Was geschah am 8. Juni? Historische Ereignisse, Jahrestage, Jubiläen

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2000: Tschetschenien unter russischer Verwaltung

Am 8. Juni 2000 stellte der russische Präsident Wladimir Putin Tschetschenien nach dem Zweiten Tschetschenienkrieg „vorübergehend“ unter seine direkte Verwaltung. Vier Tage später ernennt der Kreml den prorussischen Mufti Achmat Kadyrow zum Chef der Verwaltung in Tschetschenien, der 2003 die Präsidentschaft übernimmt.
Tschetschenien erklärte 1991 nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion seine Unabhängigkeit. 1994 marschierten erstmals russische Truppen in Tschetschenien ein, was bis 1996 zum Ersten Tschetschenienkrieg führte. Am 1. Oktober 1999 marschierten russische Truppen erneut ein und der Zweite Tschetschenienkrieg begann. Angaben zu den Opferzahlen in den beiden Tschetschenienkriegen werden auf 160.000 bis 190.000 Tote geschätzt. 2009 erklärte Medwedew offiziell den Krieg für beendet und Tschetschenien blieb in der Russischen Föderation. Tschetschenien ist jetzt eine autonome russische Republik. Präsident ist seit 2007 Ahmat Kadyrows Sohn Ramsam Kadyrow, dem schwere Menschenrechtsverletzungen und ein diktatorischer Regierungsstil vorgeworfen werden.

1983: Roland Jahn wird in den Westen abgeschoben

Am 8. Juni 1983 wurde Roland Jahn nach Westdeutschland abgeschoben. Die Stasi setzte den Aktivisten zwangsweise in den Interzonenzug nach München. Bis zum Überschreiten der Grenze zur Bundesrepublik bleibt er geknebelt und eingesperrt im Abteil eines Autos. Vor seiner Zwangsabschiebung war die DDR bereits mehrfach gegen Jenaers „feindliche Verneinung“ vorgegangen. Jahn hatte jahrelang gegen das SED-Regime protestiert. 1983 gründete er mit anderen Oppositionellen die Jenaer Friedensgemeinde. Viele der Aktivisten wurden wie Jahn in den Westen abgeschoben. Roland Jahn ist bis 2021 Bundesbeauftragter für Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der DDR.

1972: Nick Út schießt Fotoikone „The Terror of War“.

Am 8. Juni 1972 nimmt Nick Út das berühmte Foto „The Terror of War“ im Vietnamkrieg auf. Das Foto wurde während eines Napalmangriffs der südvietnamesischen Armee auf das Dorf Trảng Bàng aufgenommen. Es zeigt Kim Phúc, ein damals neunjähriges Mädchen, das aus dem Dorf davonläuft. Der Fotograf Huynh Cong mit dem Spitznamen Nick war gerade einmal 21 Jahre alt, als er das Foto für die Associated Press machte. Die “New York Times” veröffentlicht den Schnappschuss am nächsten Tag auf ihrer Titelseite. Ein Teil des Originalbildes wird zur Veröffentlichung beschnitten. Der Ausschnitt zeigt die Fotografen beim Wechseln ihrer Filme. Sie unternehmen keine Anstalten, den verängstigten Kindern zu helfen. 1973 erhielt Út den Pulitzer-Preis für Cropped Image. Kim Phúc lebt jetzt in Kanada. Sie ist Botschafterin der UNESCO und unterstützt Kinder, die Opfer des Krieges geworden sind. Dafür erhielt er 2019 den Dresdner Friedenspreis.

1962: Premiere des DEFA-Films „Königskinder“

Am 8. Juni 1962 feiert der DEFA-Film “Königskinder” zu Beginn des vierten DDR-Arbeiterfestes im damaligen Kreis Erfurt seine Premiere. Frank Beyers Film spielt im Nationalsozialismus und erzählt die Geschichte der Arbeiterkinder Magdalena und Michael, die im Widerstand aktiv waren, und ihres Freundes Jürgen, der sich der SA anschloss. Die verliebten „Königskinder“ Magdalena und Michael werden von Annekatrin Bürger und Armin Müller-Stahl gespielt. Aufgrund von Michaels Haftstrafe sind sie getrennt und hoffen, sich eines Tages wiederzusehen.

Der Film wurde von März bis September 1961 in Berlin, Sebnitz und Dresden gedreht. Er basiert auf den persönlichen Erfahrungen des Drehbuchautors Walter Gorrish, der gemeinsam mit seiner Frau Edith das Drehbuch schrieb. Ursprünglich sollte der Film mit sowjetischer Unterstützung entstehen, doch die Zusammenarbeit scheiterte unter anderem daran, dass Regisseur Beyer keine Änderungswünsche der Sowjetunion übernehmen wollte.