Gabriela Sperl: “Ich mache keinen schwarzen Roman, das endet immer gut” – Meinung

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Am Morgen, nachdem Großbritannien für den Brexit gestimmt hatte, saß Gabriela Sperl weinend im Bett, sie konnte es nicht glauben. Und dann hat er einen tollen Film gemacht. In einer Initiative mit der Hochschule für Fernsehen und Film München brachte er unter dem sehr klaren und präzisen Titel: „Project Love Europe“ junge Regisseure von Norwegen bis Italien zusammen.

Man würde nicht erwarten, dass die 70-jährige Drehbuchautorin und Produzentin Gabriela Sperl bei einer Filmveranstaltung weint. Eine schlanke, gut gekleidete Person; auf der Party flüsternd “Da ist der Sperl!” er klingt erstaunt. Zum Beispiel bei einer dieser Preisverleihungen, bei denen sich die Beamten gerne für die Projekte feiern lassen, zu denen Sperl sie gezwungen hat.

Obligado ist natürlich übertrieben, aber Gabriela Sperl hat den Ruf, Menschen auf den Sendern dazu bringen zu können, einen Film zu drehen, den sie sich nicht zugetraut hätten, einfach weil sie, Sperl, zutiefst davon überzeugt ist, dass sie es sein muss : “Operation Zucker” zum Beispiel, sein Film über Kinderhandel, der ohne Hoffnung endet. Die Trilogie „In der Mitte Deutschlands: NSU“: Drei Krimis, die die Morde an Rechtsextremisten aus der Sicht der Täter, der Opfer und der Ermittler im Hauptprogramm der ARD erzählen. Oder “Love Europe Project”.

In der Berufsgruppe der Produzenten ist sie eine Nummer für sich.

Laut Bernd Eichinger sind Film- und Fernsehproduzenten in Deutschland nicht unbedingt Stars, aber auch keine Langweiler. In dieser an verurteilten Straftätern nicht armen Berufsgruppe ist Gabriela Sperl wieder eine Nummer für sich. Für ihre Arbeit, also die Summe des Filmmaterials, das ihr zufällig zugefallen ist, wie sie es nennt (und sie macht nur solche Filme), erhält sie an diesem Donnerstag den Carl-Laemmle-Produzentenpreis, benannt nach dem Mann, der wurde im oberschwäbischen Laupheim geboren. Kaufmann, der einst in Hollywood eine Hühnerfarm kaufte und darauf die Universal Studios baute.

Es geht auch ohne Hühnerfarm: Sperl, promovierte Historikerin, arbeitete lange als freie Dramatikerin für den BR und war dort bis 2002 vier Jahre lang Fernsehchefin. verbundener freiberuflicher Produzent. , hauptsächlich basierend auf Projekten für große Produktionsfirmen. Er lebt trotz der vielen täglichen Fahrten nach Berlin immer noch in München, auch weil er „den viel kleineren Radius genießt“ und von Lehel, seinem Kiez, alles zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichen kann.

Die Branche hat stark mit den Folgen von Corona zu kämpfen

Wie so oft hat er sich mit Haut und Haaren irgendwo verhakt. “Mein Herrhausen-Projekt brennt!”, schrieb er per E-Mail. Wie oft brennt es im Leben eines Produzenten aus? “Immer fast immer!” Es folgt ein ironischer Exkurs über das Auftreten kleiner Rauchfeuer. Aber was die Problematik seines eigentlich gut finanzierten Vierteilers über das Attentat auf den Deutsche-Bank-Chef Alfred Herrhausen angeht, den er bei den Berliner XFilme mit RBB, HR und Degeto dreht, nennt er Gründe, mit denen derzeit viele Produzenten zu kämpfen haben.

Da seien die Corona-Kosten: „Wenn der Ausfallfonds Ende Juni ausläuft und nicht verlängert wird, dann ist das für alle existenziell.“ Hinzu kommt, dass alle Kosten in den letzten zwei Jahren teilweise um mehr als 20 Prozent gestiegen sind und ein enormer Fachkräftemangel die Preise in die Höhe treibt. Dank Streamingdiensten wird so viel produziert wie nie zuvor. „Das ist toll, aber bei Budgets, die viel früher mit den Sendern vereinbart wurden, wird es immer mehr zum Problem, wenn diese Budgets nicht mitwachsen.“

Normalerweise sei sein neues Projekt auch politisch, denn „ich finde die Realität so unglaublich spannend. Vieles, was passiert, kann sich kein Autor in den wildesten Fantasien ausmalen.“ Ob seine Filme auf den Zustand der Gesellschaft abzielen, darüber braucht man sich kaum zu wundern. Ein Lachen von ihr. “Deshalb mache ich keine Krimis, die gehen immer gut aus.”