ZUSAMMENFASSUNG: Ärztekammer prangert Corona-‘Datenblindflug’ an und fordert Abhilfe | Nachrichten

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BERLIN (dpa-AFX) – Deutschland braucht nach Ansicht der Bundesärztekammer dringend eine bessere Datenbasis im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie. „Wir haben in den letzten zweieinhalb Jahren einen regelrechten Datenblindflug erlebt, der keine gute Grundlage für rationale Entscheidungen war“, sagte Präsident Dr. Klaus Reinhardt von der Funke Mediengruppe (Donnerstag). Krankenhaus- und Intensivbettenbelegungen können nur dann realistisch prognostiziert werden, wenn Klarheit über den tatsächlichen Infektionsverlauf besteht. Daher sollte die Bundesregierung dem Rat ihrer Experten folgen und endlich systematisch Daten zur Infektionsdynamik, zur Schwere der Erkrankung und zur Belastung des Gesundheitssystems erheben und auswerten.

Ähnlich wie Reinhardt äußerte sich der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Ga. Er forderte die Politik in der „Rheinischen Post“ auf, die Frage zu klären, „wer die Kosten für die notwendigen IT-Investitionen trägt“.

Auch im Herbst und Winter erwartet der Sachverständigenrat einen erheblichen Druck auf das Gesundheitssystem. Sie empfiehlt eine gesetzliche Grundlage, um auf mögliche Anstiege der Infektionszahlen im Herbst und Winter schnell reagieren zu können, und fordert langfristige Verbesserungen etwa bei der Datenanalyse und Prognose. Auch der Rat fordert Einheitlichkeit

– nämlich eine zentrale Koordination von Pandemiemaßnahmen zwischen

Die Bundes- und Landesregierungen sowie auf nationaler Ebene die möglichst einheitliche und schnelle Kommunikation aller bestehenden Regelungen und Empfehlungen.

Der Bonner Virologe Hendrik Streeck erwartet politische Entscheidungen, die den Vorschlägen des Expertenrates entsprechen. Das sagte Streeck am Mittwoch in der ARD-Sendung „Maischberger“. Unabhängig davon, ob es eine sommerliche Corona-Welle gibt oder nicht, die Vorbereitungen für den Herbst sollten ohnehin getroffen werden. Die Politik hat viele Schutzinstrumente zur Hand, etwa Impfstoffe und Masken. “Wir können uns auf alles vorbereiten”, sagte Streeck.

Auf die Frage, wie er über die Möglichkeit eines neuen Lockdowns denke, sagte er: “Ich würde einen Lockdown nicht empfehlen.” Auch dies wurde in der Stellungnahme des Sachverständigenrates nicht erwähnt. Zuvor hatte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) betont, die Erklärung werde „Grundlage für den Corona-Herbstplan der Bundesregierung“./seb/DP/zb