Hustle Review: Adam Sandler will uns allen etwas beweisen

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Hustle Review: Adam Sandler will uns allen etwas beweisen

Eigentlich gibt es dafür keinen Grund mehr Adam Sandler Beweisen müsste er es erst noch: Mit Filmen wie „Happy Gilmore“ wurde er zum komödiantischen Superstar, der das amerikanische Kinopublikum hielt, auch wenn die Filmpresse kaum ein Haar an seinen Komödien ließ. Als die Kasseneinnahmen endgültig einbrachen, wechselte er zu Netflix, wo er mit Filmen wie Murder Mystery weiterhin konstant hohe Zahlen generiert. Und dann hat der alberne Comedy-Darsteller immer wieder bewiesen, dass er auch zu ernsteren Rollen fähig ist:

Ob es sich um Paul Thomas Andersons bittersüßen „Punch-Drunk Love“, das Post-9/11-Drama „The Love Inside Me“ oder Judd Apatows „As It Goes Like That“ über einen Komiker handelt, der langweilig geworden ist, die Meinungen über die Filme können unterschiedlich sein, aber Sandlers Auftritte wurden allgemein gefeiert. Spätestens der rastlose Geniestreich „The Black Diamond“ dürfte keine Zweifel mehr an Sandlers Können aufkommen lassen – für viele war es die beste schauspielerische Leistung des Jahres, die Nicht-Oscar-Nominierung ein Witz. Und doch sieht sein neuer Film jetzt so aus, als wolle Sandler sich und uns immer wieder etwas beweisen: Jeremiah Zagars Netflix-Sportdrama.”Eileist sowohl eine Geschichte von Basketball-Außenseitern als auch eine Geschichte über einen Mann, der anfängt, sein Alter zu spüren.

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„Hustle“ fühlt sich an, als wolle Adam Sandler alles noch einmal zeigen, und das gelingt ihm mit seiner bewusst zurückhaltenden Darbietung.

Die Blütezeit von Basketball-Scout Stanley Beren (Adam Sandler) liegt hinter ihm. Doch als er in Spanien den vielversprechenden Basketballer Bo Cruz (Juancho Hernangómez) entdeckt, sieht er in ihm seine Eintrittskarte zurück in die Erfolgswelt. Obwohl Stanleys Vorgesetzte Bo nicht glauben, nimmt er den Bauarbeiter mit in die USA. Denn Stanley will mit aller Macht beweisen, dass er immer noch ein großes Gespür für besondere Talente hat und dass es dumm ist, ihn und seine Erfahrung nicht zu haben…

Adam Sandler wurde im Laufe seiner Karriere wiederholt vorgeworfen, in seinen erwachsenen Kinderrollen hauptsächlich Varianten von sich selbst zu spielen. Dennoch ist es fraglich, ob er noch nie eine Figur gespielt hat, die ihm so nahe steht wie Stanley Beren: ein schlaksiger Kerl mit Charisma, der seinen albernen, jungenhaften Sinn für Humor bis weit in die Fünfziger hinein bewahrt hat, der manchmal lustig-komisch und manchmal seltsam-komisch ist. Stanley teilt auch seine Liebe zum Basketball mit Sandler, der dem Spiel seine eigene Fußroutine gewidmet hat und zahlreiche Geschichten von freundschaftlichen und wettbewerbsorientierten Kämpfen mit Fans auf öffentlichen Basketballplätzen hat.

Adam Sandler spielt Assists, anstatt selbst Körbe zu machen

Und auf die Gefahr hin, zu viel zu lesen: Als Stanley, der in seinem Job schon viel geleistet hat, noch einmal auf seine jüngste Fehlentscheidung reduziert wird, scheint es, als sei er der echte Sandler, der dann ins Nichts stürzte. schau, aber versuche höflich zu lächeln. In diesem Sinne ist „Hustle“ so etwas wie ein filmischer Bruder von „Out Of Play – The Way Back“, dem Basketballdrama mit Ben Affleck als alkoholkrankem Trainer, der versucht, sein Leben wieder in den Griff zu bekommen. Schließlich teilen die beiden Filme auch einen bemerkenswerten Mangel an Eitelkeit ihrer bekannten Stars:

Während Afflecks Filmtherapiesitzung die peinlichen Momente einer Entzugsgeschichte bewahrt und überraschend wenig Mitleid, aber vor allem Verständnis verlangt, darf Sandler in „Hustle“ einen Sympathisanten spielen. Dennoch gibt sich Sandler damit zufrieden, mit zahlreichen Assists bei „Hustle“ zu glänzen, anstatt sich ständig nach vorne zu drängen, um einen Dunk nach dem anderen zu landen. Sandler spielt Stanley als Headhunter (und Karriereberater), der seiner Arbeit überdrüssig wird und gelegentlich für einen Moment das Interesse verliert, aber zurückkommt, wenn er glaubt, das nächste große Ding gefunden zu haben. Aber sobald Stanley Bo Cruz findet, sieht er sich selbst nicht mehr im Mittelpunkt seiner eigenen Comeback-Geschichte, sondern schaut ihm mit Rat und Tat von der Seitenlinie zu.

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Adam Sandler muss in „Hustler“ nicht immer im Mittelpunkt stehen, begnügt sich aber mit einem Zuschauerplatz am Rande.

Das größte Problem bei “Hustle” ist, dass Sandlers gemessene Leistung die von Taylor Materne und Will Fetters klug geschriebene Geschichte immer noch tragen muss, als wäre er die einzige Achse: Juancho Hernangómez, auch im wirklichen Leben ein Star der NBA entdeckt Spanien Estrella bringt wie erwartet den Körperbau eines natürlichen Basketballspielers mit. Und Bos Zögern darüber, ob er von Stanleys Methoden inspiriert, amüsiert oder verärgert ist, ist glaubwürdig. Aber abgesehen davon zeigt „Hustle“ leider weder die Gesichtskomplexität noch die fesselnde Kamerapräsenz, um den „Rocky“-artigen Aufstieg seiner Figur vom rohen Niemand mit Potenzial zum fähigen Athleten zu vermitteln.

Belohnt werden Basketball-Fans dabei mit einer Vielzahl von Cameo-Auftritten bekannter Gesichter, die allesamt, was in einer Sandler-Produktion nicht zu sehen ist, nahtlos in die Geschichte eingewoben werden. Auf diese Weise werden ahnungslose Zuschauer nicht ständig aus dem Film herausgezogen, nur weil sie jemanden nicht sofort erkennen. Auf professioneller Schauspielseite machen Queen Latifah als Stanleys ebenso witzige wie nachdenkliche Ehefrau Teresa, Ben Foster als arrogant schmuddeliger Crewchef und Robert Duvall in einer kleinen Rolle als Stanleys vehementer Unterstützer einen positiven Eindruck, aber nicht von Dauer.

Eine nüchterne Adresse für eine nüchterne Leistung

Prägnanter ist die Regie von Jeremiah Zagar: Der Regisseur von „We The Animals“ präsentiert den Stoff betont unspektakulär, als wolle er gegen die eine oder andere im Drehbuch verankerte Konvention verstoßen. Selbst das fast obligatorische Treppensteigtraining inklusive der „Rocky“-Pose filmt ihn so distanziert, als wäre die Kamera Stanleys stiller Assistent, der atemlos hinter dem Scout herrennt und zusieht, wie er seinen Schützling zermürbt und ihn dennoch stolz aus der Ferne bewundert . .

Einen gewissen Schub bekommt diese auf Pathos verzichtende Bildsprache von den Sportszenen, in denen Zagar auch mit viel Unschärfe spielt, um Bos Fokusprobleme zu unterstreichen. Sie unterstreicht aber zuverlässig die Gefühlswelt der beiden Hauptfiguren und vermag durch deren Distanz sogar manche unbeholfene, gezwungen wirkende Dialogpassage angenehm zu untermauern. Gleiches gilt für Dan Deacons eingängige, pulsierende, aber an Genre-Maßstäben gemessen angenehm schräge Filmmusik.

Fazit: Adam Sandler und Ernsteres – ein Team, das wieder gewinnt: „Hustle“ ist konventioneller als „The Black Diamond“ oder „Punch-Drunk Love“. Doch die raffiniert inszenierte Underdog-Geschichte lässt Sandler viel Raum für eine ebenso charismatische wie authentische Darstellung.