Russland Rückzug geladen: Siemens-Aktie stürzt ab: Siemens wächst deutlich, aber Marge sinkt, Unternehmensumsatz | Nachrichten

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Konzernchef Roland Busch kündigte am Morgen an, dass der Konzern wegen der russischen Aggression in der Ukraine alle industriellen Geschäftsaktivitäten in Russland in einem geordneten Verfahren beenden werde. Dies schlägt sich in der Folge in Form von Wertminderungen und sonstigen Belastungen in Höhe von insgesamt 600 Mio. € nieder, die im Wesentlichen in der Division Mobility Bahntechnik erfasst werden.

Daher sank das Ergebnis des Industriegeschäfts im zweiten Quartal um 13 Prozent auf 1.800 Millionen Euro. Da der Umsatz gleichzeitig um 16 Prozent auf 17 Milliarden Euro wuchs, sank die Marge von 14,7 auf 11,0 Prozent. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie vor Kaufpreisallokationen betrug 2,21 € vor russlandbezogenen Belastungen und 1,50 € einschließlich überwiegend nicht zahlungswirksamer Posten. Analysten hatten eine durchschnittliche Marge von 15,0 Prozent und ein Ergebnis je Aktie vor Kaufpreisallokation von 2,15 Euro erwartet.

„In einem äußerst schwierigen Umfeld bleibt unser Geschäft stark“, sagte Vorstandsvorsitzender Roland Busch. Siemens bestätigt die Jahresprognose 2021/22, wonach das Ergebnis je Aktie von 8,32 Euro auf 8,70 Euro auf 9,10 Euro steigen soll. Das soll möglich sein, weil die Umsätze aus bereits vereinbarten Verkäufen von Yunex Traffic, Brief- und Paketlogistik und der Beteiligung an Valeo Siemens auch nach der Belastung durch Russland voraussichtlich auf dem Niveau des Vorjahresumsatzes von 1,5 Mrd. € bleiben werden. Bisher galt diese Annahme nur ohne die Sonderabgabe.

Siemens sieht Gewinne von bis zu 2,3 ​​Milliarden Euro aus Unternehmensverkäufen

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Siemens durch den Verkauf von vier Tochtergesellschaften und Beteiligungen mit einer Ergebnisverbesserung zwischen 2,1 und 2,3 Milliarden Euro. Der erwartete Gewinn aus dem Verkauf von Yunex Traffic dürfte nur ausreichen, um zusätzliche Belastungen im Zusammenhang mit Russlands Sanktionen auszugleichen, die auf rund 600 Millionen Euro geschätzt werden, sagte Finanzvorstand Ralf Thomas in einer telefonischen Pressekonferenz.

Ursprünglich hatte Siemens erwartet, mit Portfoliomaßnahmen einen Gewinn auf Vorjahresniveau zu erzielen, der bei rund 1,5 Milliarden Euro lag.

Im Zusammenhang mit dem Rückzug aus Russland wies CEO Roland Busch darauf hin, dass später weitere Risiken zu erwarten seien, etwa aus der Liquidation von Tochtergesellschaften und Abschreibungen auf die Finanzsparte von SFS. Sie könnten im niedrigen bis mittleren Bereich von Hunderten Millionen Euro liegen, sagte er.

Siemens stärker unter Druck als der Gesamtmarkt: Marge im Fokus

In einem sehr schwachen Marktumfeld ist die Siemens-Aktie am Donnerstag besonders stark gefallen. Nach den Zahlen des Tech-Konzerns für das zweite Quartal fiel die Aktie über XETRA schließlich um 2,48 Prozent auf 113,90 Euro und gehörte im DAX zu den größten Verlierern. Auf dem Chart steuern sie auf den niedrigsten Stand seit Anfang März zu. Der russische Angriff auf die Ukraine hatte damals die Aktienmärkte schwer belastet.

Siemens zieht sich infolge des Angriffs vom russischen Markt zurück. Dies belastete das zweite Quartal (Ende März). Insgesamt reichen die Expertenurteile zu den Ergebnissen von „stark“ bis „durchwachsen“. RBC-Experte Mark Fielding sprach von einer Ergebnisentwicklung, die unter den Prognosen liege, aber ohne die russischen Belastungen wie erwartet gewesen wäre.

Im Detail fand JPMorgan-Analyst Andreas Willi einen kritischen Punkt darin, die enttäuschende Margenentwicklung im Bereich Digital Industries negativ hervorzuheben. Ähnliches stellte auch sein Kollege Lars Brorson von Barclays Research fest, der die Profitabilität von Siemens als „nicht überzeugend“ bezeichnete. Im Bereich der digitalen Industrien bremst die Umstellung auf Cloud-basierte Softwareabonnements das Geschäft stärker als erwartet.

Auch Nicholas Green von Bernstein Research vertrat die gleiche Linie, obwohl er die Gesamtrentabilität der Industrieunternehmen als enttäuschend bezeichnete. Dazu gehören neben Digital Industries auch der Geschäftsbereich Intelligente Infrastruktur und die Gesundheitstechnologie-Tochter Siemens Healthineers. Starke Auftragseingänge, die von vielen Experten hervorgehoben wurden, waren am Donnerstag kein Trost für die Anleger.

Siemens-Aktien fallen seit einiger Zeit. Seit Jahresbeginn liegen sie rund 29 Prozent unter dem schwächeren Drittel des DAX, der bisher fast 15 Prozent verloren hat. Seit dem Allzeithoch, das Anfang Januar bei knapp 158 Euro erreicht wurde, haben sie sogar mehr als 30 Prozent an Wert verloren.

FRANKFURT (Dow Jones) / FRANKFURT (dpa-AFX)

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Bildnachweis: MICHELE TANTUSSI/AFP//Getty Images