Nachhaltigkeitskriterien: US-Börsenaufsicht will ESG-Fonds straffen | Nachrichten

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• Klarere Definitionen gibt es im bisher schwach regulierten Markt nicht
• ESG-Kriterien werden für Etikettenschwindel und Greenwashing missbraucht
• Die Investmentfirma BNY Mellon warnte

Wie die Financial Times berichtet, will die SEC festlegen, wann und wie Investmentfonds verschiedene Begriffe wie „ESG“, „sustainable“ oder „low carbon“ im Namen verwenden dürfen und welche Kriterien sie erfüllen müssen.
Kritik am bisherigen Umgang mit ESG-Kriterien gibt es schon länger. In jüngerer Zeit, nachdem Tesla aus dem S&P 500 Sustainability Index gestrichen wurde, wurden die zugrunde liegenden Kriterien lautstark diskutiert. Experten bemängeln, dass der Markt zu locker reguliert ist und es bisher keine klaren Definitionen gibt.

nachhaltige Fonds

Das Volumen nachhaltiger Fonds hat sich in den letzten drei Jahren mehr als verdoppelt: Verglichen mit 1 Milliarde US-Dollar im Jahr 2019 belief sich das weltweite Vermögen nachhaltiger Fonds laut Morningstar Ende März 2022 auf 2,77 Milliarden US-Dollar. In die ESG-Anlagekategorie fallen Umwelt- und Klimafonds sowie Public Impact Investments. Darunter fallen auch Fonds, die zum Beispiel Investitionen in die Tabak- oder Schusswaffenindustrie ausschließen.

Regulierung der ESG-Kriterien durch die SEC

Nach den bestehenden Regelungen dürfen Fonds das Kürzel ESG nur dann im Titel führen, wenn sie mindestens 80 Prozent des verwalteten Vermögens entsprechend investieren. Künftig will die SEC auch Informationen darüber einholen, wie ESG-Fonds vermarktet werden, wie Kriterien in Investments einfließen und wie Fonds bei jährlichen Unternehmensversammlungen abstimmen, berichtet die Financial Times unter Berufung auf Insiderkreise. Ein vom SEC-Vorsitzenden Gary Gensler geleitetes Gremium wird über die Freigabe des Regelentwurfs zur öffentlichen Kommentierung abstimmen. Der Regelentwurf basiert auf einer Analyse des ESG-Marktes vom April 2021.

„Es gibt derzeit eine Vielzahl von Begriffen und Kriterien, die Vermögensverwalter verwenden können“, wurde Gary Gensler im März von der Financial Times zitiert. Es ist an der Zeit, deutlich zu machen, ob ein Fonds wirklich das ist, was er zu sein vorgibt.

Ermittlungen gegen BNY Mellon und DWS

Zwei Studien zeigen kürzlich, dass die SEC und die deutsche Börsenaufsicht härter vorgehen: erstens mit einem 1,5-Millionen-US-Dollar-Vergleich mit der Investmentfirma BNY Mellon. Dies ist der erste Fall von Untersuchungen zu ESG-Kriterien von Fonds in den Vereinigten Staaten. BNY Mellon wird vorgeworfen, falsche und unzureichende Angaben zu den ESG-Kriterien ihrer Investmentfonds gemacht zu haben. Die Investmentgesellschaft erklärte später, sie habe ihre Fondsdokumente aktualisiert und die Aufsichtsbehörde habe keinen ihrer nachhaltigen Fonds entdeckt.

Zum anderen bei Durchsuchungen im Zusammenhang mit Greenwashing-Vorwürfen bei der Deutsche-Bank-Tochter DWS in Frankfurt. DWS-Chef Asoka Wortmann musste seinen Posten räumen.

Die Schweizer Fondsbranche will sich vom Greenwashing distanzieren

Auch in der Schweiz sind Fälle von anhaltendem Greenwashing und Labelbetrug bekannt. Davon distanzierte sich kürzlich die «Swiss Asset Management Association» in einem Positionspapier: «AMAS anerkennt, dass Schweizer Finanzinstitute Greenwashing praktizieren und bringt zum Ausdruck, dass sie diese vereinzelte Praxis als Rechts- und Reputationsrisiko für den Finanzplatz Schweiz anerkennt und generell missbilligt.» Sie fordert eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Verstößen, weist aber auch darauf hin, dass es voraussichtlich schwierig sein dürfte, solche Greenwashing-Praktiken in der gesamten Wertschöpfungskette aufzudecken und zu bekämpfen.

Redaktion finance.net

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