Lieferengpässe: Vitesco-Aktie: Schwieriges zweites Quartal erwartet | Nachrichten

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Der Autozulieferer Vitesco bleibt trotz eines erwartet schwierigen zweiten Quartals optimistisch. Vor allem die Auftragslage sorgt für gute Laune im Management um CEO Andreas Wolf. “Es läuft wie am Schnürchen, ich kann es nicht anders sagen”, sagte Wolf am Freitag in einer Videokonferenz zum Rekord-Auftragseingang. Vor allem die Aufträge rund um Elektroantriebe trösten den Manager, dass es im Alltag derzeit einige Probleme gibt. Im zweiten Quartal dürfte sich das Geschäft wieder deutlich verlangsamen.

Die im SDAX notierten Regensburger Aktien legten am Freitag über XETRA zeitweise um 2,73 Prozent auf 40,68 Euro zu. Damit setzt sich die Erholung von dem Zusammenbruch fort, der auf den Ausbruch des russischen Krieges in der Ukraine folgte. In diesem Jahr liegen die Anleger der ehemaligen Sparte Conti noch rund 5 Prozent im Minus. Im September wurde der Antriebsspezialist aus dem Hannoveraner DAX-Konzern abgespalten und die Aktie erreichte wenige Tage nach dem Börsengang mit 66 Euro ihren Höchstkurs.

Vitesco macht gute Fortschritte bei der Auftragsannahme für das zur Zukunftssäule erklärte Elektronikgeschäft. Im ersten Quartal machten Bestellungen für elektrische Komponenten mit weniger als 3,7 Mrd. € den Großteil der 4,5 Mrd. € aus. Konkret gingen im Bereich Elektrifizierungstechnik Aufträge im Wert von 3.500 Millionen Euro ein.

Im Mai kam ein Auftrag für ein Batteriemanagementsystem im Wert von 1,7 Milliarden Euro hinzu. Die zwei Milliarden Euro Umsatz, die Vitesco 2025 in der Elektroniksparte machen wolle, seien mit Aufträgen bereits zu 100 Prozent im Kasten, sagte Wolf.

Im hart umkämpften Markt für Elektroantriebe zeige sich Vitesco beim Auftragseingang als Branchenführer, schrieb Goldman-Sachs-Analyst Philipp König. Im Hinblick auf eine mögliche Konsolidierung der Branche in den kommenden Jahren gibt dies dem Unternehmen eine sichere Basis.

Die Sparte E-Antriebe bei Vitesco macht noch relativ wenig Umsatz und schreibt noch rote Zahlen, soll aber laut Wolf bis zum Ende des Jahrzehnts rund 70 Prozent des Geschäfts von Vitesco ausmachen.

Für das laufende zweite Quartal geht Vitesco von noch schwierigeren Rahmenbedingungen als zu Jahresbeginn aus, als der Konzernumsatz bekanntlich um 1,9 Prozent auf 2,26 Milliarden Euro einbrach. Ohne Wechselkurseffekte sowie den Kauf und Verkauf von Unternehmensteilen hätte der Rückgang sogar 5,6 Prozent betragen. Vor allem das schwache Geschäft in Europa und Deutschland belastete den Umsatz.

Anhaltende Lieferengpässe und damit verbundene Mehrkosten, Produktionsunterbrechungen durch Shutdowns in China und Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine belasten die Branche. Zusammengenommen würden die Effekte laut Vitesco dafür sorgen, dass das weltweite Autoproduktionsvolumen im zweiten Quartal wenn überhaupt nur leicht über dem Vorjahresniveau liegen würde.

Finanzvorstand Werner Volz sprach vom wohl schwierigsten Quartal des Jahres, wobei sich insbesondere die Situation in China “sehr stark” auswirken dürfte. In den Monaten Januar bis März sind zusätzliche Material-, Fracht- und Energiekosten von rund 90 Millionen Euro angefallen. In der aktuellen Periode dürften es seiner Meinung nach etwas mehr sein.

Das Management möchte, dass die Kunden nach Möglichkeit an den Mehrkosten beteiligt werden. Aufgrund der hohen Verkaufs- und Gebrauchtwagenpreise am Markt erzielen die Autohersteller zweistellige Gewinnmargen im operativen Geschäft, während die Zulieferer kaum grünes Bein bekommen. Laut Management war Vitesco in intensiven Gesprächen mit Kunden und konnte im ersten Quartal einen gewissen Teil der Mehrkosten an diese weitergeben.

Firmenchef Wolf sieht Vitesco in einer guten Verhandlungsposition. Entscheiden sich hingegen die Kunden für die Übernahme der Mehrkosten, müssen Sie am Ende zuerst die Kostenträger beliefern. Hoffe auf mehr Linderung. Auf jeden Fall ist der Anbieter nahezu komplett. „Irgendwann werden wir sagen müssen, dass wir Bestellungen ablehnen“, sagte er angesichts des Auftragsansturms weiter.

Vitesco hat sich im ersten Quartal im operativen Geschäft etwas besser entwickelt als allgemein befürchtet. Das um Sondereinflüsse bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern habe sich von 17 Millionen Euro im Vorjahr auf 45 Millionen Euro nahezu verdreifacht, wie der Konzern bereits mit Eckdaten mitgeteilt hatte. Im Ergebnis reduzierte Vitesco den daraus resultierenden Verlust von 31,7 Mio. Euro auf 11,3 Mio. Euro. Das Management bestätigte die Jahresziele.

/männer/einfach

REGENSBURG (dpa-AFX)

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Bildquellen: Vitesco Technologies