MÄRKTE EUROPA/Retracement – Inflation drückt Einzelhandel | Nachrichten

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Von Herbert Rude

FRANKFURT (Dow Jones) — Nach einem starken Wochenstart mit den Höchstständen des DAX seit Ende März haben sich die Kurse an den europäischen Aktienmärkten am Dienstag wieder beruhigt. Der DAX verlor 0,7 Prozent auf 14.557 Punkte. Der Euro Stoxx 50 fiel um 0,8 Prozent auf 3.807. Inflations- und Zinssorgen belasteten erneut die Kurse. Die Europäische Zentralbank wird voraussichtlich am Donnerstag beschließen, ihre Anleihekäufe zu beenden. Die meisten Beobachter gehen davon aus, dass die EZB im Juli und September die Zinsen um 25 Basispunkte anheben und damit die Phase der Negativzinsen beenden wird. In Australien erhöhte die Zentralbank am Morgen überraschend die Zinsen um 50 Basispunkte und signalisierte gleichzeitig, dass eine weitere Straffung unmittelbar bevorsteht.

Ein Puffer kam auch aus deutschen Auftragseingängen. Im April fielen sie deutlich schlechter aus als erwartet und gingen gegenüber dem Vormonat sogar zurück. Auch die britischen Einzelhandelsumsätze waren schwach. Und in den USA hat Target, die achtgrößte Einzelhandelskette, eine Gewinnwarnung herausgegeben. Der Einzelhandelsaktienindex Stoxx verlor 0,8 Prozent. Auch zinsabhängige Technologieaktien waren mit einem Rückgang ihres Index um 1,2 Prozent schwach.

Einzelhandel unter Druck: Casino bricht um 6 Prozent ein

Die Aktien von Casino Guichard in Paris standen mit minus 4,1 Prozent stark unter Druck. Sie wurden von Berichten beeinflusst, dass die Supermarktkette Probleme hatte, potenzielle Käufer für ihre Tochtergesellschaft für erneuerbare Energien GreenYellow zu finden. Wie der Nachrichtensender BFM Business berichtet, hat Casino nur begrenztes Kaufinteresse festgestellt. Der Markt war bisher davon ausgegangen, dass der Verkaufsprozess bis Ende des Jahres abgeschlossen werden könnte.

Auch konsumnahe Aktien standen im DAX unter Druck, da die hohe Inflation die Budgets der Verbraucher belastet. Zalando fiel um 4,8 Prozent und Hellofresh um 2,5 Prozent. Zudem war Adidas mit weniger als 1,2 Prozent vergleichsweise schwach.

Adidas-Aktien fallen aus dem Stoxx 50-Index

Grund war der Rauswurf aus dem Index Stoxx 50. Nach der sogenannten Express-Einstiegsregel muss der Sportartikelhersteller Warenhändler Platz machen für Glencore. Zuletzt hatten sich die Kurse beider Unternehmen extrem gegenläufig entwickelt. „Aber das sollte die Stimmung mehr belasten als das tatsächliche Volumen“, sagte ein Händler. Denn an den Stoxx-50 sind weniger indexierte Produkte gekoppelt als an den populäreren Euro-Stoxx-50. Mit 0,3 Prozent weniger konnte Glencore kaum mithalten.

Auch andere Rohstoffwerte waren stärker gefragt als Glencore: Der Stoxx-Index für rohstoffbezogene Grundstoffe führte die aufstrebenden Sektoren mit einem Plus von 1,3 Prozent an. Auch die Aktien des Öl- und Gassektors entwickelten sich mit einem Anstieg des Industrieindex um 1,2 Prozent deutlich positiv. Der Pharmaaktienindex legte um 0,4 Prozent zu.

Größter Gewinner im DAX war RWE mit einem Plus von 1,9 Prozent. Sartorius legte um 1,1 Prozent zu: Kepler Cheuvreux senkte sein Kursziel auf 500 Euro, lag damit aber immer noch deutlich über dem aktuellen Kurs von 370 Euro. Fresenius Medical Care legte um 1 Prozent zu. In der zweiten Reihe lag Rheinmetall mit einem Plus von 2,8 Prozent, unterstützt durch den Krieg in der Ukraine und die Wiederaufrüstung bewaffnete Kräfte.

Starke Aussichten treiben SGL an

Im SDAX stieg die SGL Carbon, getragen von verbesserten Aussichten, um rund 11 Prozent. Die Steigerung der Umsatz- und Gewinnprognose für 2022 kam laut Einzelhändlern als große Überraschung. Informationen von SGL, dass die Kosteninflation an die Kunden weitergegeben werden könnte, entspannten die Situation. Dagegen verlor Auto1 fast 7 Prozent.

Mediaset España (+2,0 %) profitierte davon, dass MFE-Mediaforeurope (-2,1 %) sein Angebot zum Erwerb aller restlichen Anteile an der spanischen Tochtergesellschaft erhöhte. MFE wird die Barmittel von zuvor 1,86 € je Aktie auf 2,16 € je Aktie erhöhen, um die Kontrolle über die verbleibenden rund 44 Prozent der Anteile zu übernehmen, die das Unternehmen noch nicht besitzt.

SAS im Tiefflug

Die Aktien der skandinavischen Fluggesellschaft SAS stürzten um fast 14 Prozent ab. Die schwedische Regierung hatte erklärt, sie sei nicht mehr bereit, der angeschlagenen Airline mehr Kapital zuzuführen. „Die Kommentare von SAS sind nicht einmal rückläufig“, sagte ein Händler. Denn der Staat unterstützt weiterhin die Umwandlung von Schulden in einen Anteil an SAS. SAS will wieder ein „wettbewerbsfähiger Akteur in der europäischen Airline-Industrie“ werden. Der Debt-for-Equity-Swap wird voraussichtlich Finanzinstrumente in Höhe von rund 4 Milliarden Kronen umfassen, sagte der Händler.

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Index Schluss Entwicklung Entwicklung Entwicklung

war absolut in % seit

Jahresbeginn

Eurostoxx 50 3.806,74 -31,68 -0,8 % -11,4 %

Stoxx 50 3.669,19 -9,00 -0,2 % -3,9 %

Stoxx 600 442,88 -1,24 -0,3 % -9,2 %

XETRA-DAX 14.556,62 -97,19 -0,7 % -8,4 %

FTSE-100 London 7.602,05 -6,17 -0,1 % +3,0 %

CAC-40 Paris 6.500,35 -48,43 -0,7 % -9,1 %

AEX Amsterdam 709,14 -2,68 -0,4 % -11,1 %

ATTEX-20 Athen 2.157,79 -24,44 -1,1 % +0,7 %

BEL-20 Brüssel 3.905,12 -14,25 -0,4 % -9,4 %

BUX Budapest 40.330,91 -973,45 -2,4 % -20,5 %

OMXH-25 Helsinki 4.910,77 -20,89 -0,4 % -11,5 %

ISE NAT. 30 Istanbul 2.934,46 -7,88 -0,3 % +44,9 %

OMXC-20 Kopenhagen 1.727,77 +30,11 +1,8 % -7,3 %

PSI 20 Lissabon 6.273,37 +75,84 +1,2 % +14,0 %

IBEX-35 Madrid 8.841,60 +5,30 +0,1 % +1,5 %

FTSE-MIB Mailand 24.366,19 -199,48 -0,8 % -10,2 %

RTS Moskau 0,00 0,00 0,0 % -20,2 %

OBX Oslo 1.163,04 +4,21 +0,4 % +8,8 %

XP Prag 1.335,10 +6,54 +0,5 % -6,4 %

OMXS-30 Stockholm 2.074,21 +4,80 +0,2 % -14,3 %

WIG-20 Warschau 1.828,57 -20,98 -1,1 % -19,3 %

ATX Wien 3.360,83 -9,38 -0,3 % -12,5 %

SMI Zürich 11.534,18 +5,02 +0,0 % -10,4 %

Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD

Deutsche Zehnjahresrendite 1,29 -0,03 +1,47

10-jährige US-Rendite 2,97 -0,07 +1,46

FOREX aktuell +/- % Dienstag, 9:44 Uhr Montag, 17:37 Uhr % bis heute

EUR/USD 1,0697 +0,0 % 1,0687 1,0690 -5,9 %

EUR/JPY 141,82 +0,5 % 141,86 140,66 +8,4 %

EUR/CHF 1,0411 +0,3 % 1,0414 1,0358 +0,4 %

EUR/GBP 0,8496 -0,5 % 0,8565 0,8531 +1,1 %

USD/JPY 132,58 +0,5 % 132,75 131,58 +15,2 %

GBP/USD 1,2591 +0,5 % 1,2477 1,2530 -7,0 %

USD/CNH (Offshore) 6,6758 +0,3 % 6,6715 6,6573 +5,1 %

Bitcoin

BTC/USD 29.777,10 -5,4 % 29.546,90 31.298,10 -35,6 %

ROHL neuester VT-Siedler. +/- % +/- USD % YTD

WTI/Nymex 118,93 118,50 +0,4 % 0,43 +63,4 %

Brent/ICE 120,34 119,51 +0,7 % 0,83 +59,5 %

METALLE letzter Tag vor +/- % +/- USD % YTD

Gold (Spot) 1.851,19 1.841,47 +0,5 % +9,72 +1,2 %

Silber (Spot) 22,15 22,08 +0,3 % +0,07 -5,0 %

Platin (Spot) 1.011,65 1.022,00 -1,0 % -10,35 +4,2 %

Kupfer-Future 4,42 4,44 -0,4 % -0,02 -0,7 %

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Kontaktieren Sie den Autor: [email protected]

DJG/hr/flf

(ENDE) Dow Jones Newswires

7. Juni 2022 12:20 Uhr ET (16:20 GMT)

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