ZUSAMMENFASSUNG 2: NRW-Wahlen starten mit hoher Wahlbeteiligung – enges Rennen erwartet | Nachrichten

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Düsseldorf (dpa-AFX) – Die Landtagswahl ist am Sonntag in Nordrhein-Westfalen mit einer hohen Wahlbeteiligung gestartet. Mit Stand 12.00 Uhr hätten sich bereits knapp 36 Prozent der Wahlberechtigten an der Wahl beteiligt, sagte Landespolizist Wolfgang Schellen auf Basis von Stichproben in acht Landkreisen und kreisfreien Städten. Gleichzeitig waren es bei der Landtagswahl 2017 rund 34 Prozent.

Die Wahllokale sind von 8.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Die erste Prognose des Wahlergebnisses wird kurz darauf erwartet. Rund 13 Millionen Menschen sind im bevölkerungsreichsten Bundesland Deutschlands wahlberechtigt. Aktuelle Meinungsumfragen deuten auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der CDU mit Ministerpräsident Hendrik Wst und der SPD mit Spitzenkandidat Thomas Kutschaty hin.

Die beiden Spitzenkandidaten gaben ihre Stimme in ihren Heimatgemeinden unter großer medialer Aufmerksamkeit ab. Wst traf mit seiner Frau Katharina im Wahllokal seiner Heimatstadt Rhede ein und schob wie bei seinem Amtsantritt vor einigen Monaten die einjährige Tochter Philippa im blauen Kinderwagen vor sich her. Erst Ende Oktober hatte Wst das Amt des Ministerpräsidenten im bevölkerungsreichsten Bundesland von Armin Laschet übernommen, nachdem er bei der Bundestagswahl als Kanzlerkandidat der Union gescheitert war.

SPD-Chef Thomas Kutschaty und seine Frau Christina gingen zur Wahl an die Grundschule in Essen-Borbeck, wo er 1974 eingeschult worden war. Er rechne damit, dass die SPD zur stärksten Kraft in Nordrhein-Westfalen werde, sagte der Sozialdemokrat.

Der Ausgang der Landtagswahlen und mögliche künftige Koalitionen gelten als völlig offen. In den Umfragen hat die seit fünf Jahren amtierende schwarz-gelbe Koalition keine Mehrheit mehr. Bis 2017 war in NRW eine rot-grüne Koalition an der Macht.

In diversen Umfragen zeichnete sich zuletzt ein enges Rennen zwischen CDU und SPD ab. Mit rund 30 bis 32 Prozent lag die CDU knapp vor der SPD mit 28 bis 29 Prozent. In den meisten Umfragen hat die CDU zwei bis drei Prozentpunkte Vorsprung auf die SPD; eine Aussage über die Rangfolge der beiden Spiele ist daher aufgrund der statistischen Fehlerquote nicht möglich. Außerdem wussten laut Umfragen viele Wähler noch nicht, wen sie wählen würden.

Die Grünen liegen in den Umfragen mit 16 bis 18 Prozent und könnten mit ihrer Spitzenkandidatin Mona Neubaur ihr bestes Landtagswahlergebnis erzielen. Die FDP mit Spitzenkandidat Joachim Stamp konnte nur noch mit 7 oder 8 Prozent rechnen, die AfD mit 6 oder 8 Prozent. Mit rund 3 Prozent würde die Linke erneut ihren Sitz im Landtag verlieren.

Auch für die Bundesparteien und die Bundes-Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP gilt die Abstimmung in Nordrhein-Westfalen als „kleine Bundestagswahl“ und wichtiger Humortest. Am vergangenen Sonntag hat die CDU mit Ministerpräsident Daniel Günther die Wahlen in Schleswig-Holstein klar gewonnen. Zuvor hatte die SPD mit Anke Rehlinger die Landtagswahlen im Saarland gewonnen.

Dass NRW nicht mehr die „Heimat“ der SPD ist, zeigt sich daran, dass sich CDU und SPD in den letzten Jahren an der Regierung abwechselten. 2017 bildeten CDU und FDP eine Koalition, bis 2017 ein rot-grünes Bündnis das Sagen hatte.

Für die nächste Landesregierung in NRW könnte es mehrere Optionen geben. Denkbar wären laut Umfragen neben einer eher unbeliebten großen Koalition aus CDU und SPD auch ein schwarz-grünes Bündnis oder ein jamaikanisches Bündnis aus CDU, Grünen und FDP. Die SPD könnte wie in der Bundesregierung auch mit den Grünen und der FDP eine Ampelkoalition bilden. In manchen Umfragen reicht es nicht für eine rot-grüne Mehrheit.

NRW-Ministerpräsident Wst würde gerne weiter mit der FDP regieren, doch die Liberalen halten sich wie die Grünen alle Optionen offen. Der nordrhein-westfälische SPD-Chef und ehemalige Justizminister Kutschaty, der auch stellvertretender Bundesvorsitzender der SPD ist, kann sich die Bildung einer Ampelkoalition wie in der Bundesregierung vorstellen. /dot/DP/he