Zeitzeugenerlebnis auf Leinwand – Bad Krozingen

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WAS IST AUS DER Präsentation des Films “Walter Kaufmann – was für ein Leben!” im Bad Krozinger Joki Kino mit Regisseurin Karin Kaper.

. Nach der Sondervorführung des Dokumentarfilms “Walter Kaufmann – was für ein Leben!” Am Sonntag besuchte die 9. Klasse der Max-Planck-Realschule am Montag das Joki-Kino in Bad Krozingen. Regisseurin Karin Kaper versuchte, den Schülern eine Lebensrealität näher zu bringen, die sie kaum kannten. Umbrüche, Schicksalsschläge, aber auch positive Erlebnisse prägen das Leben des 2021 im Alter von 97 Jahren verstorbenen Juden Walter Kaufmann. Im anschließenden Gespräch nutzten die Studierenden die Gelegenheit, um nach den Herausforderungen in der Produktion und der Motivation von Filmemachern zu fragen.

Der Film: Der Film dokumentiert das Leben des Schriftstellers Walter Kaufmann. Als jüdischer Junge wuchs er die ersten drei Jahre seines Lebens arm in Berlin auf, bis er von einem jüdischen Ehepaar aus Duisburg adoptiert wurde. Als die nationalsozialistische Judenverfolgung beginnt, fährt er mit einem Kindertransport nach England, während seine Adoptiveltern zurückbleiben. Kaufmann verbringt fast zwei Jahre in einem Internierungslager in Australien und wird Soldat, Hochzeitsfotograf und Seemann. Als Korrespondent und Autor nimmt er aktiv an historischen Ereignissen wie der Bürgerrechtsbewegung in den USA, der Revolution auf Kuba, den Auswirkungen des Atombombenabwurfs in Japan und nicht zuletzt dem Auf- und Untergang der DDR teil .

Begleitet wird der Film von Zitaten aus den Briefen, mit denen Kaufmann mit seinen Adoptiveltern kommuniziert. Bis sie in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert werden, wo sie später umkommen. Vor der Kamera lässt Kaufmann die Zuschauer an Erinnerungen an sein Leben teilhaben und erlaubt mit alten Fotos Einblicke in die Vergangenheit.

Direktor: Karin Kaper, 62, produziert mit ihrem Partner Dirk Szuszies Dokumentarfilme, bei den Vorführungen kamen sie mit Kaufmann in Kontakt. Sie gründeten die freie Theatergruppe ZATA Berlin, bevor sie sich 2000 der Filmproduktion zuwandten. „Ich wollte etwas schaffen, das anderen einen Mehrwert bietet“, sagte der Regisseur am Montag. „Unsere Filme sind Projekte, die uns am Herzen liegen und bei denen wir uns richtig einbringen können.“ Gerade für die junge Generation ist es wertvoll, die 1950er-Jahre und die NS-Zeit aus der Perspektive und den Erinnerungen von Zeitzeugen zu erleben. Auch im Filmformat. Kaper und Szuszies begleiten viele der Aufführungen, um im persönlichen Kontakt mit dem Publikum zu sein.

Im Gespräch mit Studierenden: Nach der Filmvorführung konnten die Studierenden persönlich mit dem Regisseur sprechen. Die Realschler-Studenten fragten unter anderem nach den Beweggründen für den Dreh des Dokumentarfilms und was die Kosten einer solchen Produktion sind. Auf die Frage, wie lange die Fertigstellung des Films gedauert habe, antwortet Kaper: „Wir haben im Sommer 2019 mit den ersten Interviews mit Walter Kaufmann begonnen. Das letzte Mal haben wir kurz vor seinem Tod im April 2021 mit ihm gesprochen.“ Das Team war froh, pünktlich angekommen zu sein. Denn zum Zeitpunkt der Interviews war der Autor geistig noch sehr fit, körperlich aber eindeutig alt.

Außerdem interessierten sich die Studierenden für den Ablauf und die Finanzierung der Filmproduktion. “Mein Partner und ich sind ein Mini-Team”, sagte Kaper. „Wir kümmern uns um Idee, Dreh, Schnitt und Vertrieb.“ Das hat schon einige Kosten gespart. Unterstützt wurden die beiden Direktoren bei diesem Projekt von der Bundeszentrale für politische Bildung.

Die Bilder aus dem Film hinterließen einen bleibenden Eindruck bei den Schülern. Victoria, 15, fand es schockierend, „wie man in so jungen Jahren so viel durchmachen konnte“ wie Walter Kaufmann. „Ich finde es gut, dass ein Zeitzeuge gezeigt wird und der Film nicht nur eine Reportage ist“, sagt die 15-jährige Martha. Am Ende des Films waren es für den 16-jährigen Maik zu viele Informationen. Martins, 15, lobte die Produktion. „Ich liebe es, wie viele verschiedene Orte und Plätze du mit Menschen gesprochen hast.“