Wirtschaftsministerium besorgt über hohe Inflation und Krieg | Nachrichten

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von Andreas Thomas

BERLIN (Dow Jones) – Das Bundeswirtschaftsministerium ist besorgt über die anhaltend hohe Inflation und die Auswirkungen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine. Auch Chinas Corona-Politik könnte der Weltwirtschaft schaden. In seinem jüngsten Bericht zur wirtschaftlichen Lage in Deutschland stellte das Ministerium fest, dass sich die Auswirkungen des Ukraine-Krieges bereits deutlich in moderaten Wirtschaftsindikatoren niederschlagen.

„Die Inflationsrate bleibt ein Problem“, sagte das Ministerium im Monatsbericht und verwies auf die sehr hohe jährliche Inflationsrate von 7,4 Prozent im April. „Daher stehen die Aussichten für die wirtschaftliche Entwicklung in den kommenden Monaten unter anhaltendem Druck durch hohe Preise und die noch ungewisse Dauer und den Ausgang des russischen Angriffskriegs in der Ukraine.“

Auftrags- und Produktionsrückgang.

Nach fünf Erhöhungen in Folge ist die Produktion stark zurückgegangen. Auch die Auftragseingänge in der verarbeitenden Industrie gingen erneut stark zurück. Im März zeigten sich erstmals auch die Auswirkungen des Ukraine-Krieges im deutschen Export. Nach Angaben des Ministeriums spiegelt dieser Rückgang bereits die Auswirkungen der gegen Russland verhängten Sanktionen wider.

„Es ist durchaus vorstellbar, dass die Exporte nach Russland in den kommenden Monaten noch weiter zurückgehen, da die Umsetzung von Sanktionen und die entsprechenden Vertragskündigungen einige Zeit im Voraus benötigen. Hinzu kommt, dass die meisten der im März in Kraft getretenen Sanktionen erst in Kraft treten Mitte des Monats”, schrieb das Ministerium.

Sorge um Containerstaus in Shanghai

Generell ist die Sichtweise des deutschen Außenhandelsministeriums gemischt. Die Exporterwartungen der vom Ifo-Institut befragten Unternehmen sind im April gestiegen und auch Containerdaten des IfW Kiel deuten auf positive Wachstumsraten bei den Exporten hin. „Allerdings bereitet Chinas Null-Covid-Politik mit umfangreichen Lockdowns ganzer Ballungsräume vielen Beobachtern Sorgen“, heißt es in dem Bericht.

Etwa 3 Prozent der weltweiten Container-Frachtkapazität steckt derzeit im Verkehr vor dem chinesischen Hafen von Shanghai fest. „Sollte China weiterhin von den Lockdowns betroffen sein, sind weitere Lieferengpässe und eine Verlangsamung des Welthandels möglich“, warnte das Ministerium.

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DJG/aat/smh

(ENDE) Dow Jones Newswires

13. Mai 2022 04:23 ET (08:23 GMT)