Trotz Kostensteigerungen: SGL Carbon stockt zweistellig auf: Ausblick 2022 angehoben | Nachrichten

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Sowohl beim Umsatz als auch beim operativen Ergebnis rechnet der Konzern mit mehr als zu Jahresbeginn geschätzt, wie das SDAX-Unternehmen in Wiesbaden am Dienstag mitteilte. Das ließ die Aktien in die Höhe schnellen und erreichte seit Januar einen Höchststand.

Das Papier SGL stieg am Morgen im oberen Teil des SDAX um 12 Prozent auf 6,62 Euro. Vom Höchststand des vergangenen Sommers war er zuvor deutlich gefallen, von knapp elf Euro Anfang August nach dem russischen Angriff auf die Ukraine fiel der Kurs teilweise unter fünf Euro. Die Aktie des Kohlefaserspezialisten wird demnächst aus dem SDax genommen.

Das lag auch daran, dass sich das Management um CEO Torsten Derr zuvor eher zurückhaltend verhalten hatte. Hohe Energie- und Transportpreise hatten den im März veröffentlichten Ausblick deutlich gedämpft.

Das Unternehmen hatte bereits geplant, zumindest einen Teil der zusätzlichen Energie- und Transportkosten an den Kunden weiterzugeben. Offensichtlich funktionierte dies in einem Umfeld hoher Inflation besser als bisher angenommen. Die Geschäftsentwicklung sei in allen vier Bereichen gut und steigende Rohstoff-, Energie- und Transportkosten hätten “weitgehend erfolgreich” weitergegeben werden können, heißt es nun.

Die Aussichten haben sich also deutlich verbessert. Beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Sondereinflüssen rechnet das Management mit 130 bis 150 Mio. Euro statt bestenfalls 130 Mio. Euro. Damit könnte die SGL Carbon den Vorjahreswert von 140 Millionen erneut erreichen. Inklusive Abschreibungen soll es nun 70 bis 90 Millionen Euro bereinigtes operatives Ergebnis betragen, bisher waren nur 50 bis 70 Millionen im Plan.

Entgegen bisheriger Planung wird der Umsatz voraussichtlich nicht mehr auf dem Vorjahresniveau von 1 Mrd. € liegen, sondern auf 1,1 Mrd. € steigen. Beim Free Cashflow erwartet SGL jedoch weiterhin einen deutlichen Rückgang gegenüber dem Vorjahr. Die Mittelfristziele für 2025 bleiben bestehen.

Aufgrund der laufenden Unternehmensumstrukturierung betrachtet SGL Carbon das Jahr 2022 als „Stabilisierungsjahr“. Die Wiesbadener haben es schwer. Strukturelle Veränderungen in wichtigen Branchen wie der Automobil- und Luftfahrtindustrie bereiteten dem Konzern Probleme. Zudem wurden 2019 Planungsfehler bekannt und das Unternehmen musste seine mittelfristigen Ambitionen begraben.

Nach drei Verlustjahren kehrte SGL 2021 erstmals wieder in die Gewinnzone zurück. 2020 belastete die Corona-Pandemie das Geschäft stark. Im Herbst 2020 kündigte der neue Chef Derr ein umfangreiches Sparprogramm an: Unter anderem soll jeder zehnte Arbeitsplatz gestrichen werden. Das gesamte Programm zielt darauf ab, den Gewinn bis 2023 um mehr als 100 Millionen Euro pro Jahr zu verbessern.

SGL beschäftigt rund 4.700 Mitarbeiter. Der Konzern produziert Kohlenstofffasern für den Einsatz als Verbundwerkstoffe oder in Textilien und stellt spezielle Kohlenstoff- oder Glasfaserteile her. Darüber hinaus sieht sich das Unternehmen als führender Anbieter von Spezialgraphiten. SGL Carbon beteiligt sich auch am Bau von Anlagen für die Industrie.

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WIESBADEN (dpa-AFX)

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