Lady Bird Review – Autor: ProfessorX

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Lady Bird Review – Autor: ProfessorX

Bewertung: 4/5

Christine McPherson (Saoirse Ronan) wächst unter der strengen Aufsicht ihrer konservativ-katholischen Mutter Marion (Laurie Metcalf) auf. Christine ist vom Leben in Sacramento gelangweilt und träumt davon, in der viel intellektuelleren und künstlerischeren Gegend der Ostküste aufs College zu gehen. Die junge Frau, die alle Lady Bird nennen, verbringt ihre Zeit mit ihrer besten Freundin Julie (Beanie Feldstein) und lernt auch zwei junge Männer kennen, zu denen sie sich hingezogen fühlt. Rich Danny (Lucas Hedges) und der ausgelassene Kyle (Timothée Chalamet).

Wie die amerikanische Presse seiner Zeit Dame Vogel angenommen, man sprach hier vom nächsten großen Ding. Ein Film, der einen erschüttert, weil er die Wahrheit beschreibt und größtenteils unbequem ist. Vielleicht ist es anmaßend, eine solche Behauptung aufzustellen, und doch fühlt man sich den Vereinigten Staaten sehr oft überlegen, weil den Amerikanern strukturelle Diskriminierung, veraltete Weltanschauungen und systemisches Management sowie ein unglaublich breites Spektrum an Patriotismus und Verletzung internationaler Rechte zu eigen sind diesen Sinn. Weg als die Bürokratie in Deutschland. Während Musiker wie Pitbull oder Jason Derulo mit den ständigen Berichten über exzessive Frauennächte und Alkohol im prüden Amerika eigentlich ein Tabu brechen, ist dies nach deutschen und anderen Maßstäben innerhalb Europas kein Tabu mehr. Diese Tatsache gilt auch hier. Dame Vogel zum. Das große Problem des Films ist eigentlich eines, das sich nicht auf die Lebenswelt vieler Menschen übertragen lässt, der Film berichtet von den Nöten einer amerikanischen Kleinstadt einer Familie, die versucht, sich über Wasser zu halten. Es ist eigentlich eine Dekonstruktion des amerikanischen Traums, denn es zeigt sich, dass nur diejenigen, die die Mittel haben, eine Chance haben, eine Chance haben. So versucht Christines Familie, ihrer Tochter vieles zu ermöglichen, aber es geht nicht, weil einfach kein Geld da ist.

Wenn Sie den Kapitalismus wirklich als antagonistische Kraft verstehen, was er eindeutig nicht ist, dann ist seine Verkörperung manipulativ, weil er genau die Menschen gegeneinander ausspielt, die eigentlich zusammenhalten sollten. Es mag pathetisch klingen, aber dieser Film zeigt auch, wie Konflikte entstehen, wenn die wirtschaftliche Zukunft und ständige Vergleiche mit anderen Menschen das Familienkollektiv unglücklich machen. Gleichzeitig ist der Film wieder recht ehrlich, weil er seine Konflikte in den Teilen sucht, die eigentlich die gleichen Gedanken haben. Das drückt sich natürlich anders aus, also muss Christine „Lady Bird“ McPherson ihrer Mutter erklären, warum das gegen ihren Lebensstil verstößt. Aber diese Diskussion findet nicht statt, weil keiner der beiden Charaktere genau versteht, was das eigentliche Problem ist. Christine spricht über Träume und Lebenswillen, während Marion über das Bewahren und Festhalten von Hab und Gut spricht. Natürlich gibt es die Angst, einander zu verlieren. Und doch stellt gerade die Verantwortung die beiden Charaktere hier vor das größte Problem, denn keiner von beiden hat sich so ein Leben vorgestellt, aber Marion will ihre Tochter trotzdem beschützen.

Aber Lady Bird träumt von Kunst und Wahrheit. Sie träumt von Selbstverwirklichung und all den Dingen, die das Leben ausmachen. Von Liebe, von Freiheit, von Sinn, von Wissen, von informeller Existenz. Und genau deshalb versucht er sich an Universitäten zu bewerben, um seinen eigenen Sinn zu finden. Ins konservative Sacramento scheint sie jedenfalls überhaupt nicht zu passen, wenn sie einen Vortrag zum Thema Abtreibung stört oder gar die katholische High School, die sie besucht, vermeintlich in Verlegenheit bringt. Es ist erstaunlich, wie ehrlich Greta Gerwig die Probleme des liberalen Amerikas benennt. Kein Wunder, dass rechtskonservative Geister hier nicht viel zu suchen haben. Aber gleichzeitig die Werte der demokratischen Partei als unzureichend und pseudozugänglich zu entlarven, ist sehr mutig. Natürlich ist auch die Gemütsverfassung von Lady Bird ein wenig konträr dazu, denn der Film unterstreicht ihren freien Geist auch mit einer lethargischen Sacramento-Müdigkeit. Der Film könnte schnell seine Kraft verlieren, wenn er das zum Kern der Handlung machen würde, aber die Tatsache, dass der Film klug über seine Hauptfigur zu schreiben weiß, bedeutet das nicht und lässt Sie sogar ein Verständnis für sie und ihre Handlungen entwickeln. Sie scheinen auch sinnvoll zu sein.

Natürlich wirken die Ausschnitte aus Lady Birds Leben im Laufe der Pubertät zunächst unglaublich stereotyp. Zum Beispiel, wenn es um Grundsatzkonflikte, sexuelle Erfahrungen oder aufmüpfige Kommentare geht. Auf der anderen Seite will sich die Figur nicht in weitere Narben pressen lassen und geht so eigene Wege, die dann doch recht originell sind und gegen Ende auch keinem regelrechten Gesinnungswandel unterliegen. Es stellt sich heraus, dass die Optik von Lady Bird nicht nur Zeichnungen stereotyper Charaktere unterliegt, sondern viel mehr mit deren Ideologien zu tun hat. Ein Stigma, das mit deklariertem Hipsterismus an Präsenz gewonnen hat und das oft im linken Spektrum flattert, ohne diese Gedanken zu leben, sind diese Typen von Menschen, die ihre vermeintliche rebellische Haltung, die sich die eine oder andere Nacht manifestiert hat, visuell leben und immer noch im Grunde einer Anpassung unterliegen. Das zeigt sich hier besonders eindrucksvoll am Lady Bird Halbhelm. Aber die Hauptfigur will nicht gezwungen werden, etwas zu tun, was er nicht tut, und die größte Stärke des Films liegt darin, es nicht zu können.

Darüber hinaus ist es offensichtlich einfach, ein katholisches College als Ort der Charakterbildung zu behandeln. Eine echte Hinterfragung und Kritik antiquierter Strukturen ist hier nicht erwünscht, was auch einen großen Charme des Humors hat. Die Charaktere wirken entblößt, wenn sie Lady Birds wirklich linker intellektueller Natur begegnen. Die Arbeiterklasse, wenn man es so nennen kann, entscheidet gegen ihre eigenen Interessen und das scheint einer der Gründe zu sein, warum sie in Gerwigs Arbeit nicht gut abschneidet. Es sorgt aber auch dafür, dass dies nicht zu bloßer Arroganz verkommt, sondern zu einem echten Problem, das durch die Legislaturperiode Ende der 2010er Jahre vor allem im modernen Amerika bestätigt wurde.

B. ein reiner Coming-of-Age-Film ist Dame Vogel keine Offenlegung. Die prägenden Momente der Adoleszenz sind hier zu klischeehaft. Andererseits ist der Film so unglaublich ehrlich und intelligent, dass er Lösungen für individuelle Probleme nicht bagatellisiert. Die Zeichnung des sogenannten Unterblicks wird hier drastisch und direkt dargestellt, während Träume mit Verantwortung in Konflikt geraten. Laurie Metcalf und Saoirse Ronan brillieren in ihren Rollen.

Dame Vogel Bewertung
Filmbewertung