Filmfest Emden-Norderney feiert „ein bisschen Normalität“ | NDR.de – Kultur

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Filmfest Emden-Norderney feiert „ein bisschen Normalität“ |  NDR.de – Kultur

Stand: 09.06.2022 08:25 Uhr

Eröffnet wurde das Filmfest Emden-Norderney mit dem französischen Gesellschaftsdrama „Just Like Real Life“. Bis zum 15. Juni finden 170 Filmveranstaltungen statt und die Schauspielerin Meret Becker wird geehrt.

von Kristin Hünfeld

Das französische Sozialdrama „Wie im wahren Leben“ eröffnete die 32. Ausgabe der Filmfest Emden-Norderney. In dem Film unter der Regie von Emmanuel Carrère spielt die Oscar-Preisträgerin Juliette Binoche eine bekannte Schriftstellerin, die heimlich als Putzfrau anfängt, um ein Buch über schlechte Arbeitsbedingungen in Frankreich zu schreiben. Sie spielt eine Pariser Schriftstellerin, die für die Recherche für ihr neues Buch verdeckt als Putzfrau auf der Fähre von England angeheuert wird und in der Hafenstadt Ouistreham in der Normandie lebt.

Filmszene mit Juliette Binoche "Wie im wirklichen Leben" von Neue Visionen Film Distribution © Neue Visionen Film Distribution

Der Eröffnungsfilm „Just Like Real Life“ mit Juliette Binoche kommt Ende Juni in die Kinos.

Alle anderen Rollen werden von Laien besetzt. Evelyne Porée, die Leiterin der Putzkolonne im Film, und Hélène Lambert, die neben Binoche die zweite Hauptrolle spielt, haben eigene Erfahrungen mit prekären Putzjobs. „Wir freuen uns sehr, im Namen des gesamten Teams hier zu sein. Wir hoffen, dass dieser Film mehr Bewusstsein für schlechte Arbeitsbedingungen und niedrige Löhne schafft und dass Reinigungskräfte mehr Anerkennung und Wertschätzung erhalten. Wir lehren unsere Kinder, das Haben zu respektieren.“ andere Leute.”

Publikum im Kino beim Filmfest Emden Norderney © Mohssen Assanimoghaddam/dpa +++ dpa-Bildfunk Foto: Mohssen Assanimoghaddam

AUDIO: Filmfest Emden-Norderney startete in ausverkauften Kinos (5 min)

Spannender Auftakt der Filmfestspiele Emden-Norderney

Es war wie in den Jahren zuvor eine erste Nacht. Lange Schlangen am Eingang, dichtes Gedränge in der Lobby und auf den Treppen. Für Filmfest-Geschäftsführerin Nora Dreyer ist es „ein absoluter Rausch. Die Säle sind voll, alle drei Säle ausverkauft, beim Norderneyer Kurtheater ist es ähnlich.“

Auch Festivaldirektor Rolf Eckard, der das Festival einst gegründet hat und maßgeblich für das Programm verantwortlich ist, freut sich: „Natürlich sind wir vorsichtig und achten auf Veranstaltungen, bei denen man mit einem Glas in der Hand rumläuft, aber wir feiern ein bisschen wieder Normalität.”

Veränderter Fokus: viele französische Filme im Programm

Das Festival hat in den letzten Jahren seinen Fokus ein wenig verändert: Während früher britische und irische Neuproduktionen stark vertreten waren, gibt es jetzt auch viele französische Filme. „Hier haben mehrere Franzosen gewonnen“, erklärt Eckard den Wechsel. Das habe „es für französische Filmemacher interessant gemacht, ihre Filme in Emden zu präsentieren und dass wir deutlich mehr Einreichungen aus Frankreich als aus Großbritannien bekommen“.

Der Eröffnungsfilm kommt Ende Juni in die deutschen Kinos; das ist auch eine Entwicklung, die man seit einiger Zeit beim Emder Filmfest beobachten kann. In diesem Jahr hat bereits ein Fünftel der Spielfilme im Wettbewerb einen deutschen Verleih und einen geplanten Starttermin in den Kinos. „Wir achten natürlich darauf, dass wir viele Filme im Programm haben, die noch nicht in Deutschland vertrieben werden.“ Diese konnten in Emden für das deutsche Kino entdeckt werden.

Fünf Jahre Arbeit an der britischen Dokumentation „Finite – Climate of Change“

Wenn ihm das passieren würde, wäre Rich Felgate sehr glücklich. Für seine Dokumentation „Endlich – Klima des Wandels“ begleitete der 29-jährige Brite Aktivisten im Nordosten Englands und im Hambacher Forst bei ihren Protesten gegen Kohleabbau und Abholzung und lebte monatelang in Zelten. „Es fühlt sich ein bisschen unwirklich an, jetzt hier zu sein. Ich habe fünf Jahre lang mit sehr wenig Geld an dem Film gearbeitet. Ich hoffe, es wird wütend machen, aber ich hoffe auch, dass wir uns ihnen entgegenstellen und unsere Zukunft zerstören werden, wenn wir gemeinsam handeln .”

Zukunftsthemen spielen im Festival eine wichtige Rolle

Viele Filme beschäftigen sich mit Zukunftsthemen, wie Festivalleiter Rolf Eckard sie nennt, mit dem Kampf gegen den Klimawandel, gegen Ungerechtigkeit und für eine bessere Welt. Aber auch von kleinen persönlichen Geschichten, wie Freundschaft, Eifersucht und Liebe oder der Suche nach dem eigenen Platz im Leben. Dafür reisen Besucher von weiter her nach Emden, wie diese Stammgäste aus Brühl bei Köln und aus Oldenburg: „Ich bin noch nie von Filmen enttäuscht worden. Emden ist ein tolles Festival, es ist ein Festival, wo man Regisseure treffen kann, wo man kann Schauspieler sehen. Kino pur für eine Woche!”

Meret Becker erhält den Emder-Preis für Interpretation

Mehr als 70 Spiel- und Kurzfilme sind bis zum 15. Juni auf dem Festival zu sehen, viele davon erstmals in Deutschland, einige auch als Weltpremieren. Wie immer kommen viele Filmemacher. Prominentester Gast in diesem Jahr ist die Schauspielerin Meret Becker. Er wird mit dem Emder Schauspielpreis ausgezeichnet und einige seiner Filme laufen am Wochenende in den Kinos.

Anschließende filmische Gespräche sind wieder möglich

Auch die abendlichen Filmgespräche im Grandcafé Emden und im Kurtheater Norderney sind beim Publikum beliebt und nach Ende der strengen Corona-Regeln wieder möglich. Einige der über 170 Aufführungen sind auch auf der Nordseeinsel zu erleben. In zehn Kategorien wurden insgesamt 65.000 Euro an Preisen vergeben. Am Sonntag werden Publikumspreise, darunter der NDR Filmpreis für Nachwuchstalente, verliehen.

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Eine teilweise geschnittene Filmrolle © panthermedia Foto: W. Woggon

Regisseur Svensson nahm den mit 10.000 Euro dotierten Preis entgegen. Lenz gewinnt den NDR-Nachwuchspreis. Plus

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Blick auf Lappan, das Wahrzeichen der Stadt Oldenburg.  © NDR Foto: Julius Matuschik

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Filmfest Emden-Norderney feiert „ein bisschen Normalität“

Mit dem französischen Gesellschaftsdrama „Like in Real Life“ eröffneten die 32. Internationalen Filmfestspiele in ausverkauften Kinos.

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Dieses Thema im Programm:

Kultur NDR | Klassiker damals | 09.06.2022 | 6:40 Uhr

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