ZUSAMMENFASSUNG: Der Importpreis von Getreide stieg um mehr als 50 Prozent | Nachrichten

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WIESBADEN (dpa-AFX) – Der Krieg in der Ukraine treibt die Getreidepreise in die Höhe. Verbraucher spüren das jetzt deutlich beim Einkaufen. Die Getreideimporte nach Deutschland sind im März im Vergleich zum Vorjahresmonat um 53,6 Prozent gestiegen, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mit. Den letzten starken Anstieg gab es im Mai 2011 mit 74,0 Prozent.

Darin spiegelt sich laut Verband der Getreide-, Mühlen- und Stärkeindustrie (VGMS) der seit Monaten steigende Weltmarktpreis wider. „Getreide wird weltweit teurer und das noch vor dem Krieg in der Ukraine, der die ohnehin angespannte Situation auf dem Getreidemarkt drastisch verschärft hat“, sagte eine Sprecherin des Verbands auf Anfrage. Für ein deutsches Unternehmen spielt es keine Rolle, ob es Getreide aus deutscher, polnischer oder ukrainischer Produktion kauft: Der Preis wird an der Terminbörse Matif in Paris festgelegt.

Der Preisanstieg ist längst bei den Verbrauchern angekommen. „Die Preise im Supermarkt für Mehl, Haferflocken, Müsli und Cerealien, aber auch Nudeln, sind bereits gestiegen“, sagte er. “Angesichts der Getreidekostensituation und Kostensteigerungen in allen relevanten Bereichen (Energie, Verpackung, Logistik) sind weitere Preissteigerungen wahrscheinlich.”

Die Entwicklung beunruhigt derzeit auch viele Bäckereien. Sie müssten neben teurerem Getreide auch steigende Energie- und Personalkosten tragen, teilte der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks mit. „Allerdings sind Preiserhöhungen nur bedingt möglich, da Handwerksbäcker stark mit dem Sortiment der Brotindustrie in Supermärkten und Tankstellen konkurrieren“, sagte er.

Nach neuesten Daten des Statistischen Bundesamtes mussten die Menschen in Deutschland im April insgesamt 8,7 Prozent mehr für Brot und Getreideprodukte bezahlen als ein Jahr zuvor. Weizenmehl verteuerte sich deutlich um 21,4 Prozent. Brot und Brötchen kosten 9,6 Prozent mehr als im April 2021.

Vor Kriegsbeginn war die Ukraine einer der führenden Getreideproduzenten der Welt. Viele Länder, insbesondere die ärmsten, sind dringend auf den billigen Weizen des Landes angewiesen. Aufgrund des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine sind jedoch Seewege und Häfen blockiert.

Für Deutschland hingegen spielen Importe aus der Ukraine mit einem Anteil von 1,9 Prozent und aus Russland mit 0,1 Prozent eine untergeordnete Rolle. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr rund 11,4 Millionen Tonnen Getreide im Wert von 3,2 Milliarden Euro importiert. Gleichzeitig exportierte Deutschland 11,7 Millionen Tonnen im Wert von 2,8 Milliarden Euro./mar/maa/DP/jha