ROUNDUP/EuGH zu Verletzungen: Das Verhalten von Passagieren bei einem Sturz ist entscheidend | Nachrichten

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LUXEMBURG (dpa-AFX) – Der Gerichtshof der Europäischen Union macht Passagieren nach dem Sturz auf der Treppe eines Flugzeugs Hoffnung auf Entschädigung. Der EuGH teilte am Donnerstag in Luxemburg mit, dass die Fluggesellschaft nur dann von der Haftung befreit werde, wenn sie nachweisen könne, dass das Verhalten des Passagiers zu dem Unfall beigetragen habe. Inwieweit dies der Fall ist, müssten die nationalen Gerichte entscheiden (Rechtssache C-589/20).

Hintergrund ist ein Fall aus Österreich. Eine Passagierin war beim Aussteigen aus einem Flugzeug ohne ersichtlichen Grund von einer Rolltreppe gestürzt und hatte sich den Unterarm gebrochen. Sie klagte auf Schadensersatz in Höhe von knapp 4.700 Euro und Entschädigung für die Zahlung von Haushaltshilfen.

Nach Angaben des Gerichts war die Frau mit ihrem Ehemann und ihrem zweijährigen Sohn auf dem Flug. Als sie die Treppe hinunterging, trug sie eine Tasche in der rechten Hand und ihren Sohn im linken Arm. Der EuGH hob hervor, dass die Tatsache, dass sich die Frau nicht an einem der Handläufe der Treppe festgehalten hatte, zu dem Unfall beigetragen haben könnte. Allerdings darf nicht vergessen werden, dass die Frau mit einem Minderjährigen unterwegs war, für dessen Sicherheit sie sorgen musste.

Die Fluggesellschaft argumentiert, dass die Frau ihren Mann fast vor sich fallen sah und sich immer noch nicht festhielt. Die Frau ihrerseits weist darauf hin, dass sie beim Treppensteigen besonders vorsichtig war, nachdem sie gesehen hatte, wie ihr Mann fast gestürzt war. Die Treppe war unter anderem durch den Nieselregen rutschig.

Ein zuständiges Gericht in Österreich widersprach der Darstellung. Die TV-getesteten Treppen waren frei von Mängeln, glatt, ölig und fettig. Andere Fahrgäste beschwerten sich nicht über den Zustand der Treppe. Die Fluggesellschaft stellte fest, dass die Treppenstufen perforiert oder gerillt waren, damit Wasser schnell ablaufen konnte.

Für die Beurteilung des Falles ist laut EuGH auch relevant, dass die Frau sich nicht unmittelbar nach dem Unfall in Behandlung begab, was die Verletzung hätte verschlimmern können. Allerdings muss in diesem Zusammenhang auch berücksichtigt werden, wie schwer die Verletzungen zum damaligen Zeitpunkt aussahen und welche Informationen der Passagier durch das medizinische Personal vor Ort erhielt./mjm/DP/eas

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