Supercooles Mafia-Epos: Einer der besten Filme des Jahres 2022 ist nur 3 (!) Monate nach Kinostart im Netflix-Abonnement – Filmnachrichten

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Supercooles Mafia-Epos: Einer der besten Filme des Jahres 2022 ist nur 3 (!) Monate nach Kinostart im Netflix-Abonnement – Filmnachrichten

Bollywood-Blockbuster Gangubai Kathiawadi ist ein Gangster-Epos mit starken Martin-Scorsese-Vibes und gleichzeitig ein farbenfrohes Musical über den Kampf für die Legalisierung der Sexarbeit. Man muss es gesehen haben, um es zu glauben…

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Freitag Unterhaltung/Netflix

Das Faszinierende an Bollywood-Produktionen ist, dass sie oft mehrere Genres gleichzeitig bedienen. Aber in “Gangubai Kathiawadi”, das erst im Februar weltweit in die Kinos kam und erst seit ein paar Wochen auf Netflix verfügbar ist, Als besonders wild erweist sich der Genre-Mix: Einerseits erinnert der Film an ein Live-Action-Disney-Musical wie „Die Schöne und das Biest“, wirklich mit spektakulär choreografierten Gesangseinlagen, opulenten Kulissen und farbenfrohen Kostümen. Doch statt eines charmanten Prinzen geht es in dem Film nach dem True-Crime-Sachbuch „Mafia Queens Of Mumbai“ um Zwangsprostitution und den politischen Kampf für die Legalisierung von Sexarbeit.

Es ist “Gangubai Kathiawadi” wie ein Mafia-Epos einerseits ziemlich brutal – Minderjährige Frauen, die oft von ihren Familien verkauft werden, werden notfalls mit Folter zur Prostitution gezwungen, der Titel der Heldin wird einmal von einer mörderischen Frau vom gesamten Oberkörper vom Hals bis zum Nabel abgeschnitten. Andererseits ist der Film nicht nur wunderbar bunt, sondern auch ausgesprochen keusch: Trotz des Themas ist nicht einmal ein Kuss zu sehen…

Die (wahre) Geschichte von „Gangubai Kathiawadi“: In den 1950er Jahren erklärt Ganga (Alia Bhatt), eine Entführte, die unter Androhung von Gewalt im Rotlichtviertel von Mumbai zur Prostitution gezwungen wird, dass sie eines Tages das gesamte Viertel übernehmen wird. Und tatsächlich: Mit Hilfe des örtlichen Mafiabosses Rahim Lala (Ajay Devgn) baut er seinen Einfluss im Bordellbezirk Kamathipura weiter aus und streitet schließlich sogar persönlich mit dem Premierminister um die Rechte indischer Sexarbeiterinnen…

Warum wir “Gangubai Kathiawadi” so sehr mögen!

Mit europäischer Perspektive und westlicher (Sexual-)Moral ist Gangubai zumindest eine ambivalente Figur, und doch wird sie in „Gangubai Kathiawadi“ ​​ohne Aber als historische Heldin gefeiert. Bei einer politischen Podiumsdiskussion meint sie, dass ohne Prostituierte die meisten Ehen ohnehin schon längst am Ende wären, und bekommt dafür ungeteilten Applaus vom tosenden Publikum und vom Film selbst. Selbst in einer großen Hollywood-Produktion wäre so etwas wohl nur auf ganz triviale „Pretty Woman“-artige Art und Weise möglich. Wie gesagt, in “Gangubai Kathiawadi” sieht man keinen Kuss, geschweige denn Sex, und doch kann man sich kaum einen progressiveren Film vorstellen.

Der durchweg große Kassenschlager ist jedoch trotz seines verheerenden Themas Über weite Strecken gnadenlos unterhaltsam: „Moulin Rouge“ trifft auf „GoodFellas“! Als Gangubai von einem sadistischen Verehrer brutal geschlagen wird, überlebt sie nur knapp und hat später eine fette Narbe, die über ihren Oberkörper verläuft. Gangubai lässt sich dann jedoch erneut mit derselben Psychopathin einsperren, um sein Ende und ihren Aufstieg zu sichern, ein persönliches Opfer, das der Film mit äußerstem Pathos (sowohl visuell als auch musikalisch) begleitet.

Die altbewährten Mechaniken des indischen Blockbuster-Kinos funktionieren hier so gut, gerade weil sie auf eine Figur angewendet werden, die eine solche Bollywood-Behandlung überhaupt nicht erwartet hätte.

Unser Fazit:Eine Mischung aus bunten Formen und düsteren Inhalten, die für europäische Augen wahrlich fremd bis verstörend ist, aber gerade deshalb so ungemein faszinierend ist. Ausgerechnet ein echtes Bollywood-Epos, in dem aus Zensurgründen kein einziger Kuss zu sehen ist, entpuppt sich als einer der progressivsten, radikalsten und geradezu witzigsten Filme über Sexarbeit in der Geschichte.

Neu bei Netflix: Dieser Horror-Neustart ist eine Schande. Schauen Sie sich stattdessen das Original an!