Warum kann ich in der Android-App keine Filme mehr kaufen?

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aus Klaus Ludwig
In der neuen Version der Prime Video App ist es nicht mehr möglich, Filme oder Serien zu kaufen oder zu leihen. Warum hat Amazon diese Android-App-Verteilungsoption entfernt?

In Deutschland ist Prime Video mit 31 Prozent Marktanteil im ersten Quartal 2022 der beliebteste kostenpflichtige Video-Streaming-Dienst. Jetzt hat Amazon ein Update für die Prime Video-App im Google Play Store veröffentlicht. Das Unternehmen entfernt die Option, Filme oder Serien direkt in der Anwendung zu kaufen oder auszuleihen. Nicht alle Inhalte, die in der Prime Video-App angezeigt werden, sind im Prime-Abonnement enthalten. Abonnenten können ohne zusätzliche Kosten nur Inhalte mit einem „In Prime enthalten“-Banner anzeigen. Alle anderen Filme und Serien müssen gekauft oder ausgeliehen werden. Es ist wichtig zu beachten, dass Sie beim digitalen Kauf oder Verleih eines Films bei Amazon nur eine eingeschränkte Lizenz zum Anzeigen von Videoinhalten erwerben. Dies kann dazu führen, dass bereits erworbene digitale Inhalte möglicherweise nicht mehr verfügbar sind.

Sind App-Store-Gebühren schuld an der neuen Prime-Video-App?

Mit der neuen Version der App ist es auf vielen Android-Geräten nicht mehr möglich, Filme oder Serien digital über die Prime Video App zu kaufen oder auszuleihen. Laut Golems Kollegen gibt es keine Buttons mehr für den Kauf- oder Mietvorgang, sondern einen Button mit der Aufschrift „Wie kann ich einen Blick darauf werfen?“. Tippt der Nutzer darauf, wird er auf die Amazon-Website weitergeleitet, wo er den Titel kaufen oder ausleihen kann. Es ist weiterhin möglich, Filme und Serien innerhalb der Prime Video App für iPhone zu leihen oder zu kaufen.

Die Kollegen von Golem vermuten, dass ein neuer Entwicklerleitfaden hinter dem Verschwinden der Buttons steckt. Immerhin geht Google ab dem 1. Juli weiter gegen App-Anbieter vor, die gegen die Play-Store-Richtlinien verstoßen. Vermutlich bindet Amazon Google nicht oder nur unzureichend in In-App-Käufe ein. Schließlich müssen im Google Play Store analog zum Apple Appstore alle großen Anbieter 30 Prozent Provision entweder an Google oder Apple zahlen. Für die erste Million US-Dollar Jahresumsatz bewilligt Google eine sogenannte Servicegebühr von 15 Prozent des Android-App-Umsatzes. Sobald ein Entwickler mehr Umsatz mit der App macht, müssen die üblichen 30 Prozent Provision an Google gezahlt werden. Eine Ausnahme gilt für App-Anbieter, die ein eigenes Zahlungssystem verwenden. Dieses Zahlungssystem muss dem Nutzer als Option parallel zum Google-eigenen Abrechnungssystem angeboten werden. Bisher testet nur Spotify dieses neue System auf Android-Geräten.

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Zusammenfassung der Änderungen an der Prime Video-App für Android:

  • Amazon hat für Prime Video eine neue Version der App in den Google Play Store gebracht. Das Unternehmen eliminiert die Option, Filme oder Serien kaufen oder ausleihen zu können.
  • Wer einen Film oder eine Serie kaufen oder ausleihen möchte, weil er zum Beispiel nicht im Prime-Abo enthalten ist, muss fortan über die Amazon-Website gehen.
  • Es könnte sein, dass diese Änderung etwas mit den neuen Entwicklerrichtlinien zu tun hat, die ab dem 01.07.2022 für den Play Store gelten. Google will härter gegen App-Entwickler vorgehen, die sich nicht an die Regeln halten und Google beispielsweise zu wenig Provision zahlen.

Quellen: Golem, Google