Verband: Die Kosten für Handwerksleistungen steigen | Nachrichten

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BERLIN (dpa-AFX) – Kunden müssen sich auf weiter steigende Kosten für Handwerkerleistungen einstellen. Lieferengpässe und der Beginn des Ukraine-Krieges ließen die Fertigungs- und Lohnkosten vieler Unternehmen noch stärker steigen als in den Vorquartalen, schreibt der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) in seinem aktuellen Wirtschaftsbericht, der der Deutschen Presse vorliegt Agentur. Dazu haben die Handwerkskammern Unternehmen in ganz Deutschland befragt.

Fast zwei Drittel (64 Prozent) der Unternehmen mussten laut ZDH im letzten Quartal ihre Verkaufspreise erhöhen. Im Vorjahreszeitraum waren es nur 33 Prozent. Nur drei Prozent hätten die Preise gesenkt. „Aufgrund der stark gestiegenen Einkaufspreise muss eine Rekordzahl von Handwerksbetrieben ihre Verkaufspreise erhöhen, ohne jedoch die gestiegenen Kosten vollständig weitergeben zu können“, sagte ZDH-Generalsekretär Holger Schwanecke.

Laut Schwanecke haben viele Unternehmen, vor allem in der Bau- und Automobilbranche sowie im Geschäftsbedarf, bereits kriegsbedingt teils erhebliche Umsatzeinbußen hinnehmen müssen. Und auch durch Auftragsstornierungen, weil Kunden aufgrund steigender Beschaffungs- und Energiepreise nicht bereit waren, höhere Verkaufspreise zu akzeptieren.

Von den direkten Folgen des Ukraine-Krieges sei man laut ZDH weniger betroffen als andere Wirtschaftsbereiche. Schließlich erzielt das Handwerk seinen Umsatz hauptsächlich in Deutschland, nur 7 Prozent im Ausland. Laut einer zusätzlichen ZDH-Umfrage zum Thema gaben 59 Prozent der Unternehmen an, dass ihre Umsätze durch den Ukraine-Krieg noch nicht gesunken seien.

Allerdings, so Schwanecke, hätten Unternehmen fast überall von gestiegenen Beschaffungspreisen und Unterbrechungen von Lieferketten berichtet. “Für die meisten Unternehmen bedeutet die Preisexplosion, dass bestehende Aufträge unwirtschaftlich werden.”

41 Prozent spürten der Umfrage zufolge die Kriegsfolgen in Form von Umsatzrückgängen. 14 Prozent der Befragten berichteten von Engpässen bei Vormaterialien, Materialien oder Produkten, weil Zulieferer in Weißrussland, Russland oder der Ukraine ihre Jobs verloren hatten. Dies führt zu Produktionsverzögerungen oder sogar Ausfällen.

„Der Anfang des Jahres überall im Handwerk zu spürende Optimismus, im Laufe des Jahres wieder zu alter wirtschaftlicher Stärke zurückkehren zu können, ist insbesondere seit Ausbruch des Ukraine-Krieges weitgehend verflogen“, sagte Schwanecke. . Der Kriegsverlauf mit den damit verbundenen Liefer- und Preisunsicherheiten sei „ein wesentlicher Risikofaktor“ für die weitere wirtschaftliche Entwicklung im Handel.

„Aktuell bahnt sich der Handel mit starkem Gegenwind seinen Weg durch wirtschaftlich turbulente Zeiten“, sagte Schwanecke. „Die Folgen der Corona-Pandemie, die Material- und Lieferengpässe, die drastischen Preiserhöhungen, die Inflation, der Fachkräftemangel und seit Ende Februar die Auswirkungen des brutalen russischen Angriffs auf die Ukraine beeinträchtigen den Handel und nun auch die örtliche Bauwirtschaft.“ Dies ist besonders besorgniserregend, da sich das Bauen bisher als stabilisierender wirtschaftlicher Anker in der Pandemie erwiesen hat. Die Politik wird unter anderem aufgefordert, einen verlässlichen Finanzierungsrahmen bereitzustellen.

Schwanecke forderte flexiblere Verträge und Preise für öffentliche Aufträge, Hilfen bei steigenden Energiepreisen sowie mehr Anerkennung und finanzielle Unterstützung für die Berufsausbildung. Um den Umbau zu einer klimafreundlicheren Wirtschaft zu bewältigen, werden in Zukunft noch viel mehr Fachkräfte benötigt, die schon heute Mangelware sind./hrz/DP/stk