ZUSAMMENFASSUNG: Die OECD senkt die Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft | Nachrichten

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PARIS (dpa-AFX) – Die Organisation der Industrienationen OECD hat ihre Prognose für das Weltwirtschaftswachstum wegen des Krieges in der Ukraine deutlich gesenkt. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) teilte am Mittwoch in Paris mit, dass für das laufende Jahr nur noch ein Wachstum von 3 Prozent statt bisher 4,5 Prozent erwartet wird. Für das kommende Jahr wird ein Wachstum von 2,8 Prozent statt der bisher prognostizierten 3,2 Prozent erwartet. Auch die Inflation werde kriegsbedingt höher ausfallen und länger anhalten als bisher angenommen, sagte OECD-Generalsekretär Mathias Cormann.

Für Deutschland prognostiziert die OECD ein Wirtschaftswachstum von 1,9 % für 2022 und 1,7 % für 2023. Der Krieg und das Ölembargo gegen Russland erschwerten die Erholung. Die steigende Inflation schwächt die Kaufkraft, was die Belebung des privaten Konsums bremst. Die zunehmende Unsicherheit, der starke Anstieg der Energiepreise und die Knappheit neuer Materialien wirkten sich auf mehrere Sektoren sowie auf private Investitionen und Exporte aus. Die OECD rät, Förderprogramme zur Abfederung steigender Energie- und Lebensmittelpreise gezielt auf bedürftige Haushalte und Unternehmen auszurichten.

“Die Aussichten sind ernüchternd und Russlands Angriff auf die Ukraine kostet die Welt bereits einen hohen Preis”, sagte Laurence Boone, Chefökonom der OECD. Das Ausmaß der Kriegsfolgen und die Verteilung der Lasten hängen maßgeblich von politischen Entscheidungen ab. Um eine Nahrungsmittelkrise zu verhindern, ist mehr internationale Zusammenarbeit erforderlich. Die reichen Länder müssten den Ärmsten bei der Versorgung helfen und nicht wie bei der Versorgung mit Impfstoffen in der Corona-Krise Vorräte horten. Um Ländern zu helfen, die von Lieferunterbrechungen betroffen sind, sollten Exportbeschränkungen vermieden werden. Auch beim Transport von Rohstoffen aus der Ukraine sind weitere Anstrengungen erforderlich.

Die OECD forderte die Regierungen auf, dringend zu handeln, um einkommensschwache Haushalte vor den Kosten des Krieges zu schützen. Die beste Lösung, um die Auswirkungen höherer Preise abzufedern, sind vorübergehende und gezielte fiskalische Maßnahmen, die sich an Bedürftige richten. Die Länder müssten ihre Haushaltsprioritäten entsprechend neu ausrichten, sagte Boone, der Chefökonom der OECD.

Gegenüber Deutschland forderte die OECD gezielte Hilfsprogramme, damit Investitionen in wachstumsstarke Branchen und Energiesparbemühungen nicht geschwächt werden. Um die Energiewende zu beschleunigen, werden Infrastruktur u Digitalisierung investiert werden Es ist notwendig, die Planungsprozesse zu beschleunigen. Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, sollen Frauen und ältere Menschen besser in den Arbeitsmarkt integriert und die Anerkennung von Berufsqualifikationen von Zuwanderern erleichtert werden./evs/DP/nas