Northvolt erhält IPCEI-Förderzusage – electrive.net

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Northvolt erhält IPCEI-Förderzusage – electrive.net

northvolt 2022 01 min

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck übergab den IPCEI-Finanzierungsbeschluss an Northvolt in Berlin. Die Schweden planen bekanntlich eine Batteriezellenfabrik in Schleswig-Holstein. Northvolt Drei in Heide soll 2025 in Betrieb gehen und bis zu 3.000 Mitarbeiter beschäftigen.

Laut Förderbescheid unterstützt Deutschland Northvolt mit mehr als 155 Millionen Euro „und ein paar zermalmte“ (O-Ton Habeck). Davon stammen 70 Prozent oder rund 108 Millionen Euro aus dem Bundeshaushalt, 30 Prozent oder rund 46 Millionen Euro steuert das Land Schleswig-Holstein bei. Das ist laut Habeck das Maximum, das die EU genehmigt hat.

Wir erinnern: Die EU-Kommission hatte bereits im Januar 2021 die zweite Runde der IPCEI-Batterie (Important Project of Common European Interest) genehmigt. Mit der Genehmigung wird das Bundeswirtschaftsministerium voraussichtlich insgesamt elf Projekte finanzieren: Tesla He zunächst beteiligte sich als prominenter Name in der Branche, aber die Amerikaner zogen ihre Bewerbung später zurück.

Damals sagte Northvolt, das Unternehmen wolle „die Entwicklung einer wettbewerbsfähigen europäischen Wertschöpfungskette für Batterien unterstützen“. Offiziell erwägt Northvolt zu diesem Zeitpunkt noch den Bau einer weiteren Batteriefabrik in Deutschland neben dem Projekt mit Volkswagen in Salzgitter; auch das Wirtschaftsministerium machte die Subvention davon abhängig.

Voraussichtlicher Baubeginn ist 2023

Bekanntlich zog sich Northvolt aus dem VW-Projekt in Salzgitter zurück, die Planungen für eine eigene Fabrik gingen aber weiter, bis Mitte März 2022 wurde Heide als Standort von Northvolt Drei bekannt gegeben. In der Endphase soll die Produktionskapazität 60 GWh betragen.

„Noch vor wenigen Jahren kamen fast alle Batterien aus Asien. Das ändert sich jetzt rasant“, sagte Wirtschaftsminister Habeck in seiner Erklärung. „Seit 2018 steht dieses Ministerium in Kontakt mit Northvolt, um zu prüfen, ob Interesse besteht, die Batterieproduktion in Deutschland aufzubauen. Wir unterstützen dieses Projekt gerne mit einem Zuschuss, in der Hoffnung, dass es auch stattfinden wird.“

Northvolt hat nun bis Ende des Jahres Zeit, um auf die Finanzierung zuzugreifen. Auch dies sei laut Northvolt-CEO Peter Carlsson fest geplant und die endgültige Entscheidung über den Standort solle im Juli fallen; bisher gab es nur eine Absichtserklärung. Aber: „Wir müssen noch an einigen Dingen arbeiten, um das Projekt zum Erfolg zu führen“, sagt Carlsson. Das gilt zum Beispiel für Ausbildung und Infrastruktur. Und nicht zuletzt die Finanzierung: Das Gesamtprojekt hat einen Wert von mehr als vier Milliarden Euro, davon will Northvolt selbst rund zwei Milliarden Euro aufbringen, Deutschland spricht von 155 Millionen Euro. Den Rest der Investoren müssen die Schweden noch einsammeln. „Wir müssen mit allen Beteiligten zusammenarbeiten, um eine effiziente Kapitalstruktur für dieses Projekt zu finden“, sagte Carlsson.

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Habeck betont, dass die Entscheidung für Heide vor allem mit der Verfügbarkeit erneuerbarer Energien zusammenhängt. „Northvolt hat ganz Europa gescannt und sich für Heide entschieden. Erneuerbare Energien entwickeln sich zu einem riesigen Standortvorteil“, sagte der Minister. „Überall dort, wo Wind und Sonne Strom erzeugen, gibt es auch gute Bedingungen für energieintensive Unternehmen. Die Investition von Northvolt wird der Elektromobilität in Deutschland einen neuen Schub geben, uns unabhängiger von Importen machen und rund 3.000 Arbeitsplätze vor Ort schaffen; mehr Zukunft geht nicht.“ Aus- und Weiterbildungsprogramme.

Auch die Kieler Landesregierung ist voll des Lobes für den neuen Partner. „Die Zusammenarbeit mit Northvolt war ausgesprochen gut“, sagt Ministerpräsident Daniel Günther, der digital zugeschaltet ist. „Die Gemeinden der Region wurden getroffen, so dass viele Zweifel direkt geklärt werden konnten. Wir freuen uns, dass Northvolt so viele Arbeitsplätze in Schleswig-Holstein schafft.“

Carlsson ist hinsichtlich des bisher kommunizierten Zeitplans optimistisch. „Wir haben in Hamburg eine kleine lokale Zentrale eingerichtet“, sagt der CEO von Northvolt. „Wir planen jetzt, 2023 mit dem Bau zu beginnen.“ Ein Produktionsstart Ende 2025 würde auch der Laufzeit des ersten Projekts in Schweden entsprechen. Northvolt hat dort Ende 2021 die erste kommerzielle Batteriezelle hergestellt.

Um potenzielle Käufer von Heide-Batterien muss sich Carlsson keine Sorgen machen. Er nennt keine Namen, sagt aber: „Wir sehen ein enormes Interesse unserer Kunden an nachhaltigen Batterien made in Germany.“

Die ersten IPCEI-Zweitbatterie-Förderbescheide wurden übrigens noch von der damaligen Bundesregierung zugestellt: Sie gingen im März 2021 an Skeleton Technologies, Liofit, SGL Carbon und Alumina Systems.
Quelle: Livestream der Veranstaltungbmwk.de