnung durch Rechteinhaber oder deren Anwälte führen. Gleiches gilt beispielsweise für das Anbieten eines Kinofilms, der, wie oben beschrieben, häufig ohne Ihr Zutun parallel läuft.

Und genau das ist das „größte“ Verbrechen, denn es fördert die illegale Verbreitung von Inhalten. Daher fokussieren sich viele Anwälte auf das Angebot, was auch zu höheren monetären Forderungen bei Abmahnungen führt. Übrigens ist es beispielsweise auch untersagt, eine CD hochzuladen und anzubieten, die man bei einem Sharing-Dienst gekauft hat.

Eltern haften (bedingt) für ihre Kinder

Wenn minderjährige Kinder beim Streamen oder Teilen von Dateien Urheberrechte verletzen, kommt es zu einem Rechtsstreit mit den Eltern. Sie sind jedoch nicht verantwortlich für die Rechtsverletzungen ihrer Kinder im Internet, solange sie ihrer Aufsichtspflicht nachgekommen sind. Sie müssen ihren Kindern also genau erklären, was illegal ist und welche rechtlichen Konsequenzen das haben kann. Allerdings muss nicht ständig überwacht werden, was die Sprösslinge auf ihren Handys und Computern machen.

Die Anschlussbetreiber sind nicht verantwortlich.

Wer einen Internetanschluss betreibt und anderen Personen erlaubt, sich darin zu bewegen (z. B. per WLAN), ist für dessen Rechtsverstöße nicht verantwortlich. Ein Anwaltsschreiben endet zunächst an der Adresse, wo der Internetanschluss gemeldet wird. Wenn Sie selbst mit der Tat nichts zu tun hatten, müssen Sie beispielsweise nachweisen, dass Sie zum maßgeblichen Zeitpunkt nicht zu Hause waren.

Aber das reicht nicht, um “den Kopf vom Seil zu bekommen”. Außerdem muss die Person genannt werden, der der Verstoß vorgeworfen wird. Rechtsanwälte bezeichnen dies als sekundäre Beweislast, also müssen Sie helfen, den Schuldigen zu finden.

Wie reagiert man richtig auf eine Abmahnung?

Auf keinen Fall sollte man ein solches Schreiben ignorieren, so „Finanztest“. Wichtig ist, rechtzeitig zu reagieren, sonst kann die Gegenpartei eine einstweilige Verfügung erwirken und dann wird es noch teurer. Ob die Abmahnung berechtigt oder die Summe zu hoch ist, kann man als Nichtjurist meist nicht beurteilen.

Top-Tipp also: Wenden Sie sich an einen Anwalt und lassen Sie sich zumindest eine (oft kostenlose) Erstberatung geben. Wenn Sie den Anwalt dann mit der Verfolgung des Falls beauftragen, müssen Sie einem Pauschalhonorar zustimmen.