ZUSAMMENFASSUNG/Mariupol: Russische Bomben auf Asowsches Stahlwerk nach ESC-Sieg | Nachrichten

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MARIUPOL (dpa-AFX) – Russland soll ukrainischen Quellen zufolge Phosphorbomben auf das Asowsche Stahlwerk in der Hafenstadt Mariupol abgefeuert haben. „Die Hölle ist auf die Erde gekommen. Nach Asowstal“, schrieb der Abgeordnete des Stadtrats von Mariupol, Petro Andrjuschtschenko, am Sonntag im Nachrichtensender Telegram. Er sprach von Phosphorbomben, aber zunächst gab es keine Beweise. Diese Brandbomben entzünden sich bei Kontakt mit Sauerstoff und richten verheerende Schäden an. Seine Anwendung gegen Menschen ist verboten. Andryushchenko hat ein Video mit Luftbildern gepostet, die einen Feuerregen zeigen, der auf das Werk fällt. Auch der Artilleriebeschuss des Industriegebietes war in den zunächst nicht verifizierbaren Aufnahmen unklarer Herkunft zu erkennen.

Auch der Kommandeur der Donezker Separatistenbrigade „Wostok“ (Ost), Alexander Chodakowski, und russische Kriegskorrespondenten veröffentlichten das Video am Sonntag und sprachen von einem Angriff auf das Werksgelände mit Brandgranaten. Dabei soll es sich um Brandraketen vom Typ ??-21 (9?22?) handeln, die vom Mehrfachraketenwerfer “Grad” (Hail) abgefeuert werden.

Andryushchenko hat auch Bilder gepostet, die Inschriften auf Bomben zeigen. Damit soll das russische Militär auf den Sieg der Ukraine beim Eurovision Song Contest (ESC) reagiert haben. Woher diese Fotos stammen, war unklar. Die angeblichen Bomben lauteten auf Russisch „Kalusha, wie gewünscht! Auf Azovstal“ und auf Englisch „Help Mariupol – Help Azovstal right now“, datiert vom 14. Mai. Diese Worte sprach der Sänger der ESC-Gewinnerband Kalush Orchestra in einem Appell auf der Bühne in Turin.

In den ukrainischen Kommentaren war zu lesen, dass die Phosphorbomben der russische Gruß zum Sieg des ESC waren. Russische Medien berichteten am Sonntagabend über den Sieg, doch anders als in den Vorjahren konnte das Staatsfernsehen das Spektakel nicht zeigen. Russland ist aufgrund des Angriffskrieges gegen die Ukraine von der CES ausgeschlossen.

Ukrainischen Quellen zufolge verstecken sich etwa 1.000 Mariupol-Verteidiger im Stahlwerk. Sie lehnen russische Kapitulationsaufrufe ab. Zur Bombardierung des Stahlwerks hieß es in den russischen Hasskommentaren auch, die Kämpfer hätten bereits genug Zeit gehabt, das Industriegebiet zu verlassen. Die ukrainische Regierung hatte erklärt, sie werde alles tun, um die Verteidiger von Mariupol./mau/DP/he zu retten