Jahresprognose bestätigt: RWE-Aktie leicht leichter: RWE-Gewinn steigt dank Erneuerbarer Energien | Nachrichten

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Vor allem dank des Ausbaus der Kapazitäten im Geschäft mit erneuerbaren Energien und des günstigeren Umfelds hat der Konzern sowohl operativ als auch im Ergebnis deutlich mehr verdient. Auch RWE profitierte von Milliardengewinnen aus der Bewertung von Finanzprodukten zur Risikoabsicherung. Andererseits bekam RWE die Folgen des Ukraine-Krieges zu spüren und musste deshalb eine Abschreibung im hohen dreistelligen Millionenbereich hinnehmen, wie der DAX-Konzern am Donnerstag in Essen mitteilte.

In einer Telefonkonferenz mit Journalisten äußerte sich auch Finanzvorstand Michael Müller zu den Auswirkungen von Sanktionen und Vorsichtsmaßnahmen angesichts eines möglichen Gasembargos.

Der Vorstand sieht RWE weiter auf Kurs bei den Jahreszielen und bestätigt die Mitte Februar angehobene Jahresprognose. Folglich soll das bereinigte operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigtes Ebitda) von 3,6 Milliarden Euro auf 4 Milliarden Euro steigen. Experten der US-Banken JPMorgan und Goldman Sachs sehen im weiteren Jahresverlauf noch Luft nach oben.

An der Börse wurden die Zahlen positiv aufgenommen. Auf XETRA notierte die Aktie zeitweise bei 39,29 Euro, ein Minus von 2,75 Prozent. Trotz des Abschlags hielt er sich besser als der Gesamtmarkt: Der deutsche Leitindex musste zeitweise einen Abschlag von mehr als zwei Prozent hinnehmen. Und auch im Gesamtjahr steht RWE besser da als viele andere DAX-Werte. Seit Anfang 2022 beträgt die Kurssteigerung für das Essener Unternehmen rund 12 Prozent.

Das bereinigte operative Ergebnis von RWE stieg im ersten Quartal des laufenden Jahres um 65 Prozent auf 1,46 Milliarden Euro und erfüllte damit die Erwartungen der Analysten. Im vergangenen Jahr haben sich insbesondere die Jahrhundertstürme in Texas negativ auf das Ergebnis ausgewirkt. Das um Sondereffekte bereinigte Nettoergebnis lag mit 735 Millionen Euro mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahr. Hier hatten die Experten etwas weniger Glück. Am Ende stand ein Gewinn von 2.200 Millionen Euro gegenüber knapp 900 Millionen Euro im Vorjahr aufgrund der höheren Bewertung von Finanzprodukten zur Absicherung von Risiken.

Wie üblich trug das sogenannte Kerngeschäft den Löwenanteil bei. Dazu gehören bei RWE nicht nur Wind- und Solarenergie an Land und auf See, sondern auch Energiehandel sowie Wasser, Biomasse und Gas. Das bereinigte operative Ergebnis des Segments hat sich auf knapp 1,3 Milliarden Euro mehr als verdoppelt. Die Stromerzeugung aus Wind und Sonne stieg gegenüber dem Vorjahr um ein Fünftel. Der Anteil der erneuerbaren Energien an der gesamten Erzeugungskapazität stieg um fast ein Drittel.

Außerhalb des Kerngeschäfts sank das Operative Ergebnis um mehr als ein Drittel auf 207 Millionen Euro. Dies ist vor allem auf die Schließung von Kohle- und Kernkraftwerken zurückzuführen. RWE will sich verstärkt auf das Geschäft mit erneuerbaren Energien konzentrieren. Über die Jahre werden die bereinigten Erträge aus dem Kerngeschäft weiterhin den verbleibenden Anteil an Kohle- und Kernkraft ersetzen. Aktuell profitiert der Konzern auch von politischen Bestrebungen, angesichts des Krieges in der Ukraine unabhängiger von russischen Energiequellen zu werden.

Allerdings bekommt RWE auch die wirtschaftliche Seite des russischen Angriffskrieges zu spüren. Wegen des im März von Großbritannien verhängten Kohleembargos gegen Russland musste RWE im ersten Quartal 850 Millionen Euro abschreiben. Zudem stellt sich die Frage, wie RWE mit russischen Anforderungen an Bezahlvorgänge umgehen wird. Finanzvorstand Michael Müller wollte am Dienstag in einer Telefonkonferenz mit Reportern keine Details nennen.

RWE stehe mit der Bundesregierung über die Auswirkungen der Sanktionen in Kontakt, sagte der Manager. Auf Nachfrage antwortete er nicht, ob RWE bereits Bankkonten bei russischen Banken eröffnet habe. Laut Müller ist RWE erneut zum Monatsende zahlungspflichtig.

Als Reaktion auf die EU-Sanktionen kündigte die russische Regierung Ende März an, dass westliche Länder wie Deutschland Konten bei der Gazprombank eröffnen müssten, um weiterhin Gas beziehen zu können. Andernfalls würden Lieferungen in “feindliche Länder” gestoppt, kündigte Präsident Wladimir Putin an. Demnach müssen Staaten die Zahlung in russischer Währung über Konten garantieren, die einen Bereich für Münzen – also Euro oder Dollar – und einen anderen für Rubel haben. Gemäß dem von Putin unterzeichneten Dekret können Sie weiterhin in Euro oder Dollar auf das russische Konto einzahlen. Die Gazprombank tauscht das Geld dann in Rubel und überweist den Betrag an GAZPROM. Polen und Bulgarien weigern sich, den Mechanismus zu akzeptieren und erhalten daher seit Ende April kein Gas mehr aus Russland.

Auch eine Unterbrechung der russischen Gasversorgung durch den Ukraine-Krieg wird immer wieder diskutiert. Es wird sowohl von der EU als auch von Moskau als mögliche Sanktion gegen die Gegenseite diskutiert. Erst am Mittwoch hat die russische Regierung Sanktionen gegen das Unternehmen Gazprom Germania und andere ehemalige Tochtergesellschaften des russischen Gaskonzerns verhängt. RWE habe Vorkehrungen getroffen, um die Risiken und Auswirkungen eines möglichen Gasembargos abzumildern, sagte Müller am Donnerstag.

RWE habe bekanntlich bis 2023 Vereinbarungen zum Kauf von bis zu 15 Terawattstunden (TWh) russischem Gas. Die kommerzielle Position sei nun auf 4 TWh reduziert worden, sagte Müller. Damit will RWE seine Lieferverpflichtungen auch dann noch erfüllen können, wenn russisches Gas wegen einer Lieferunterbrechung nicht mehr verfügbar ist. Einige der Folgen des Krieges haben sich bereits auf die Energiemärkte ausgewirkt. Vor allem Gas ist deutlich teurer geworden, sodass RWE mehr Liquidität benötigt.

RWE hat sich deshalb zwei neue Kreditlinien einräumen lassen. Eine im April ausgelaufene Kreditlinie wurde durch eine neue über 2.000 Millionen Euro ersetzt. Sie hat eine Laufzeit von vier Jahren. Darüber hinaus wurde dem Unternehmen eine zusätzliche zweijährige Finanzierungsmarge von mehr als 3.000 Millionen Euro gewährt. Darüber hinaus besteht eine Kreditlinie in Höhe von 3 Mrd. € für drei Jahre, womit sich das Gesamtvolumen auf 8 Mrd. € erhöht.

Gas- und Elektrizitätsunternehmen setzen beim Kauf und Verkauf Absicherungsgeschäfte ein. Diese werden oft lange vor der Lieferung abgeschlossen. Kommt es zwischenzeitlich zu starken Preisänderungen an den Großhandelsmärkten, wie zuletzt geschehen, müssen für diese Absicherungsgeschäfte Vorauszahlungen geleistet werden.

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