ZUSAMMENFASSUNG: Kohle ist der wichtigste Energieträger für die Stromerzeugung in Deutschland | Nachrichten

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WIESBADEN/BERLIN (dpa-AFX) – Kohle bleibt Deutschlands wichtigster Energieträger zur Stromerzeugung, doch der Anteil erneuerbarer Energien ist zuletzt gestiegen. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes stammte mit 143,8 Milliarden Kilowattstunden mehr als die Hälfte (52,9 Prozent) der insgesamt erzeugten Strommenge aus konventionellen Energieträgern wie Kohle, Erdgas und erneuerbaren Energien im ersten Quartal 2018 2022. Nach Angaben der Wiesbadener Behörden vom Mittwoch trugen erneuerbare Energien wie Wind, Photovoltaik und Biogas 47,1 Prozent bei.

Während die ins Netz eingespeiste Strommenge aus konventionellen Quellen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 8 Prozent zurückging, stieg die Strommenge aus erneuerbaren Energiequellen um 21 Prozent.

Wichtigster Energieträger war in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres Kohle mit einem Anteil von 31,5 Prozent an der gesamten Strommenge. Die Kohlestrommenge in den deutschen Netzen stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal um 12,5 Prozent.

Die Windkraft, die zweitwichtigste Energiequelle, trug im ersten Quartal 30,1 Prozent zur deutschen Stromerzeugung bei. Dass die Windstrommenge in einem Jahr um 28,8 Prozent zugenommen hat, liegt vor allem daran, dass das erste Quartal 2021 relativ windstill war, erklärten die Statistiker. Strom aus Solarenergie hatte mit 6,3 Prozent den zweithöchsten Anteil unter den Erneuerbaren (Vorjahr: 4,7 Prozent).

Der Anteil der Erneuerbaren sei mit 47,1 Prozent der zweithöchste Wert in einem ersten Quartal seit Beginn der Statistik des Bundesamtes im Jahr 2018. Erst Anfang 2020 habe er mit 51,4 Prozent höher gelegen, sagte ein Sprecher. Den höchsten Anteil aller Quartale hatten die Erneuerbaren im zweiten Quartal 2020 mit 52,8 Prozent.

„Der hohe Anteil erneuerbarer Energien in der Stromversorgung zeigt eine positive Entwicklung“, sagte Kerstin Andreae, Geschäftsführerin des Bundesverbandes für Energie- und Wasserwirtschaft. Allerdings sei „beim seit Jahren schleppenden Ausbau von Wind- und Solarenergie deutlich mehr Tempo nötig“.

Der Bundesverband Solarwirtschaft bezeichnete die Zukunftsaussichten für Solarstrom anlässlich der Zahlen als „sonnig“. 2021 stammte etwa jede zehnte Kilowattstunde aus Solarstromanlagen. „Wenn die Bundesregierung ihre Pläne zur wirklichen Erschließung der Solartechnik umsetzt, könnte es in zehn Jahren fast jede dritte Kilowattstunde sein“, sagte BSW-Geschäftsführer Carsten Krnig.

Auch der Bundesverband Erneuerbare Energien zeigte sich erfreut. „Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen einmal mehr, dass man sich auf erneuerbare Energien verlassen kann“, sagte Simone Peter, Präsidentin von BEE. Erneuerbare Energien schonen nicht nur das Klima, sondern seien auch in Krisenzeiten „ein Garant für eine sichere und günstige Stromversorgung in Deutschland“./ben/DP/jha