ÜBERSICHT: Finnland will NATO-Mitglied werden: Angriffe in der Westukraine | Nachrichten

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BERLIN (dpa-AFX) – Angesichts des Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine will die finnische Regierung die Nato-Mitgliedschaft beantragen. Die Zustimmung des finnischen Parlaments steht noch aus, die Mehrheit gilt aber als sicher. Der finnische Präsident Sauli Niinist und Premierministerin Sanna Marin kündigten den Vorschlag am Sonntag in Helsinki an.

Die Kämpfe, insbesondere in der Ukraine, gingen weiter und erstmals seit wenigen Tagen wurde die militärische Infrastruktur im Westen des Landes wieder bombardiert. Das Asowsche Stahlwerk in Mariupol soll laut ukrainischen Quellen Phosphorbomben auf Russland abgefeuert haben. Zunächst gab es keine Hinweise, die russische Seite sprach von einem Brandbombenanschlag.

Nach dem beispiellosen Sieg der Ukraine beim Eurovision Song Contest betonte Präsident Wolodymyr Selenskyj, dass der Wettbewerb trotz des Krieges in seinem Land nächstes Jahr stattfinden solle.

Die Türkei errichtet eine Blockade gegen Finnland und Schweden, um der NATO beizutreten

In Finnland war angesichts der Entscheidung der Regierung, der NATO beizutreten, von einem “historischen Tag” und einer “neuen Ära” die Rede. Das Land ist seit Jahrzehnten blockfrei und hat eine rund 1.300 Kilometer lange Grenze mit Russland. Ein Beitritt zum Militärbündnis galt lange Zeit als undenkbar, doch der russische Angriffskrieg hat zu einem Umdenken geführt.

Auch im bisher ebenfalls blockfreien Schweden wird über eine Nato-Mitgliedschaft diskutiert. Eine Entscheidung der Sozialdemokraten von Premierministerin Magdalena Andersson wurde am Sonntag erwartet. Andersson führt eine Minderheitsregierung, an der nur seine Partei teilnimmt.

Russlands Präsident Wladimir Putin bezeichnete in einem Telefonat mit Niiinist am Samstag die geplante Nato-Mitgliedschaft Finnlands als Fehler. Russland stelle keine Bedrohung für das Nachbarland dar, sagte er während des Gesprächs laut Kreml. Der Ausstieg Finnlands aus der traditionellen Neutralität wird zu einer Verschlechterung der nachbarschaftlichen Beziehungen führen. Direkte Drohungen habe es während des Gesprächs aber nicht gegeben, betonte Niinist.

Unterdessen nimmt die Türkei innerhalb des Bündnisses zunehmend eine Blockadehaltung ein. Das Land knüpft sein Ja an den NATO-Beitritt Finnlands und Schwedens, um den Kampf gegen die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK und die kurdische Miliz YPG in Syrien zu unterstützen. Ankara kritisiert auch, dass mehrere Länder wegen des türkischen Kampfes gegen diese Gruppen die Waffenlieferungen an die Türkei eingeschränkt haben.

Deshalb sei die Mehrheit der türkischen Bevölkerung gegen die Aufnahme Schwedens und Finnlands in die Nato, “und sie fordern uns auf, sie zu blockieren”, sagte Außenminister Mevlt Cavusoglu in Berlin. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sagte am Freitag, die skandinavischen Länder seien offen gesagt „Gästehäuser für Terrororganisationen“. Für den Beitritt Schwedens und Finnlands ist ein Konsens innerhalb des Militärbündnisses erforderlich.

Großer Sieg für die Ukraine in Turin

Viele Experten des Wettbewerbs erwarteten den Erfolg des ESC aus der Ukraine, vor allem aufgrund der vielen Punkte der Zuschauer klaffte mit dem britischen Sänger Sam Ryder auf Platz zwei ein großer Rückstand. Die Euphorie in Kiew war danach riesig. „Wir sind an der musikalischen Front siegreich, und wir sind auch an dieser Front siegreich. Streitkräfte der Ukraine, dieser Sieg ist für Sie, für alle, die heute unser Land verteidigen“, schluchzte der öffentlich-rechtliche Fernsehmoderator Timur Miroshnychenko über die Entscheidung. „Nächstes Jahr wird die Ukraine Gastgeber der Eurovision sein!“, schrieb Präsident Selenskyj auf Telegram.

Angriffe in der Region Lemberg

Nach den Anschlägen in der Westukraine gab es zunächst keine Nachricht von Toten oder Verletzten, wie der Chef der ukrainischen Militärverwaltung, Maxym Kosytskyi, dem Nachrichtensender Telegram sagte. Das Ausmaß der Zerstörung wird untersucht. Ein Objekt bei Jaworiv, ​​vermutlich rund um den Truppenübungsplatz, soll komplett zerstört worden sein. So war es das erste Mal seit etwa einer Woche, dass es in der Region Lemberg (Lemberg) nahe der polnischen Grenze einen Luftalarm gab. Im Lagebericht der russischen Armee gab es dazu zunächst keine Angaben.

G7-Staaten wollen die Ukraine notfalls jahrelang mit Waffen beliefern

Deutschland und die anderen G7-Staaten wollen die ukrainischen Streitkräfte im Bedarfsfall auch in den kommenden Jahren mit Waffen und anderem militärischem Gerät für den Kampf gegen russische Angreifer versorgen. „Wir werden unsere derzeitige Militär- und Verteidigungshilfe für die Ukraine so lange wie nötig fortsetzen“, heißt es in einer Erklärung, die die Außenminister der Gruppe der wichtigsten demokratischen Industrienationen (G7) am Samstag angenommen haben. Zur Gruppe gehören neben der Bundesrepublik die Nato-Staaten USA, Kanada, Frankreich, Großbritannien und Italien sowie Japan.

London: Russland hat ein Drittel seiner Bodenkampftruppen verloren

Nach Angaben britischer Geheimdienstexperten haben die russischen Streitkräfte in der Ukraine ein Drittel der im Februar eingesetzten Bodenkampftruppen verloren. Hinzu kommt der Verlust von wichtigem Material für den Brückenbau und die Aufklärung. „Russische Streitkräfte werden zunehmend durch verschlechterte Nachschubkapazitäten, anhaltend niedrige Moral und verringerte Kampfeffektivität eingeschränkt“, twitterte das tägliche Update des ukrainischen Kriegsgeheimdienstes des britischen Verteidigungsministeriums am Sonntag.