Vor dem Landesliga-Finale: Kleine-Leser erinnert sich an Dejan Stankovic, die „Maradona von Voitsberg“

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Vor dem Landesliga-Finale: Kleine-Leser erinnert sich an Dejan Stankovic, die „Maradona von Voitsberg“

In der Lipizzaner-Heimat und im Bezirk Leoben fiebern Fußballfans schon jetzt dem kommenden Freitag entgegen. Am 10. Juni um 18:30 Uhr duellieren sich der ASK Voitsberg und der DSV Leoben im letzten Saisonspiel um den Aufstieg in die Regionalliga. Aktuell führt der DSV die heimische Tabelle nur einen Punkt vor den Voitsbergern an. Fix: Hans-Blümel-Stadion ist ausverkauft. Aber auch ohne Tickets kann jeder das Spiel live erleben, denn die Kleine Zeitung überträgt das Spiel in einem exklusiven Livestream auf www.kleinezeitung.at.

Auch Ex-Fußballer Dejan Stankovic (64) wird voraussichtlich live im Stadion dabei sein. Als Spieler und Trainer war er bei beiden Klubs eine Ikone und ist heute Präsident des DSV Leoben. Unser Leser, Autor und Zeichner Jörg Pagger blickt in einem persönlichen Rückblick auf Stankovics aktive Fußballkarriere zurück.

Als Junge, der in den 1970er Jahren im Kreis Voitsberg aufwuchs, wusste er genau, wie es ist, klein zu sein. Alles war größer als ich. Die ÖDK. Die meisten anderen Jungs. Fast alle Städte. Graz und Wien sowieso.

Mein Fußballverein: ASK Voitsberg. Club Deportivo Obrero, wie er sich stolz nennt. Da war er auch noch klein. Aber nicht so klein wie viele andere. Eine feste Größe in der steirischen Landesliga. Oft ganz vorne. Dann passiert eines Tages das Unglaubliche: Wir (ja, wir!) steigen in die 2. Liga auf! Sie sind dem Himmelreich so nah. Plötzlich fühlt sich alles größer an, besonders ich selbst.

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Auch der Künstler und Autor Jörg Pagger illustrierte seine Geschichte.
© www.joergpagger.at

Und dann, mitten in meiner Euphorie, tauchte ER auf. Mein Glück war perfekt. Ich hatte noch nie zuvor einen solchen Spieler “IN REAL” gesehen. Und alles, was man nicht „REAL“ gesehen hat, war nur die Hälfte wert. „IN REAL“ war damals noch gültiges Zahlungsmittel. Wahrscheinlich kam er aus der großen Welt des Fußballs. Es war wahrscheinlich auf uns zugedriftet.

Auf der alten Holztribüne

Eigentlich bin ich fast nur für ihn ins „Stadium“ gegangen (wir sagten damals immer: „Gemma Stadium!“). Als er den leichtfüßigen und schwindelerregenden Gegner spielte, jubelten wir alle auf der alten Holztribüne. Manchmal konnte ich nicht alles sehen, weil ich direkt hinter einer der Säulen saß. Aber ich konnte es mir denken. Einmal wurde jemand, der ihn hätte beschützen sollen, nach einer halben Stunde verzweifelt ersetzt. ER hatte ihn wie einen kleinen Jungen mit dem Ball „getreten“ (noch ein Wort von damals). Zu Hause, im Garten, machte ich seine Tricks so gut ich konnte. Der Pflaumenbaum war der Verteidiger des Holzes. Ich war er

Wenn er ihn außerhalb des Platzes sehen wollte, ging er zur Biserka. Eine Art internationales Fischrestaurant, ein Stück weite Welt. Er war oft dort. Ich bewunderte ihn aus der Ferne. Er hat mir dann acht Autogramme auf eine der Kontosperren gegeben. Acht, um sicherzugehen, falls ich sieben verliere.

Mit ihm waren wir im Hans-Blümel-Stadion unschlagbar. Wir hatten hier seit fast zwei Jahren nicht mehr verloren. Ich erinnere mich, als er einmal – gegen das große Wien! – zu spät angekommen. Er steckte an der Grenze im Stau. Der Stadionsprecher kündigte seine Verspätung an. Wien gewann bereits mit 1:0. Unsere lokale Serie drohte sich selbst zu zerreißen. Dann Gemurmel, Geflüster, Jubel. Ich blicke an der Säule vorbei. Er ist hier! Ersatz, gleich. Wir bleiben zu Hause ungeschlagen. Auch gegen die Großen von Wien.

jedoch zerlegt

Dann sind wir trotzdem abgestiegen. In einem sportlich belanglosen Spiel gegen Ende der Meisterschaft haben sie ihm den Ball glaube ich nicht gegeben. Deshalb haben wir erstmals zu Hause mit 0:3 verloren. Ich hatte das Gefühl, dass die Mehrheit sich nicht mehr darum kümmerte. Für mich ist eine Welt zusammengebrochen. Unsere Festung war gestürmt. Die Meisterschaft war vorbei. Der Ortsrekord ist vorbei. Es war vorbei.

Der Sommer danach. wir fahren in den Urlaub Mein erster Gang zur Zeitung jeden Morgen: Da lese ich, dass er mit anderen größeren Vereinen verhandelt. Ich kann nicht anders, als aus der Ferne zuzusehen. Ich kann mich nicht einmal von ihm verabschieden.

Ich habe noch acht Autogramme. Unzählige Erinnerungen. Einige seiner Tricks.

Es hat mich größer gemacht, als ich damals war.

„Danke“ dafür, Dejan Stankovic!

Du warst mein Diego Maradona aus Voitsberg.

*Jörg Pagger ist Autor und Künstler. Der gebürtige Voitsberger arbeitete 15 Jahre als Sozialarbeiter, bevor er mit seiner griechischstämmigen Frau auswanderte. Das Paar lebte fünf Jahre in der Nähe von Athen und auf der Insel Euböa. Dort begann die Weststeiermark zu zeichnen. Pagger lebt heute in Leitring bei Leibnitz. Die Autorin und Künstlerin lehrt an der HLW für Sozialmanagement in Graz.

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Autor und Künstler Jörg Pagger
© (c) Laura Mazurek