Kardinal Bo ist besorgt über die Situation in Hongkong

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Kardinal Charles Bo hat nach der Verhaftung von Kardinal Joseph Zen Ze-kiun „tiefe Besorgnis über die Menschenrechtssituation und die Bedrohung der Religionsfreiheit in Hongkong“ zum Ausdruck gebracht. „Hongkong war einst eine der freiesten und offensten Städte Asiens. Heute ist es ein Polizeistaat geworden“, schrieb der Erzbischof von Yangon in einer am Samstag veröffentlichten Erklärung.

Freiheiten werden massiv eingeschränkt

Das Recht auf freie Meinungsäußerung, Pressefreiheit, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit sowie akademische Freiheit seien eingeschränkt worden, sagte Kardinal Bo. Es gibt erste Anzeichen dafür, dass das Menschenrecht auf Religions- und Weltanschauungsfreiheit bedroht ist.

Der Vatikan hat “Besorgnis” über die Nachricht von der Festnahme des ehemaligen Erzbischofs von Hongkong, Kardinal Zen Ze-kiun, geäußert. Der Heilige Stuhl verfolge die Ereignisse “mit großer Aufmerksamkeit”, sagte Vatikansprecher Matteo Bruni am Mittwochnachmittag. Medienberichten zufolge wurde der 90-jährige Kardinal am Morgen in Hongkong festgenommen.

„Mir sind die jüngsten Propagandaangriffe gegen die Kirche in Hongkongs pro-Peking-Medien und die zunehmende Selbstzensur unter religiösen Führern aufgrund der Umstände bewusst“, sagte Bo. „Es ist herzzerreißend zu sehen, wie eine Stadt, die ein Leuchtfeuer der Freiheit war, einschließlich der Religionsfreiheit, so radikal und schnell einen viel dunkleren und repressiveren Weg einschlägt.“ Es ist erschreckend zu sehen, wie eine Regierung in China ihre vertraglich dokumentierten Versprechen offen bricht.

Appell an die internationale Gemeinschaft

Kardinal Zen wurde festgenommen und wird angeklagt, nur weil er als Verwalter eines Fonds gehandelt hat, der Aktivisten in Gerichtsverfahren Rechtsbeistand gewährte. In jedem Verfassungssystem ist es ein anerkanntes Recht, Menschen vor Gericht bei der Deckung ihrer Kosten zu unterstützen.

Er rief die Katholiken und die christliche Weltgemeinschaft auf, für Hongkong zu beten. „Und ich fordere die internationale Gemeinschaft auf, die Situation weiterhin zu beobachten und sich für Freiheit und Gerechtigkeit einzusetzen“, sagte der Kardinal. Für die Menschen in Hongkong wird es immer schwieriger, ihre Meinung frei zu äußern. Jeder, der außerhalb von Hongkong eine Stimme hat, muss diese in seinem Namen verwenden.